Ich möchte heute an meinen letzten Blogeintrag anknüpfen und ein paar Gedanken über den Begriff Schicksal formulieren.
Logischerweise habe ich mir immer wieder den Kopf über das zermartert, was wir Schicksal nennen. Ich denke, dass niemand eine endgültige und ultimative Wahrheit kennt, die uns die finale Antwort liefert. Mir ist das sogenannte Schicksal auf zweierlei Weise begegnet:
1. als eine führende Kraft, die mir geholfen hat, meine Bestimmung im Leben zu finden
2. als etwas, dass man selbst in die Hand nehmen und lenken kann
Man hat, nach meiner Erfahrung, immer eine Chance, sein Schicksal selbst zu bestimmen und zu lenken, denn es gibt immer eine Alternative, egal wie aussichtslos eine Situation auch sein mag. Schicksal fordert den Menschen heraus. Es tischt ihm oft genug schwierige Situationen auf. Mancher wird schon mit Beginn seines Lebens in eine schwierige, herausfordernde Situation geboren. Ich habe mich nie einem unabwendbaren, finsteren Schicksal ausgeliefert gefühlt, obwohl die dunklen Phasen in den ersten 40 Jahren meines Lebens ganz klar dominierten. Mein Ansatz war, verstehen zu wollen, was das Schicksal mir zeigen will, was es mir sagen will und auf welchen Weg es mich bringen will. Die Frage nach dem "Warum" hat mich stets angetrieben und letztlich nach vorne gebracht.
Das Erstaunlichste aber fand ich, dass sich mein Lebensweg immer wieder mit Menschen und anderen Wesen kreuzte, die in besonderer Art mit mir verbunden waren. Letztlich ging es jedes Mal darum, dass wir uns gegenseitig helfen konnten, uns gegenseitig wesentlich weiter voran brachten, als wir es alleine geschafft hätten. Wenn wir Menschen offen begegnen und uns überlegen, warum sie uns über den Weg laufen, erkennen wir sehr schnell, dass sich zwei Schicksale getroffen haben und das nicht ohne Grund. Es bedeutet nicht notwendigerweise, dass man mit diesen Menschen dann sein Leben lang befreundet und eng zusammen sein muss. Im Gegenteil kann es sein, dass man ein Stück des Weges zusammen geht, bis die gemeinsame Aufgabe erfüllt ist und die Wege sich dann wieder trennen.
Das Schicksal tut Dinge, damit wir uns gegenseitig helfen können.
Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht unbedingt den ganz großen Unterschied zwischen Menschen und Tieren mache, sind wir doch alle ein Teil der Natur. In meiner Wahrnehmung sind alle beseelten Wesen Teil unseres Lebens und damit auch Teil unseres Schicksals. Was die letzten 20 Jahre meines Lebens angeht, so hat mich das Schicksal zu Wesen geführt, die Hilfe suchten und irgendwie vergessen worden waren, leider auch von denen, die sich den Schutz dieser Wesen auf die Fahnen geschrieben hatten, aber Fahnen sind ja geduldig und flattern im Wind, wie die Menschen, die sie hochhalten ....
Entscheidend aber ist für mich, dass diese Hilfe für vergessene und wirklich leidende Kreaturen keineswegs eine einseitige Sache war. Ich habe oben das Wort "gegenseitig" bewusst unterstrichen, denn genau diese verlorenen Seelen haben auch mir unglaublich geholfen. Sie haben mich weit gebracht, haben mir Dinge gezeigt, die ich nicht kannte und haben mir geholfen, meine Bestimmung zu finden.
Letztlich sind in unserem Projekt Menschen und Tiere zusammengekommen, um sich gegenseitig zu helfen. Hier helfen sich auch viele Tiere untereinander, entwickelten über die Jahre sehr feine soziale Strukturen, halfen sich gegenseitig, wieder gesund und lebensfroh zu werden. Andererseits halfen sie uns Menschen, Zusammenhänge zu begreifen und Prioritäten zu setzen, die unserem Leben einen wirklichen Sinn gaben, gemäß unserer Bestimmung. Wir Menschen sind durch die Hilfe unserer Schützlinge, die geworden, die wir einmal waren ... damals ... vor langer Zeit, als wir geboren wurden, unschuldig, frei, mit offenem Herzen und neugierig auf das Leben. Okay, man hat versucht uns die Unschuld, das offene Herz und auch die Neugierde zu nehmen. Man hat versucht, uns in ein Schema zu pressen, dass gesellschaftlich anerkannt war. Es mag sogar phasenweise gelungen sein, letztlich aber haben wir zurückgefunden zu uns selbst und das verdanken wir den Wesen, Menschen wie Tieren, die unseren Lebenweg gekreuzt haben. Das hat das Schicksal wirklich clever eingefädelt.
Auf diesem Foto seht ihr unseren Heilkater Gizmo mit der alten Hanna. Gizmo hat seine Fähigkeiten immer genutzt, um alten und sehr kranken Hunden und Katzen beizustehen und sie zu pflegen. Er hat das auf unglaublich einfühlsame Art gemacht. Bisweilen ging er soweit, dass er sogar uns Menschen nicht mehr an seine Patienten heranließ, weil er sicher war, besser zu wissen, was gut für sie war.

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