Samstag, 26. November 2016

Das einfache Leben

Oft frage ich mich, warum es für die Menschen eigentlich so schwer geworden ist, den Kontakt zur Natur und damit zur Umwelt aufrecht zu erhalten und sich als Teil der Natur zu verstehen, anstatt zu glauben, man stünde über ihr und sie sei nichts als ein reiner Rohstofflieferant. Klar, es gibt laufend irgendwelche Weltklimagipfel, danach dann weitere Gipfletreffen auf denen man überlegt, wie man die Ziele des anderen Gipfels umsetzt. Es werden irgendwelche Zielvorgaben vereinbart, an die sich letztlich keiner hält, weil die nationalen Interessen schwerer wiegen und man nicht wirklich die Notwendigkeit einsieht.

Ich kann das zumindest nachvollziehen, denn so wie die Mehrheit der Weltbevölkerung in den Industriestaaten lebt, kann der Einzelne gar keinen Bezug mehr zur Natur haben, geschweige denn nachvollziehen, dass er selbst ein Teil davon ist. Daran ändert auch ein gut gepflegter Stadtpark nichts, denn der hat mit ursprünglicher Natur ja nun wirklich nix zu tun. Schmelzende Gletscher, Tornados, Hochwasser, Dürrekatastrophen u.ä. kennt man letztlich nur aus dem Fernsehen. MAn gruselt sich ein wenig, spendet ein paar Euro für´s bessere Gewissen und wendet sich dann wieder den vermeintlichen persönlichen Bedürfnissen zu.

Üblicherweise lebt man in einer Umgebung, die mehr und mehr von Technik behrrscht wird. Vor allem muss und kann man sich um die elementaren Dinge gar nicht mehr selbst kümmern. Das mag man als angenehm empfinden, aber man verliert auch den Bezug zu den Dingen, die ein Leben überhaupt erst möglich machen.

Wasser ... kommt aus dem Wasserhahn und diverse Reportagen streiten, ob das Leitungswasser nun gut ist oder schlecht. Das Ergebnis ist meist abhängig davon, wer die Reportage gerade finanziert.
Abwasser ... fließt durch den Abfluss, irgendwohin, egal was damit passiert, ist ja nicht mein Problem.
Strom ... kommt natürlich aus der Steckdose und ist immer verfügbar. Fällt er mal für längere Zeit aus, verklagt man den Energieversorger auf Schadenersatz. Wie der Strom zustande kommt, ist egal. Wenn in die Nähe ein Windrad oder ein Strommasten soll, dann protestiert man eben, aber die Versorgungssicherheit muss auf jeden Fall gewährleistet sein, soll das Windrad doch woanders stehen ...
Wärme ... kommt aus dem Heizkörper und wenn die Heizung mal nicht funktioniert oder die Temperatur im Wohnzimmer mal auf unter 20 Grad sinkt, wird der böse Vermieter verklagt und Minderung geltend gemacht. Woher die Wärme kommt, ist letztlich auch egal, Hauptsache sie ist immer da und man lebt in meist überheizten Wohnungen, die einem regelmäßig eine Erkältung bescheren, weil der Unterschied zwischen drinnen und draußen einfach zu krass ist.
Lebensmittel ... kommen aus dem Supermarkt, fein säuberlich verpackt. Wie das alles zustande kommt interessiert nicht. Wichtig ist der Preis und billig, billig, billig ... Das wäre noch ein Thema für gleich mehrere Blogbeiträge.

Dies sind nur wenige Bereiche, die ich bewusst herausgegriffen habe, weil es Bereiche sind, in denen ich mein Leben völlig anders organisiert habe und weil es Bereiche sind, die direkt mit der Natur zu tun haben. Ich beschloss damals, vor über 20 Jahren, dass ich ein Leben anstrebe, in dem ich selbst die Verantwortung für meine elementaren Lebensresourcen übernehme und mich eben selbst darum kümmere. Meine Lebensart habe ich direkt in die Natur eingebunden und Wege gesucht, dennoch nicht wie im Mittelalter zu leben.
Wasser ... ist hier im Süden ein ganz großes Thema, zumal der Tourismus und vor allem die Golfplätze wesentlich zur Verknappung beigetragen haben und der Grundwasserspiegel dramatisch gesunken ist und weiter sinkt. Es braucht also ein gut durchdachtes Wassermanagement. Wir haben eine völlig eigenständige Wasserversorgung bestehend aus einem Brunnen, einer Zisterne und Flusswasser (das im Sommer nicht zur Verfügung steht). Insgesamt gesehen müssen wir mit dem Wasser extrem sorgsam umgehen, insbesondere im Sommer, damit die Versorgung der Tiere nicht gefährdet wird. Wir müssen wirklich über jeden Liter nachdenken, anstatt ihn zu verschwenden.
Abwasser ... hierzu habe ich damals eine Bio-und Recycling Kläranlage gebaut, die das Abwasser wieder aufbereitet, sodass es zwar nicht als Trinkwasser verwendet werden sollte, jedoch für alle anderen Dinge taugt, bei denen Wasser zum Einsatz kommt, z.B. Putzen, Toilette, Pflanzen bewässern etc. So eine Anlage bedingt natürlich, dass man sich genau überlegt, was man ins Abwasser gibt, also welche Waschmittel man benutzt, welche Seife, welches Spülmittel usw., bis hin zum Rohreiniger, wenn mal was verstopft ist. Glücklicherweise gibt es für alles biologisch 100%ig abbaubare Lösungen und nur die setzen wir ein, um das Gleichgewicht zu wahren und das Wasser wiederverwenden zu können.
Strom ... kommt bei uns auch aus der Steckdose, allerdings doch sehr unregelmäßig, sodass ich ein relativ komplexes System zur unabhängigen Stromversorgung aufgebaut habe, das einspringen kann, wenn der Versorger mal wieder Probleme hat.
Wärme ... ja, man mag es kaum glauben, aber auch im Süden ist der Winter kalt. Sicherlich ist unser Kältempfinden angepasst, aber wir frieren eben schon auch, wenn es im Haus nur 12 Grad sind und es - wie hier üblich - keine Heizung gibt. Bleibt also nur der Kamin im Wohnzimmer und der braucht Holz. Dieses Holz wiederum muss in unserem Tal erst einmal gesammelt und gestutzt werden, bevor man es verheizen kann. Wir verwenden nur Holz von abgestorbenen, alten Bäumen, deren es reichlich in unserem großen "Tal der Raben" gibt. Dann bekommen wir im Wohnzimmer auch schon mal 17 Grad hin, während das übrige Haus bei 13 Grad liegt.
Lebensmittel ... nicht wenige davon ernten wir auf unserem eigenen Land, insbesondere diverses Obst, Oliven, Mandeln, Feigen, Granatäpfel usw. Man entwickelt einen anderen Bezug zu den Dingen, die man selbst anpflanzt und deren Ressource (also Bäume und Büsche) man regelmäßig pflegt. Dass wir keinerlei Chemie einsetzen, ist selbstredend. Früher, als wir das kräftemäßig noch stemmen konnten, hielten wir auch Ziegen, Schafe und Hühner, allerdings absolut frei und nicht zum Schlachten. Das Tal ist ja große genug. Es war toll, eigene Ziegenmilch, eigene Wolle und eigene Eier zu bekommen, aus einem lockeren Zusammenleben von Mensch und Tier. Logisch, dass die Tiere bestes Futter bekamen, keinerlei Chemie und am Ende eines natürlichen Todes starben. Brot haben wir im uralten Steinofen selbst gebacken. Da unsere Nachbarn allesamt Bauern sind, lässt sich auch Vieles im Tauschhandel organisieren und man ist in manchen Bereichen unabhängig vom Supermarkt.

Meine Erfahrung ist, dass genau dieses einfache Leben hilft, den Bezug zur Natur und ihren Ressourcen nicht zu verlieren. Man betrachtet die Tier- und Pflanzenwelt mit anderen Augen, weiß, wann Fruchtjahre sind, wann man Bäume beschneiden sollte und wann nicht. Man beobachtet Bienen und das nicht als reinen Honiglieferanten, sondern man weiß, wie wichtig sie sind, damit es überhaupt Früchte gibt. Aktuell haben wir sehr wenige Bienen, weil ihnen das Gift (meist Glyphosat) auf den Feldern der Agrarkonzerne massiv zusetzt. Leider haben wir hier deren einige und das wirkt sich auf die Populationen aus, was dazu geführt hat, das wir in diesem Jahr recht wenige Früchte hatten.

Ja, dieses einfache Leben ist weniger komfortabel, manchmal hart und kräfteraubend, aber man bekommt auch ein Gefühl dafür, dass man mit der Natur lebt und leben sollte, denn sie ist es, die einem alles schenkt, was man zum Leben braucht, egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Das gilt für alle Menschen und je mehr sich gerade die Menschen in den sog. hochzivilisierten Gesellschaften dessen bewusst werden, umso weniger Diskussionen über Umwelt, Natur und Klimawandel sind nötig. Letztlich wird kein Elektroauto und kein Windrad die Umwelt retten, keine sinnlose Mülltrennung und erst recht keine EU-Verordung, die zu umgehen ja ohnehin kein Problem zu sein scheint. Was gebraucht wird, ist ein Umdenken in den Köpfen der Menschen und damit ein bewusster Umgang mit den Möglichkeiten, die uns die Natur schenkt. Man muss nicht so leben, wie wir hier, um das nachzuvollziehen, man muss es nur einfach wollen und seine Alltagsgewohnheiten etwas modifizieren, um etwas zu bewegen. Die Politik kann und will letztlich nichts bewegen, denn da geht es um Machterhalt, Geld und egoistische Interessen. Wirklich etwas verändern können nur wir Bürger, wenn wir bereit sind unsere Komfortzone eine wenig zu verlassen, bei der Schnäppchenjagd erst nachzudenken, bevor wir sinnlosen Kram kaufen, dessen Preis eine Ursache hat, und uns von einem "Black Friday" Hype nicht anstecken zu lassen. Wie wenig man zu einem normalen Leben braucht, habe ich in den letzten 20 Jahren selbst erfahren und mir ging es dabei nie schlecht, auch habe ich nie etwas vermisst und ich glaube auch nicht, etwas verpasst zu haben, weil ich dem Konsumrausch ausgewichen bin. Im Gegenteil denke ich, dass einen das einfache Leben glücklicher macht, weil man statt "ex und hopp" das zu schätzen weiß, was man hat und es dann auch intensiver genießt.

Auf den Bildern seht ihr unseren kleinen Traktor, und zugeschnittenens Feuerholz aus dem Tal




























Montag, 14. November 2016

Befremdlich ...

Nein, nicht das, was Ihr auf dem Foto seht, denn das ist ein echter Grund zur Freude und zum Jubeln!!!
Für alle diejenigen, die womöglich denken, ich hätte da ein Foto vom Weltraumteleskop Hubble gepostet .... nein, es ist kein Foto aus dem All, aber aus dem Universum ist es schon, nur eben aus einem kleinen Universum, nämlich dem Universum, das neues Leben hervorbringt.

Kurzum ... mein Enkelchen Shantala bekommt ein Geschwisterchen, dem wir mal den vorläufigen Namen Pedro gegeben haben. Klar wissen wir noch nicht, was es wird, aber ein Junge wäre schon cool, finde ich ... im Gegensatz zu meiner Tochter Sarah, die lieber ein Mädchen hätte, weil sie schließlich noch alle Sachen für Mädchen hat. Für einen Pedro müsste sie alles neu kaufen und das ist, zugegebenermaßen, etwas schade. Dennoch, ein Bub wäre schon klasse, weil ich halt auch viele Sachen für Jungs habe, z.B. eine riesige Carrera Bahn, die ich seit meiner Kindheit rumschleppe und immer wieder erweitert hatte. Das Tolle ist, dass Carrera zwar modernisiert hat, aber die uralten Sachen noch immer funktionieren und kompatibel sind. Mangels Zeit staubt sie allerdings ein und ich erinnere mich gar nicht mehr dran, wann ich zuletzt gespielt habe. Anderes Spielzeug für echte Jungs habe ich auch noch, aber ich sollte nicht schreiben, was es ist, sonst meint Ihr womöglich noch, ich sei ein Macho ...

Befremdlich fand ich das Ansinnen des Arztes nach der ersten Untersuchung. Das Herzchen des neuen Lebens hat gerade angefangen selbständig zu schlagen und damit ist auch klar, dass hier ein eigenständiges Leben heranwächst. Nun riet der Arzt - ohne besonderen Grund oder irgendwelche Anhaltspunkte - zu einem Gentest, um zu prüfen, ob das neue Leben vielleicht nicht ganz so perfekt ist, wie man es sich wünschen würde. U.a. sollte ein Down Syndrom ausgeschlossen werden, denn falls irgendwas nicht stimmen würde, könne man jetzt ja noch "eingreifen" ... will sagen, man kann es noch entsorgen ...
Ich habe mich in meinem Buch "Retro 2032 - Sie vergaßen das Gestern", sehr intensiv mit der Gentechnik beschäftigt und weiß daher, was heute schon möglich ist. In einem Roman kann man derartige Dinge aufgreifen, ggf. anprangern und Positionen beziehen, anhand einer fiktiven Geschichte. Wenn diese Geschichte dann aber nicht mehr fiktiv ist, sondern real, wird´s echt erschreckend. Logischerweise hat Sarah jegliche Gentests abgelehnt und klar gesagt, dass sie das Kind auf jeden Fall bekommen würde, egal ob ein "Defekt" vorläge oder nicht. Meine Tochter und ich denken da absolut gleich. Es geht hier um ein lebendiges Wesen und nicht um einen Gebrauchtwagen.

Befremdlich fand ich auch, dass es hier absolut üblich ist, diese Tests zu machen und danach eben zu entscheiden ob Mülleimer oder nicht. Portugal ist ein extrem katholisches Land und bisher dachte ich immer, dass diese Religion vor allem das Leben schützt ... Es scheint zwar so in den Lehrbüchern zu stehen, aber im Alltag wird es wohl anders gehandhabt, trotz voller Kirchen. Irgendwie finde ich es erschreckend, dass es wieder einmal einen Trend gibt, zwischen wertem und unwertem Leben zu differenzieren. Ok, heute macht man das etwas subtiler, als vor 75 Jahren, aber dadurch wird es ja nicht besser. Ich staune immer wieder, wie wenig die Menschheit - trotz gegenteiliger Beteuerungen - aus der Vergangenheit lernt. Eugenik ist weiter verbreitet, als man vermutet und es hat eine regelrechte Zucht begonnen, indem man bereits ungünstige Gene vermeidet und neues Leben, das evtl. solche Gene in sich trägt, gleich mal entsorgt. Irgendwie denkt man immer, das gäbe es nur in den USA und in Südkorea, aber doch nicht in der mega Wertegemeinschaft Europa, wo wir doch alle vor lauter Werten nur so triefen und mahnend, als Oberlehrer der Welt, den Finger erheben, wenn es woanders so aussieht, als habe man andere Werte. Ok, um Werte geht es in Wirklichkeit nur sehr selten, dafür aber um Macht und wirtschaftliche Interessen, wie man am Verhalten der EU gegenüber der Türkei sehen kann.

Ich finde es ein Unding, einer jungen, werdenden Mutter gleich mal mit der potentiellen Entsorgung unwerten Lebens zu kommen, obwohl es nicht mal den kleinsten Anhaltspunkt gibt. Selbst wenn es Anhaltspunkte gäbe, fände ich es fragwürdig. Sarah freut sich auf ihr Baby und diese Freude sollte nicht durch künstlich geschürte Ängste getrübt werden ... ihr Frauenarzt ist übrigens Deutscher ... lebt aber schon ewig hier .... Eigentlich ist es ein netter Kerl, hat auch Shantala gut auf die Welt gebracht, aber dennoch hat er sich angepasst und ich sitze kopfschüttelnd da und frage mich, in welcher Welt ich eigentlich lebe.

Überall wird gegen Ausgrenzung, gepredigt, Inclusion ist zum Trend geworden (berechtigterweise!!!), Barrierefreiheit wird angestrebt, aber gleichzeitig sortiert man schon kräftig aus und sieht zu, dass nur die "guten Gene" sich durchsetzen. Irgendwie erinnert mich das an jemanden, den wir alle sehr gut kennen und von dem alle behaupten ... es dürfe nie wieder passieren ... aber es passiert und zwar hier und jetzt, in unserem Alltag. Ich kann sagen, dass Tests und Aussortieren zumindest in Portugal echt trendy sind ... erschreckend, oder???

Montag, 7. November 2016

Auf den Körper hören

Sicherlich habt Ihr Euch schon gewundert, dass ich so lange nichts mehr gepostet habe, aber es hat mich daniedergestreckt. Irgendwie waren die letzten Wochen doch etwas zu viel für mich und so hat der Körper dann mal ein Stop gesetzt.

Es ist zweifellos keine leichte Aufgabe, immer auf das zu hören, was einem der Körper signalisiert. Wenn man Verantwortung trägt, ist man immer geneigt, seine Grenzen weiter zu definieren, als man es tun sollte. Den Alltag etwas bedächtiger anzugehen, liegt mir überhaupt nicht, zumal ich morgens eh schon nicht weiß, wie ich all die 1001 Tagesaufgaben bewältigen soll. So hab ich wohl schon seit Langem einfach nicht wahrnehmen wollen, was mein Körper mir sagte, obwohl er sich durchaus deutlich gemeldet hat. Nun bin ich ja niemand, der dauernd irgendwelche Pillen schluckt, damit´s ihm besser geht, zumal 90% aller Medikamente für mich eh nicht passend sind und ich sie nicht nehmen darf.

Ich finde es nicht wirklich einfach, Stress abzubauen, aber ich habe gemerkt, dass Stress im Kopf beginnt. Oft ist es auch eine Frage des Fokus. Man glaubt, alles gleichzeitig machen zu müssen, weiß nicht, wo man Abstriche machen kann/darf/sollte. Das ist dann meist der Anfang vom Ende. Ich lerne gerade, dass der Fokus auf das Wesentliche, die beste Methode ist, Stress abzubauen und dennoch den Anforderungen gerecht zu werden. Ich denke sogar, dass der Mut zur Lücke die Qualität dessen was man tut verbessern kann. Nach meiner Erfahrung treiben einen noch nicht einmal die Erwartungen Anderer, denen man gerecht werden will, sondern vor allem die Erwartungen an sich selbst und die sind immer höher, als die der Mitmenschen. Ich denke, wir neigen dazu, uns selbst zu überfordern, uns selbst zu viel abzuverlangen und am Ende liegen wir dann auf der Nase.

Der Körper ist ein sehr guter Gradmesser und zeigt uns die Grenzen deutlicher auf, als es der Verstand jemals könnte. Letztlich bestehen wir Menschen ja nicht nur aus Einzelaspekten, sondern sind auf das harmonische Zusammespiel von Körper, Geist und Seele angewiesen, um überhaupt ein erfülltes Leben führen zu können. Wenn wir den Fehler machen, einen der drei Aspekte herauszugreifen und die beiden anderen zu vernachlässigen, dann kann´s kritisch werden.

So ist unser Kopf voller Dogmen und Konditionierungen. Der ewige Satz "Du musst" treibt uns durch den Alltag, losgelöst von unseren wirklichen Bedürfnissen. Den Körper wiederum kann man als etwas sehen, dass man mit Sport oder gesunder Ernährung fit hält ... oder auch einfach vernachlässigt, weil es lästig ist, sich einer gewissen Disziplin zu unterwerfen. Ok, zugegeben, sich gesund zu ernähren, ist in der heutigen Zeit ein echter Akt geworden, denn selbst Biolebensmittel sind ja häufig nicht wirklich gesund, ganz zu schweigen von veganen Ersatzstoffen, die dann ein Steak simulieren, indem sie aus 100% Chemie bestehen. Ja, ich bin auch Veganer, aber nicht von der verbissenen Sorte, keiner von denen, die Dogmen folgen und sich über eine ziemlich verworrene Ideologie mit unsinnigem, ja bisweilen militantem Auftreten zu profilieren versuchen. Kurzum hab ich mit verbissenen, ideologisierten Menschen nichts am Hut. Für mich ist einfach klar, dass ich keinen Beitrag dazu leisten will, das Tierelend und die Verachtung der Kreatur als fühlendes Wesen zu unterstützen. Es wäre ja auch wenig sinnvoll, sich für den Respekt vor der Natur und den Tieren einzusetzen und gleichzeitig Massentierhaltung, unwürdige Tiertransporte und skandalöse Schlachtmethoden zu unterstützen, indem man das eigene Verhalten aus mangelnder Disziplin und Bequemlichkeit nicht anpasst. Da ich tagtäglich mit geschundenen Kreaturen - bis hin zu Schweinen - arbeite, ist das vegane Leben für mich eine Frage der Logik und nicht der Ideologie. Dabei ist mir sehr wohl bewusst, dass der Mensch nicht als Veganer konstruiert ist, aber der Mensch hat es geschafft, sich das Fleisch als Nahrungsmittel selbst zu entziehen, indem er den Tieren die Würde genommen hat und sie als seelenlosen "Rohstoff" behandelt, den man wie Müll behandeln kann.

Meinem Körper tut das vegane Leben gut, denn ich vermeide - so gut es geht - jegliche Chemie und eben auch die ganzen Antibiotika im Fleisch und im Fisch, die der Mensch ja munter in den Speisen zu sich nimmt und sich dann über Resistenzen wundert. Meine Blutwerte sind auch nach Jahrzehnten immer noch top, wie ich letztens wieder gesehen habe - zugegebenermaßen war ich freudig erstaunt, dass meine Ernährungsweise so gut funktioniert.

Was die Seele angeht, so ist das für viele Menschen irgendwas, von dem man zwar weiß, dass es vorhanden ist, aber es fehlt der Kontakt, das Erkennen, wie die Seele zu unserem Leben gehört und was sie uns sagen kann. Eine leidende Seele aber drückt sich ebenfalls über den Körper aus und somit haben wir mit unserem Körper den Gradmesser unseres ganzheitlichen Wohlbefindens schlechthin. Er ist der Faktor, der alles zusammenhält, er ist auch der Faktor, der sich irgendwann wieder auflöst, während Seele und Geist in andere Welten entschweben.

Nun, ich wusste das alles schon immer, doch ich hatte es ein wenig in den Hintergrund gedrängt, hab mich übernommen und jetzt ... muss ich zusehen, dass ich wieder zu einem harmonischen Ganzen finde.

Auf dem Bild seht ihr unsere Alpha-Hündin Rosa, die mich buchstäblich auf Schritt und Tritt begleitet. Wenn sie besonders anhänglich ist, dann weiß ich, dass mit mir etwas nicht stimmt. Sie spürt bei Hund und Mensch gleichermaßen, wenn sie krank sind. Dies ist eine Fähigkeit, die eigentlich alle Hunde haben, sofern man ihnen ihre natürlichen Instinkte nicht abgewöhnt ....

Montag, 24. Oktober 2016

Heile Welt vs. Realität???

Dieses Thema fiel mir schon vor längerer Zeit auf die Füße, als die 2. Auflage meines Buches "Retro 2032 - Sie vergaßen das Gestern" auf den Markt kam. Ich bekam nicht wenige Zuschriften, die mein Buch zwar toll fanden und auch spannend, aber "viel zu realistisch und zu zeitnah". Vor allem jüngere Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren meinten, sie wollten sich mit diesen hochaktuellen Themen lieber nicht beschäftigen, da sie ihnen Angst machen und man ja sowieso nix ändern könne, da die Politik eh macht, was sie will.

Zuerst war ich geschockt, musste unwillkürlich den Kopf schütteln und verstand diese Haltung nicht. Das änderte sich jedoch beim 2. Hinsehen.
Als ich das Buch 2012 schrieb, waren viele Ereignisse zwar vorhersehbar, aber noch nicht eingetreten. Die Leute lasen das Buch also als eine prickelnde Fiction, knapp an SiFi vorbei. Die 2. Auflage erschien dann 2015 und siehe da, es war kein SiFi mehr, sondern in Teilen bereits Realität, was ich so bald auch nicht erwartet hatte. Genau diese Realität, in der wir ja mittlerweile leben müssen, führt offenbar dazu, dass sich nicht wenige Menschen eher zurückziehen, die Augen verschließen und sich ihre eigene, kleine heile Welt basteln, in der sie leben wollen.

Ja, mir ist schon klar, dass es auch ganz viele Menschen aller Altersklassen gibt, die anders denken und das macht auch Mut. Außerdem sehe ich auch nicht unbedingt einen Widerspruch darin, sich seine eigene, kleine heile Welt zu bauen, in der man nach seinen ganz persönlichen ethischen Regeln lebt, ohne dabei den Blick auf die Realität zu verschließen bzw. sich ganz von ihr abzuwenden. Ich habe für mich Wege gefunden, beides miteinander zu verbinden, doch es war ein Lernprozess. In dem was wir/ich hier tun, können wir ja den Blick vor der Realität gar nicht verschließen, denn wir werden mit Grausamkeiten konfrontiert, die teilweise unvorstellbar sind. Das hat auch zur Folge, dass wir häufiger, als uns lieb ist, mit dem Tod umgehen müssen, eine Erscheinungsform der Realität, der letztlich niemand entkommen kann.

Mein Ziel war es schon immer "ein Zeichen zu setzen", um es mal modern auszudrücken. Dieses Zeichen galt vor allem unseren Schützlingen, denen ich eine heile Welt anbieten möchte, in der sie sich von den Traumata der Realität erholen und friedlich leben können. Natürlich gilt dieses sprichwörtliche Zeichen auch den Menschen, die das Leid verursachen und damit meine ich nicht nur Tierquäler, Sadisten oder unachtsame Autofahrer, die angefahrene Tiere einfach liegenlassen. Gemeint sind auch Menschen, die aus dem Leid Anderer (egal ob Mensch oder Tier) ihren persönlichen Profit ziehen und dabei in Kauf nehmen, dass sie das Leid vergrößern, statt es zu lindern.

Mit einem Wort: ich bin tagtäglich mit dem Spannungsfeld aus "Heiler Welt vs. Realität" befasst. Wir/ich haben uns hier eine heile Welt geschaffen, eine Welt mit ganz eigenen Regeln, vor allem mit einer Struktur im Zusammenleben von Mensch und Tier, die von sog. Fachleuten als unmöglich angesehen wurde. Ich habe stets an genau das geglaubt und es letztlich auch umsetzen können. Auf dem Bauernhof, also unserer Quinta, mit dem weitläufigen wilden "Tal der Raben", entstand eine kleine heile Welt, in der ein friedliches Miteinander möglich ist, in der die Natur den Respekt erfährt, den sie verdient und in der wir beiden Menschen selbst zu einem Teil der Natur geworden sind.

Was wird aus Menschen, die so leben???
Nun, ich bin nicht der vollbärtige, ungewaschene und wortkarge Einsiedler, der abends am Kamin seine Pfeife raucht und selbstgebrannten Fusel trinkt, während er tiefsinnig in die Flammen starrt. Meine Frau Karin ist auch nicht die schmuddelige Einsiedlerin im langen Kleid, dem selbstgestrickten Pulli und den schlampig zusammengebundenen Haaren, die ihren Hippiejahren in den 70ern nachtrauert.
Im Gegenteil sind wir weltoffene Menschen, die sich keineswegs angewidert wegdrehen, wenn die Politik mal wieder völlig daneben ist und Dinge tut, die der normal denkende Mensch kaum nachvollziehen kann. Wir sind gut informiert und engagiert, wir haben klare Standpunkte, beschäftigen uns mit den aktuellen Themen, belassen es aber nicht beim Meckern am Stammtisch, sondern versuchen, etwas zu verändern, wenn auch im Kleinen, denn zwei relativ alte Menschen können sicher nicht die Welt aus den Angeln heben.

Unsere Arbeit ist kräfteraubend, körperlich sicherlich auch, aber vor allem die Psyche leidet doch sehr, angesichts des Leids, mit dem wir konfrontiert werden. Sieht man dann Leid im Fernsehen, so trifft es einem umso tiefer, denn man kennt das, was Helfer in der 3. Welt berichten, die sich um hungernde, kranke Menschen/Kinder kümmern. Menschliche Armut und Leid erleben wir auch hier  am laufenden Band, nur leider interessiert es niemanden und es wird kaum darüber berichtet. Selbst die Berichte über die Armut in Griechenland sind ja von Brexit, Türkei, IS & Co verdrängt worden. Wir kennen erst recht die Gefühle der Menschen, die z.B. in Afrika gegen das Abschlachten von Nashörnern und Elefanten kämpfen und immer wieder mit verstümmelten und geschundenen Kadavern konfrontiert werden. Aktuell wird wieder gegen das Abschlachten von Walen gekämpft, doch ausgerechnet das politisch korrekte und umweltbewusste Norwegen stellt sich mit aller Kraft gegen dieses sinnlose und grausame Töten.
All das und noch Vieles mehr prägt die Realität um uns herum, die wir nicht ignorieren sollten, denn wir können sie nur verändern, wenn wir informiert sind, die Fakten kennen und nicht einfach irgendwelchen Sprücheklopfern hinterher rennen. Letztlich liegt es doch an uns, die Welt so zu gestalten, wie wir in ihr leben wollen. Wir müssen eben nur informiert sein, um wirklich den eigenen Standpunkt definieren zu können. Bisweilen kommt es mir so vor, als seien Medien und Internet kontraproduktiv zur Informationsvielfalt, denn Versimplifizierungen, populistische Reduzierungen komplexer Zusammenhänge nehmen zu, obwohl es ein Leichtes geworden ist, sich umfassend zu informieren. Damit wären wir wieder bei dem, was ich zu Beginn dieses Posts geschildert habe.

Genau deswegen ist es so wichtig, dass jeder sich seine eigene kleine heile Welt schafft, die ihm Kraft gibt, die ihm eine Rückzugsmöglichkeit schenkt und die er ganz nach seinen Vorstellungen gestalten kann. Hier können wir uns selbst am besten definieren, herausfinden, was wir wirklich für unsere Welt wollen. Erst dann können wir den Kopf wenden und der Realität ins Auge sehen, um sie umzugestalten. Meine heile Welt besteht aus 2 Elementen:
1. meine Familie, bestehend aus den klassischen Komponenten Frau, Kind, Hund, Enkelchen und Schwiegersohn
2. mein Zuhause bestehend aus reichlich Natur, einem wild lebenden Hundeclan mit 4 Rudeln, nebst anderen Tieren, die aus Notsituationen zu uns gekommen sind und vielen Gumminasen, die tagtäglich unserer Unterstützung und Pflege bedürfen, weil sie alt und krank sind.

Naja und das Schreiben ist eben meine zweite Berufung, ebenso wie die meiner Frau Karin. Wir wollen das, was wir erleben, denken und fühlen, mit der Welt teilen und auch über das Wort dazu beitragen, dass sich die Dinge ändern. Mag sein, dass an einem fernen Tag die heile Welt und die Realität keine Gegensätze mehr sind. Daran zu glauben, sollte man nie aufgeben.

P.S. Die Fotos zeigen einen Teil unseres Hundeclans am Abend, wenn es aus dem Tal zur Fütterung geht, die übrigens auch bei 90 Tieren stets friedlich abläuft.




















Sonntag, 16. Oktober 2016

Träumen sollte man folgen

Nein, ich meine jetzt nicht die Träume, die einen nachts begleiten, wobei das sicherlich ein interessantes Thema ist, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Mir geht es in diesem Beitrag um die Träume, die man für sein Leben, seine Zukunft und seine Leidenschaften entwickelt. Modern nennt man sowas wohl "Lebensentwurf", was mir allerdings schon wieder zu verkopft gilt, denn man kann sein Leben nicht am Reißbrett entwerfen, sofern man lebendig bleiben will.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man seinen Lebenstraum immer im Focus behalten sollte, egal was einem die Mitmenschen, Eltern oder Freunde auch dazu sagen. In einer Angstgesellschaft, in der wir zweifellos leben, werden Träume gerne als Gefahr angesehen, weil sie unrealistisch erscheinen und womöglich Gefahren bergen. Man könnte ja scheitern, der soziale Abstieg droht, das finanzielle Desaster ... usw. Deswegen ziehen es viele Menschen vor, die Träume der Jugend und des frühen Erwachsenenalters aufzugeben und sich lieber der "Vernunft" und dem "Soliden" hinzugeben. Logisch dass dann, in den späteren Jahren, Frust und Unzufriedenheit folgen, die bisweilen auch in wirklich unvernünftigen Reaktionen ihren Niederschlag finden. Fruist und Unzufriedenheit prägen daher auch unsere Gesellschaft, die Gesellschaft des Neids, des sich gegenseitig Niedermachens und der Abwerstens Anderer.

Mein Weg war das nicht. Ich hatte schon als Kind und Jugendlicher den Traum, in der Natur zu leben, war von der Pflanzen- und Tierwelt fasziniert und hasste Großstädte. Die Bücher von Jack London - "Ruf der Wildnis" oder "Wolfsblut" haben mich fasziniert. Ich habe die Bilder immer in meinem Kopf und meinem Herzen bewahrt und sie gepflegt, auch wenn mein Leben zuerst einmal einen ganz anderen Weg einschlug. Ich war Realist genug, um zu wissen, dass man nicht einfach nach Canada auswandern kann, eine Blockhütte bauen und dann Bären und Wölfe jagen. Derartiges scheitert bei mir schon daran, dass ich niemals ein Tier töten könnte. Naja und von einem veganen Biohof in der canadischen Wildnis hat man eher selten gehört. Es ist auch nicht entscheidend, ob man nun ganz genau dem nacheifert, was man mal gelesen oder im Film gesehen hat. Für mich war immer das Gefühl wichtig, das sich tief in mir an die Bilder knüpfte, denn letztlich sollte das Gefühl, die Leidenschaft und die Liebe zu etwas regieren und nicht Bilder aus Hollywood, die einem etwas sugerieren. Genau dieses Gefühl habe ich mein Leben lang im Herzen bewahrt, ohne zu wissen, wie es mich zu einer realen Umsetzung führen würde. Es war auch nicht wichtig, denn als fühlendes Wesen, sollte man sich weder von vorgefertigten Bildern Anderer leiten lassen, noch von den Meinungen der Mitmenschen. Bilder oder Szenarien aus Filmen sind letztlich doch der Ausdruck dessen, was ein anderer Mensch fühlt. Es mag sein, dass sich das in Teilen, ggf. auch in weiten Teilen, mit meinen eigenen Gefühlen deckt, letztlich aber kann es nie eine 100%ige Deckungsgleichheit geben. Wir sind allesamt Individuen, was leider gerne vergessen wird. Der Mensch ist kein "Massenphänomen" und kann/sollte auch nicht gleichgeschaltet werden, auch wenn es der aktuelle, politische und soziale Trend ist. Gefühle sind nur rudimentär in Worte zu fassen, vor allem aber sind sie absolut individuell und einzigartig bei jedem Menschen anders. Wenn 100 Naturliebhaber ein tolles Naturfoto gezeigt bekommen, verknüpfen sie dennoch 100 verschiedene Gefühle damit, abhängig von Erziehung, Erfahrungshorizont, Vorlieben und Wahrnehmungsfocus. Klar, am Ende werden sie alle sagen: "super, soooo schön, da möchte ich jetzt auch sein", aber das beschreibt nur ansatzweise ihre wahren Gefühle, die sich nun mal nicht in Worte fassen lassen.

Als der Tag kam, an dem sich mein Leben radikal verändern sollte und ich meinen Traum ausleben durfte, leiteten mich keine Bilder aus Jack Londons Romanen, sondern Gefühle. Ok, ich stand in der Wildnis mit meinem Geländemotorrad, irgendwo im Hinterland der Algarve, während eines Urlaubs. Dann aber sah ich etwas, in einem locker bewaldeten Tal und meine Gefühle brachen durch, verbanden sich mit dem realen Bild vor meinen Augen und ich wusste, dass ich angekommen war. Ich sah mein heutiges Zuhause, diesen uralten Bauernhof, sah ein wildromatisches Tal, zirkelte mein Motorrad über einen schmalen Bergpfad zu dem, in meinen Augen wunderschönen Haus und hatte das Ziel meines Traumes erreicht. Ich spürte, dass dies nicht nur mein Zuhause werden würde, sondern auch das Ziel all meiner Träume war: altes, historisches Gemäuer, eingebettet in eine ziemlich unberührte und wilde Natur.

Man sollte seine Träume bewahren, wie einen Schatz und sie solange mit sich herumtragen, bis das Schicksal eine Tür aufstößt und einem den Weg weist, sie zu erfüllen. Träume zu leben bedeutet für mich, zu fühlen wo der eigene Platz auf dieser Welt ist. Ich bin davon überzeugt, dass wirklich jeder seinen individuellen Platz finden kann, solange er tief im Herzen den Schatz seiner Träume schützt und ihn niemals vergisst. Letztlich machte es für mich keinen Unterschied ob Blockhütte in Canada oder historischer Bauernhof an der Algarve, denn mein Herz sagte mir, wo ich richtig war und genau da lebe ich bis heute.

Es war dann die logische Konsequenz, dass sich reichlich Tiere in mein Leben gesellten, die des Schutzes bedurften. Diese Welt besser zu machen, gehörte auch zu meinen Träumen und die dazu notwendige Opferbereitschaft ist wohl Teil meines Charakters.
Ok, dass genau dieser Teil auch zum Alptraum werden kann, gehört wohl dazu. Jedes Leben muss zwangsläufig aus zwei Seiten bestehen, denn unsere ganze Welt ist nun mal dual angelegt. Für mich war es der Alptraum, mehr Leid zu sehen, als ich mir bis dato vorstellen konnte. Erweitert wurde der Alptraum dann noch durch einen Blick in die Abgründe menschlichen Handelns. Ich muss zugeben, dass mich genau das sehr verändert hat. Auch wenn man weiß, dass nicht alle Menschen Engel sind, so ist man doch schockiert zu erleben, dass vor allem der "Normalo", Schatten in sich trägt und auch auslebt, die man für undenkbar gehalten hätte. Es ist eben ein Unterschied, ob man bestimmte Dinge im Fernsehen sieht oder selbst live erlebt. Mein Menschenbild hat sich gewandelt, obwohl ich noch immer an das Gute glaube, habe ich jede Naiviät abgelegt und auch mein Vertrauen in Menschen ist massiv geschwunden. Früher habe ich nie verstanden, wie jemand im KZ tagsüber hunderte Menchen misshandeln und töten konnte, um dann abends zuhause mit Frau, Kindern und Schäferhund gemütlich beim Abendessen sitzen und später den Kleinen eine Gutenachtgeschichte vorlesen konnte. Mittlerweile habe ich begonnen, diese Mechanismen zu begreifen, ohne sie wirklich zu verstehen, aber das will ich auch gar nicht.

Träume zu leben bedeutet bei Weitem nicht, das permanente, dauerhafte Glücklichsein, eher im Gegenteil. Es bedeutet in meinen Augen aber, dass man seinen tiefen inneren Gefühlen zum Durchbruch verhilft und authentisch lebt, fern von künstlicher, aufgesetzter Angepasstheit und Verlogenheit. Meine Träume zu leben, bedeutet für mich, mich einer grausamen Realität zu stellen, nicht wegzusehen und meine Pflicht gegenüber meinen Schützlingen zu erfüllen, egal wir hart das auch sein mag.



Donnerstag, 13. Oktober 2016

Zukunftsfragen

Wie Viele von Euch wissen, ist mein Alltag sehr vielschichtig, vor allem aber ist er von grundlegenden Fragen des Lebens geprägt, denen ich nicht ausweichen kann und auch nicht will. In zahlreichen Beiträgen auf diesem Blog habe ich mich ja bereits mit einigen Grundwerten des Lebens beschäftigt und meine Sicht der Dinge beschrieben. Es waren vor allem Themen, die meinen Alltag prägen und mit denen ich mich fast tagtäglich auseinandersetzen muss.

Nun könnte man daraus schließen, dass ich letztlich nur um Themen kreise, die mich hautnah betreffen und mich immer wieder herausfordern, während mich alles Andere wenig berührt. Das Gegenteil ist der Fall. Als Vater und Großvater mache ich mir sehr viele Gedanken über die Zukunft der nächsten 50 bis 70 Jahre und darüberhinaus. Ok, ich werde keine 50 Jahre mehr leben, aber meine Tochter und mein Enkelchen, das letztens seinen 5. Geburtstag feierte, ganz sicher. In was für eine Welt wird die kleine Shantala hineinwachsen?

Mag sein, dass eine derartige Fragestellung für deutsche Bürger nicht so wirklich aufrüttelnd ist, weil sie in einer recht stabilen, konsumorientierten und sicheren Umgebung leben. Lebt man jedoch in einem sehr armen Land wie Portugal, wo man Armut als echte Armut kennenlernt, sieht man Vieles anders. Ich denke auch, dass die wirtschaftliche Gesundheit und Stabilität Deutschlands auf sehr wackeligen Beinen steht, auch wenn es nicht danach aussieht. Momentan mag noch alles im grünen Bereich sein, aber Deutschland ist auch genau deswegen erpressbar und angreifbar, wie man bereits sehen kann. Alles basiert auf einem ständig wachsenden Export, weswegen Deutschland in der EU auch auch Dinge wie CETA und TTIP vorantreibt. Dass dabei Demokratie, Verbraucher- und Umweltschutz auf der Strecke bleiben, interessiert erstaunlicherweise nicht einmal einen SPD Minister, selbst dann nicht, wenn die Gewerkschaften Sturm laufen. Solch eine Politik macht mir Angst, denn sie zeigt einmal mehr, dass es nicht um Ideale geht und um das Wohl der Menschen, sondern um reine Machtpolitik. Dass unser Verfassungsgericht schon lange keine übergeordnete Instanz mehr ist, hat es heute bewiesen, als CETA erst einmal durchgewunken wurde, nicht etwa weil es verfassungskonform ist, sondern mit der Begründuing, dass "außenpolitischer Schaden" abgewendet werden muss. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass eine Regierung einfach nur Fakten schaffen muss und das Verfassungsgericht nickt es ab. Ähnliches haben wir bereits im Umfeld der Eurokrise erlebt.

Politiker ohne ethisches Verantwortungsgefühl, die einfach nach den aktuellen Strömungen schielen und das tun, was gerade opportun erscheint, sind der Untergang unserer Demorkatie und damit unserer Kultur. Die EU wie auch die NATO verstehen sich als sog. "Wertegemeinschaft", was sie immer wieder betonen. Wo sich das zeigt, ist jedoch nicht zu erkennen, denn jedes Land verfolgt andere Werte, und letztlich werden die angeblichen Werte auf dem Altar der Machtpolitik geopfert. Es ist genau das Szenario, das die Welt schon einmal in einen massiven Krieg und Europa in eine fast totale Zerstörung geführt hat.

Vor diesem Hintergrund sehe ich dann in seriösen Reportagen, wie der Hunger Babys und Kleinkinder nicht nur quält, sondern tötet. Ich sehe Kinder und alte Leute, denen Arme und Beine fehlen, während sie in Flüchtlingslagern vor sich hin vegetieren und kaum Hilfe bekommen. Ich sehe afrikanische Flüchtlinge, die vor allem flüchten, weil die EU mit ihrer aggressiven Exportpolitik bis heute den Menschen in Afrika die Lebensgrundlage raubt. Natürlich kann der afrikanische Bauer mit den Dumpingpreisen für Nahrungsmitteln aus der EU nicht mithalten und sucht nach einem besseren Leben. Was den Fischfang angeht, sieht es nicht besser aus. Wenn dann unser Kanzlerin in Afrika herumreis und salbungsvolle Reden über die Bekämpfung von Fluchtursachen hält, muss man sich fragen, ob sie es nicht besser weiß, es nicht besser wissen will oder gegen besseres Wissen redet und handelt.

Wann immer ich abgemagerte, halbtote oder verstümmelte Kinder sehe, die man uns gerne präsentiert, um Spenden zu generieren, frage ich mich, warum vor allem das reiche Deutschland genau diesen Menschen nicht wirklich hilft. Was spricht dagegen, sie in ein Flugzeug zu setzen und zu uns zu holen, um ihnen eine Perspektive zu schenken. Stattdessen lässt man sie, wo sie sind. Es sind die wirklich armen Menschen, denen nicht geholfen wird, denn es sind auch die Menschen, die sich die enormen Kosten einer Flucht gar nicht leisten können. Wo also bleibt unsere Wertegemeinschaft und wo unsere "humane" Kanzlerin?

Dass der aktuelle Aufstieg eines völkermordenden Diktators im Osten der NATO einfach so hingenommen wird, egal ob Wertegemeinschaft oder nicht, will ich gar nicht erst vertiefen, erinnert es mich doch fatal an die 1930er Jahre und ihre Folgen. Auch da hat die Welt vor einem Dikator gekuscht ... bis es zu spät war.

Welche Folgen diese Politik sehr konkret für mein Enkelchen haben wird, kann ich mir ohne viel Phantasie leicht vorstellen und genau das macht mir Angst, Angst für sie und ihre Kinder. Ich selbst wuchs in einer stabilen Welt auf. Die 1950er waren vom Wiederaufbau geprägt, der kalte Krieg garantierte durch das Gleichgewicht der Kräfte eine relative Stabilität, die Globalisierung war noch nicht erfunden, ebensowenig wie die Maßlosigkeit multinationaler Konzerne. Ok, es gab auch keine politcal correctness und die unverheiratete Frau wurde als Fräulein begrüßt. Heute sind wir genderneutral mit Unisextoiletten, lassen aber die Menschen bzw. Kinder in Afrika kaltlächelnd verhungern. Nein, ich glorifiziere jetzt nicht die "Guten alten Zeiten", aber ich frage mich schon, welche Prioritäten wir eigentlich setzen. Die Prioritäten, die wir heute setzen, prägen die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Da die Demokratie ja de facto abgeschafft ist und wir lediglich alle paar Jahre mal an die Urne laufen dürfen, haben wir da scheinbar wenig Gestaltungsmöglichkeiten ... oder etwa doch?

Ja, ich denke, wir haben noch immer alle Möglichkeiten und diese sollten wir in unserem Alltag nutzen. Wenn jeder Einzelne von uns, ein wenig von seiner Komfortzone aufgibt, auch mal den Mund aufmacht und sich mit den Dingen intensiver beschäftigt, kann er etwas verändern. Es sind Veränderungen im Kleinen, aber viele kleine Veränderungen ergeben letztlich die große Veränderung. Beginnen kann wirklich jeder in seinem Verbraucherverhalten, denn dieses ewige billig, billig, billig und Geiz ist geil Denken ist eine der wesentlichen Ursachen für Armut und wirkliches Leid in anderen Ländern. Letztlich basiert doch unser Luxus auf der Armut anderer. Früher waren es die Unternehmen, die ihrer Arbeiter ausgebeutet haben, heute sind es wir alle, die Verbraucher, die die Menschen der 3. Welt ausbeuten, weil wir vor lauter Preisvergleichen und herausquetschen des maximalen Rabattes vergessen, wer am Ende die Zeche bezahlt. Es nicht zu wissen, kann keiner Behaupten, denn es gibt genügend seriöse Reportagen zu diesen Themen, die aber kaum interessieren, während "Bauer sucht Frau", immer neue Quotenrekorde bricht ...

Ich bin mir sicher, dass Armut, globale Instabilität und Kriege die Welt in den kommenden 50 bis 100 Jahren prägen werden. Die Schuld dafür sollten wir in unserer eigenen Gier suchen, denn die Politik ist nur der Handlanger dessen, was wir im Alltag leben, fernab von jeglicher Ethik, wahrscheinlich auch fernab von jeglichem Hinterfragen und Nachdenken.

Die kleine Shantala wird die Folgen unseres Denkens und Handelns zu tragen haben und das finde ich unfair und tragisch. Warum also ändern wir es nicht, jeder in seinem Lebensumfeld und an dem Platz an den das Leben ihn gestellt hat.

Samstag, 8. Oktober 2016

Der Ökofreak???

Dass mein letztes Posting in diesem Blog über die 1%ige Chance Fragen über meine Person aufwerfen würde, hätte ich nicht gedacht. Ok, ich betreibe diesen Blog ja noch nicht sooo lange und bin auch noch keine halbe Ewigkeit auf Google+, sodass offenbar Fragen aufkommen können. Meine Fans auf Facebook kennen mich schon länger, aber gerade in letzter Zeit sind auch da viele neue Fans hinzugekommen und so will ich heute und evtl. in einigen weiteren Postings ein wenig über mich erzählen.

Die Frage, ob ich ein Ökofreak sei, wurde mir genauso direkt gestellt. Nun ist sie leider nicht mit einem simplen Ja oder Nein zu beantworten, weil es keine allgemeingültige Definition eines "Oköfreaks" gibt, jedenfalls war auf Wikipedia nichts dazu zu finden ... aber der Duden äußert sich und meint - Zitat: "jemand, der sich engagiert mit Umweltfragen auseinandersetzt und besonders umweltbewusst lebt"
Was den Begriff Freak angeht, klaffen die Definitionen weit auseinander. Am besten gefällt mir noch die Beschreibung: "eine Person, deren Lebensweise von dem als normal empfundenen abweicht".
Das stellt sich natürlich gleich die Frage, was wer wie und wo als normal empfindet und was nicht. Nach meiner Erfahrung lässt sich das nicht wirklich einheitlich definieren. Innerhalb Europas und selbst innerhalb Deutschlands gehen die Definitionen des "Normalen" ja schon weit auseinander. Ich stütze mich also besser auf meine ganz persönliche, subjektive Wahrnehmung des Begriffs und arbeite ihn bezogen auf meine Person ab.

Ganz sicher passe ich nicht in das Klischee des typischen "Aktivisten" mit ökologisch korrekter Kleidung, der mit verbissenem Blick morgens schon im Empörungsmodus aus dem Bett steigt und als Robin Hood gegen die Bösen dieser Welt kämpft. Die Zeiten, in denen man mit Schwert, Pfeil und Bogen etwas verändern konnte sind ohnehin vorüber - ich gebe zu, dass ich das bisweilen bedauere. Mein Weg ist eher, wenn auch nur im Kleinen, konkret etwas anzupacken und das ohne der Illusion zu verfallen, ich hätte jetzt die Welt oder ein Stück von ihr gerettet.

Wie sieht mein Leben aus???

Also ich stehe, eher müde und bestenfalls über den Wecker empört, morgens auf und bitte meine zahlreichen Mitbewohner im Haus und um das Haus herum, mich nicht gleich mit lauten Freudengeheul und Bellen zu begrüßen. Krach am Morgen ist der Supergau für mich, aber Teil meines Alltags. Ich bzw. wir - also meine liebe Frau Karin und ich - leben inmitten eines großen Hunderudels von aktuell knapp 50 fidelen Vierbeinern - wobei manche leider nur 3 Beine ihr Eigen nennen, was ihrer Lebenslust aber keinen Abbruch tut. Hinzu kommen noch Pferde und Schweine, sowie andere Kleintiere, deren Schicksal sie allesamt, als letzte Rettung vor dem Tod, zu uns geführt hat.
Es folgt die Erfüllung eines strammen Ablaufplans, der unser Leben an 7 Tagen in der Woche bestimmt. Anders gesagt: unsere Tiere können nicht lesen, wissen nicht was ein Kalender ist und Feiertage bzw. Wochenenden sind ihnen fremd. Sie brauchen verlässliche Betreuung und Pflege, vor allem, wenn sie älter werden und bei uns werden Tiere immer sehr sehr alt, bevor sie den Weg alles Irdischen gehen. Betreuung bedeutet allerdings nicht nur füttern, streicheln und betütern, sondern vor allem medizinisch versorgen bzw. Pflege- und Behandlungspläne erstellen. Genau das ist eine meiner Kerntätigkeiten. In Zusammenarbeit mit unseren Ärzten kümmere ich mich um die Planung passender Therapien und die Kontrolle der Fortschritte. In den letzten 20 Jahren habe ich mich, zugegebenermaßen unfreiwillig, in die wesentlichen medizinischen Grundlagen der Tiermedizin eingearbeitet, sehr viel gelernt, Erfahrungen gesammelt und meinen eigenen Weg zu einer ganzheitlichen Medizin gefunden. Hilfreich war sicherlich auch, dass ich Anfang der 1990er eine Heilpraktikerschule besucht habe, was bis heute der Grundstein meiner Arbeit ist. Ich vertraue Tierärzten nur sehr bedingt, was weniger auf der allgemein praktizierten Ärztekritik basiert, als auf unzähligen negativen Erfahrungen, die ich machen musste. Glücklicherweise hat meine kritische, hinterfragende Haltung dazu geführt, dass wir heute mit einem Ärzteteam zusammenarbeiten, das nicht nur fachlich extrem kompetent ist, sondern auch ethisch genau das vertritt, was die Basis unseres Projektes ist. Sie sehen, wie auch wir, die Todesspritze in 99% aller Fälle als NoGo.
Kurzum befasse ich mich also intensiv mit allem, was es rundum Tiermedizin und Pharmakologie zu wissen gilt. Dabei ist das Internet natürlich extrem hilfreich, sofern man nicht in irgendwelche Foren gerät, wo keiner wirklich was weiß, aber alle schwätzen und sich gegenseitig attackieren.

Nun machen viele lebenslustige Tiere auch sehr viel kaputt, keine Ahnung wieso, aber die Halbwertzeit von Toren, Schläuchen, Wasserleitungen, Wasserhähnen, Holzhütten, Eimern, Näpfen etc. ist bei uns leider kürzer als die übliche Lebensdauer derartiger Gegenstände. Hinzu kommen natürlich die extremen Witterungsbedingungen, die allen Materialen, die außerhalb des Hauses eingesetzt werden, sehr zusetzen. Die Sonne laugt alles aus, die Luft ist sehr salzhaltig (bedingt durch die Nähe zum Atlantic), der Winter extrem feucht und warm, sodass Schimmel auch im Außenbereich ein Dauerthema ist. Also besteht ein wichtiger Teil meiner täglichen Arbeiten in handwerklichem Treiben. Es ist nur ein Glück, dass ich in meiner Jugend mal Maschinenschlosser gelernt habe. Unser Bauernhof ist weder an die öffentliche Wasserversorgung noch an eine Kanalisation angeschlossen. Somit hängt alles an einem selbst erstellten Tiefbrunnen, einer 200 Jahre alten Zisterne und einer Biokläranlage, die ich auch selbst gebaut habe. Das, was in Deutschland üblicherweise die Stadtwerke erledigen, muss ich hier selbst in die Hand nehmen. Wasserpumpen brauchen Wartung und müssen auch immer mal wieder ausgetauscht werden, die Kläranlage braucht intensive Pflege. Spezielle Bakterienkulturen gepaart mit diversen Wasserpflanzen unterschiedlicher Eigenschaften sorgen für ein entsprechendes Recycling des Wassers, das hier, insbesondere im heißen Sommer, sehr knapp wird. Was den Strom angeht ... wir haben zwar einen Stromversorger, aber Versorgung kann man das nicht nennen, wenn der Strom laufend ausfällt. Da unsere Pumpen ohne Strom kein Wasser liefern, haben wir Generatoren im Einsatz, die ebenfalls Pflege und Wartung fordern, wenn sie zuverlässig arbeiten sollen.

Dann gibt es da noch die 10 Ha Land, die wir tatsächlich ökologisch bewirtschaften - also doch Ökofreak. Im vorderen Teil finden sich zahlreiche Olivenbäume, diverse Obstbäume der typisch südlichen Fauna und ein Weinberg, der bereits vor über 100 Jahren angelegt wurde. Die diversen Bäume und andere Pflanzen müssen regelmäßig geschnitten und gepflegt werden.
Der hintere, größere Teil des Grundstücks ist in ein wildes Tal eingebettet, mit Schluchten und Wald. Hier genießen die Tiere eine unberührte Natur und wir sorgen dafür, dass auch Wildtiere hier ein Refugium beziehen können, wo ihnen keine wildgewordenen Jäger den Garaus machen. Ein Grenzzaun leistet dabei gute Dienste, aber der muss auch gewartet werden. In den letzten Jahren hat sich hier ein echtes Biotop gebildet, mit einer reichhaltigen Vogelwelt, seltenen Reptilien und, besonders wichtig, mit vielen Wildbienen. Klar, Chemie gibt es bei uns nicht, weder Pflanzenschutz noch chemischer Dünger, geschweige denn irgendwelche Gentechnik.

Um an die Definitionen zu Beginn dieses Postings anzuknüpfen: ich finde mein Leben normal und kann mir kaum ein anderes Leben mehr vorstellen, obwohl ich, wie die Leser von "Himmelswölfe" ja wissen, früher einmal ganz anders gelebt habe.

Im nächsten Posting berichte ich dann, was mich sonst noch so umtreibt und was ich nachts tue, wenn Andere schlafen. Auf dem Foto seht ihr mich beim Schneiden der Olivenbäume, die allesamt runde 150 Jahre alt sind und viel Pflege brauchen.