Ich würde von mir nicht unbedingt behaupten, dass ich konservativ oder gar altmodisch bin, trotz meines Alters. Dennoch finde ich, dass es im Leben bestimmte Werte gibt, die nie wirklich altmodisch werden oder sich "totlaufen". Die Treue ist einer dieser Werte. Ich finde die Werthaltigkeit dieses Wortes sehr facettenreich und sehe sie als einen der Grundpfeiler unseres sozialen Zusammenlebens. Hier drei Beispiele aus unzähligen:
Treue zu sich selbst
Das ist in meinen Augen eine entscheidende Grundlage für das gesamte Leben. Wer sich selbst nicht treu bleibt und sein Fähnchen in den Wind hängt, der mag damit sogar vordergründig Erfolg haben, er verliert aber sich selbst und seine Identität. Im Laufe des Lebens - vor allem in den ersten zwanzig Jahren, findet man sich selbst, indem man sein Wertesystem definiert. Ok, bisweilen kann das auch länger dauern, denn die Lebenserfahrungen tragen ebenfalls viel dazu bei. Zweifellos korrigiert man auch bisweilen bestimmte Haltungen, doch das, was man tief in sich spürt, kann und sollte man nicht korrigieren. Der Charakter des Menschen setzt sich aus Werten zusammen, den Werten, die er spürt und die ihm nicht von außen aufgedrückt wurden.
Erziehung von Kindern besteht natürlich auch aus der Vermittlung von Werten, doch ich habe als Vater festgestellt, dass es vor allem darum geht, in seinem Kind das zu wecken, was es bereits mit der Geburt in dieses Leben mitgebracht hat. Es ist nicht einfach zu erkennen, was die kleine Seele bewegt und das Kind dabei zu unterstützen, genau das in sich zu erspüren und zu leben, was ohnehin in ihm schwingt. Kinder zum Oportunismus zu erziehen und das dann mit dem Begriff "realistisch" zu ummanteln, halte ich für wenig zielführend.
Ich habe versucht, meine Aufgabe als alleinerziehender Vater entsprechend umzusetzen. Heute ist Sarah 32 Jahre alt und ich denke, es ist mir gelungen. Mehr noch als das, hat Sarah auch mich inspiriert, mich Dingen zuzuwenden und meine Prioritäten so zu verlagern, dass das entstehen konnte, was heute hier als Naturschutzprojekt entstanden ist. Letztlich ist mein Kind sich treu geblieben und sie hat dafür gesorgt, dass ich es auch tue.
Mein Wertesystem war schon von Kind auf klar definiert. Es war nicht einfach, mich gegen die Werte meiner Eltern durchzusetzen, deren Weltbild komplett kontrovers zu meinem stand. Letztlich kehrte ich mit 17 meinem Elternhaus den Rücken und baute mir ein eigenes Leben auf, ohne Hilfe, aber auch ohne Bevormundung. Klar ... dabei gingen mir alle Vorzüge verloren, die man als Unternehmerkind so haben könnte, aber es war es mir wert und ich brach den Kontakt komplett ab. Es war mir wichtiger, mir selbst treu zu bleiben, auch wenn ich damals nicht wirklich in Worte kleiden konnte, was das wirklich bedeutet. Enstcheidend war, was ich fühlte und was ich als richtig und als falsch empfand. Das zog sich dann auch als roter Faden bis heute durch mein Leben.
Treue zu einem gegebenen Wort
Das ist etwas, was scheinbar ziemlich aus der Mode gekommen zu sein scheint. Die Politiker leben es uns vor, sprechen aber von einer Wertegemeinschaft, die Europa zusammenhalten soll. Heute einen Standpunkt zu haben, der morgen schon wieder nicht gilt ... das kann´s meiner Meinung nach nicht sein.
Auch im privaten Bereich zählt häufig das gegebene Wort nichts mehr. Ich habe es sehr oft erlebt, dass jemand etwas versprochen hat und es letztlich nicht hielt. Im Falle unseres Projektes hatte das bisweilen fatale Folgen, weil wir uns auf ein gegebenes Wort verlassen haben, entsprechend planten und plötzlich löste sich alles in Luft auf, während wir im Regen standen.
Dennoch hat es weder meine Frau Karin, noch meine Tochter Sarah, noch mich davon abgebracht unseren Weg zu gehen, egal wie schwierig es auch gewesen sein mochte. Wir haben mit dem Projekt ebenfalls ein Wort gegeben und zwar der Natur und den Tieren und dieses halten wir auch, komme was da wolle.
Als besonders schwierig erwies sich dieser Kurs, wenn es darum ging, zu definieren was Tier- und Naturschutz wirklich bedeutet. Dass ich/wir dem "üblichen" Tierschutz sehr kritisch gegenüberstehen, hat sich ja mittlerweile herumgesprochen. Warum das so ist??? Nun es hat einerseits mit der Treue zu sich selbst und den eigenen Werten zu tun und zum Anderen mit dem gegebenen Wort. Jedes Lebewesen, dass bei uns Schutz sucht, bekommt ihn auch und damit ein Versprechen, dass wir für es sorgen werden, bis zu seinem natürlichen Gang über die Regenbogenbrücke. Wir schätzen das Leben als höchsten Wert ein, wie ich es bereits an anderer Stelle beschrieben habe. Das ist einer der Werte, dem wir die Treue halten und damit unseren Tieren Schutz, Geborgenheit, Liebe und Würde schenken können.
Mit so einer Einstellung macht man sich unter sog. "Tierschützern" nicht gerade beliebt, aber auch die Unterstützer/Spender/Paten, auf die auch wir angewiesen sind, werden häufig davon abgeschreckt. Natürlich ist es aus der Ferne oft schwer zu verstehen, was man fühlt und wie man tickt, wenn man mit so vielen Tieren in freier Natur wirklich zusammenlebt und alles mit ihnen teilt - also ich meine damit Freude und Leid, Angst und Mut, Trauer und Neugierde.
Es wäre auch für uns wesentlich bequemer auf den Zug aufzuspringen, dem Erlösungswahn mit der Todesspritze zu folgen, leidvolle Bilder zu posten und gutes Entertainment zu bieten. Die Spenden würden fließen und wir wären im Mainstream. Damit aber würden wir uns selbst untreu und würden das Wort brechen, dass wir allen Lebewesen hier gegeben haben.
Treue zum Partner
Das ist natürlich das naheliegenste Thema und es ist genau das Thema, das mir dann eben doch zeigt, dass ich irgendwie alt geworden bin. Ich stehe nach wie vor dazu, sehe im OneNightStand keinen Sinn und in WebSiten wie "Fremdgehen24" oder "Abenteuer18" wenig Werthaltiges. Nein, ich bin nicht prüde, auch nicht verschroben, eher im Gegenteil, aber ich sehe auch nicht, warum man nicht treu sein kann und gleichzeitig aufgeschlossen. Die Treue zum Partner basiert auf Vertrauen und dem gegebenen Wort, egal ob auf dem Standesamt oder bei einem romantischen Abendessen mit anschließender erster Liebesnacht.
Wenn ich meinem Partner treu bin, dann bin ich auch mir selbst und meinem Versprechen treu. Damit schließt sich der Kreis in meinen Augen. Ich sage damit nicht, dass Beziehungen nicht auch auseinander gehen können. Die Frage ist nur wie? Trennung wegen Untreue ist in meinen Augen inakzeptabel und verletztend. Es gibt ehrliche Wege, sich über den Status klarzuwerden und entsprechend fair zu agieren, ohne sich selbst und seine Werte zu verraten. Allerdings denke ich auch, dass es extrem wichtig ist, sich genau zu überlegen, was man verspricht und zu prüfen, ob man auch halten kann, was man da von sich gibt.
Was die Treue -auch zum Partner - angeht, so sieht es meine Tochter Sarah genauso wie ich. Das Erstaunliche allerdings ist, dass ich sie nie in diese Richtung bewusst erzogen habe. Sie hat ihren eigenen Weg gefunden, dem sie treu bleibt. Umso schöner für mich fühlt es sich an, dass er sich mit meinem Weg deckt.
Dienstag, 27. September 2016
Mittwoch, 21. September 2016
Ganzheitlichkeit
Gesundheit ist ein Thema, das mich nun schon seit fast 20 Jahren begleitet und komplett in meinem Focus steht. Bisher betraf es allerdings vor allem unsere Schützlinge. Ich muss mir tagtäglich darüber Gedanken machen, ob es allen gutgeht, sie gesund sind oder weiterhin spezielle Unterstützung benötigen. Wir betreuen in unserem Projekt ja fast nur Lebewesen, die in irgendeiner Form gesundheitlich beeinträchtigt - oder besser gesagt: schwer geschädigt - zu uns kamen und kommen.
Nun sehe ich das Thema Gesundheit nicht nur auf den Körper bezogen, sondern betrachte alle Lebewesen unter einem ganzheitlichen Aspekt. Ganzheitlichkeit war lange Zeit ein Modewort, wurde aber durch andere Modeworte dann wieder abgelöst, wie das eben halt so ist, wenn ein Trend den anderen ablöst. Ich habe hier gelernt, was Ganzheitlichkeit wirklich bedeutet und das nicht erst seit es ein Modewort geworden ist. Wenn ein Lebewesen schwer krank und/oder verletzt zu uns kommt, so ist zwar die medizinische Versorgung das Allererste, was erledigt sein muss, die wirkliche Genesung jedoch, kann der beste Arzt nicht bewirken, wenn die Psyche nicht ebenso intensiv betreut wird.
Ich habe die traurige Erfahrung gemacht, dass dieser Aspekt bei vielen Menschen, die mit kranken Tieren zu tun haben - und sei es nur der eigene Hund, Katze, Pferd, Meerschweinchen etc. - vor allem auf die Ärzte bauen und sich von ihnen dann das Wunder der Genesung erwarten. Dazu muss ich kritisch anmerken, dass Tierärzte oft heillos überfordert sind und die Anzahl der Fehldiagnosen bei weitem die der Humanmedizin übersteigt. Es mag an der Ausbildung liegen, denn ein Tierarzt durchläuft, den er muss sich mit wirklich allem auskennen, vom Hund über die Schlange, den Papagei bis hin zum Meerschweinchen. In der Humanmedizin gibt es wesentlich bessere Spezialisierungen, und der Arzt hat es immer nur mit einer einzigen Spezies zu tun. Wie kann also ein Tierarzt stets die richtigen Diagnosen treffen und die passende Behandlung verordnen? Natürlich gibt es auch in diesem Bereich Spezialisten, aber der normale Haustierarzt ist eben ein Allrounder und genau das ist das Problem.
Wichtiger jedoch als dieser Aspekt ist die Betrachtung der Psyche eines erkrankten Wesens. Jedes Lebewesen besitzt Selbstheilungskräfte, die letztlich stärker sind als alle Chemie in Medikamenten. Selbstheilungskräfte hat die Natur eingerichtet, damit ein Tier in der Wildnis - und da kommen ja alle Tiere her -, überhaupt wieder gesund werden kann, wenn es sich verletzt hat oder erkrankt ist. Diese Kräfte werden durch den Überlebenstrieb und damit durch die Perspektive auf die Rückkehr zum gewohnten Leben geweckt. So kann z.B. der Wolf sich ein verletztes, entzündetes Bein selbst amputieren (=abbeißen), um eine Blutvergiftung und damit seinen Tod zu verhindern. Welch psychsiche Kraft hinter so einer Fähigkeit stehen muss, kann man sich leicht vorstellen. Wir haben es also mit einer enormen Energie zu tun, die in jedem Tier schlummert. Somit ist es unsere Aufgabe als Beschützer der Kreaturen, die mit uns leben, neben der zweifellos wichtigen medizinischen Versorgung, vor allem diese Energien in unseren Tieren zu wecken.
Ein Vergleich anhand eines Beispiels
Man nehme zwei Hunde gleicher Rasse, gleichen Alters, gleichen Allgemeinzustandes, die an einer Krankheit, wie z.B. Leishmaniose (im Süden sehr häufig) leiden. Man behandele beide Hunde mit exakt denselben Medikamenten. Hund A hält man isoliert in einem Zwinger, Hund B lässt man frei mit Artgenossen weiter leben (zur Info: Leishmaniose ist nicht ansteckend). Hund A bekommt täglich Besuch und wird extrem bedauert und mit Sätzen wie "ach Du Armer, es wird schon wieder ...", während Hund B mit Worten aus dem Rudel gerufen wird: "Hey Du Springinsfeld, komm mal her ... Zeit die Medis zu nehmen".
Nun dürft Ihr mal raten, welcher Hund am Ende diese Krankheit überwinden kann, wobei man wissen muss, dass unter Medizinern die Leishmaniose als Todeurteil gilt und grundsätzlich Panik bei Besitzern auslöst, bis hin zur Todesspritze, falls der Hund irgendwelchen Tierschützern in die Finger gerät. (Ja, ich weiß, dass das recht bitter ausgedrückt ist, aber leider wahr, denn die Ausnahmen sind eher selten.)
Das hier ist nur ein Beispiel unter unzähligen anderen. Ob es nun um angeblich unheilbare Krankheiten geht oder um schwerste, angeblich inoperable Verletzungen, entscheidend für eine Genesung ist nach meiner langjährigen Erfahrung immer die Psyche. Daher nutzt es auch nichts, tränenüberströmt vor seinem kranken Tier zu sitzen und es zu bedauern, denn damit weckt man diese innere Selbstheilungskraft keinesfalls. Ok, mir war in all den Jahren oft genug zum Weinen zumute und ich hab es auch getan, aber niemals im Beisein des Patienten. Wenn wir unsere eigenen Ängste und die Trauer auf das Tier projizieren, lähmen wir es und verlagern unsere persönlichen Probleme auf den Patienten.
Man hat uns mit unserem Projekt nicht selten für verrückt gehalten, wenn wir sog. unheilbare Wesen bei uns aufgenommen und versorgt haben. Letztlich hatten wir so gut wie immer Erfolg. Misserfolge stellten sich ein, immer dann leider, wenn es einfach zu spät war und Andere bereits erfolglos an dem Tier herumgedoktort haben.
Man kann Unmögliches möglich machen, wenn man das anvertraute Wesen als Ganzheit aus Körper und Psyche sieht. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Lebensbedingungen und Perspektiven sind dabei ausschlaggebend, weswegen ich mich schon 1996 - zu Beginn des Projektes - dazu entschlossen habe, alle unsere Notfälle frei und artgerecht zu halten. Nein, damals hatte ich noch keine Ahnung von Tieren, ledigllich einen Hund namens Jule, der mit meiner Tochter Sarah und mir auf der Quinta lebte. Dennoch entsprang es meinem innersten Empfinden, dass man Tiere nur so und nicht anders halten und auch wieder "gesund machen" kann. Gesundheit ist die Integration von Körper, Geist und Seele zu einem harmonischen Ganzen. Gelingt das, so gewinnt man 90% aller Kämpfe gegen Siechtum und Tod.
Was mich persönlich angeht, so spüre ich das jeden Tag an mir selbst. Ich bin körperlich wahrlich nicht gesund, die Ärzte sind ratlos (obwohl ich zu Humanmedizinern gehe), doch ich muss zusehen, wie ich meiner Verantwortung für Frau, Kind und so viele Tiere gerecht werde. Meine Kopf weiß, warum ich das hier alles tue, mein Herz gibt mir die Kraft, auch in den kommenden 15 Jahren nicht nachzulassen, selbst wenn ich mir im gesetzten Alter von aktuell 63 kaum vorstellen kann, mit 75 immer noch zu tun, was ich tue, aber ok ... so ist es nun mal. Mein Überlebenstrieb manifestiert sich in meiner Berufung, die ich damals gespürt habe, intuitiv und gegen anfängliche Widerstände in mir selbst. Ich hab´s in meiner Biographie "Himmelswölfe" ausführlich geschildert. Diese Kraft treibt mich tagtäglich an, nicht nachzulassen, auch wenn ich morgens nicht selten glaube, den Tag unmöglich schaffen zu können ...
Auf dem Foto seht Ihr unseren Socke (eigentlich heißt er Socrates). Er hatte Leishmaniose in einem Stadium, in dem er dem Tod näher war, als dem Leben. Heute ist es 100%ig genesen, hat perfekte Blutwerte, braucht keinerlei Medikation mehr und wurde in diesem Jahr zehn Jahre alt. Er lebt im großen Clan, ist sogar Chef seines eigenen Rudels und hat täglich Spaß. Während seiner Krankheit lebte er nicht ander, also mit seinem Rudel zusammen und bekam seine Medikamente und Spritzen immer draußen, wo er lebte. Wir haben ihm nie das Gefühl gegeben, ein "armer, kranker Hund" zu sein, sondern er lebte sein ganz normales Leben, obwohl es ihm zeitweise nicht wirklich gut ging. Letztlich war das der Schlüssel zur Heilung. Socke ist ein Beispiel von vielen ...
Nun sehe ich das Thema Gesundheit nicht nur auf den Körper bezogen, sondern betrachte alle Lebewesen unter einem ganzheitlichen Aspekt. Ganzheitlichkeit war lange Zeit ein Modewort, wurde aber durch andere Modeworte dann wieder abgelöst, wie das eben halt so ist, wenn ein Trend den anderen ablöst. Ich habe hier gelernt, was Ganzheitlichkeit wirklich bedeutet und das nicht erst seit es ein Modewort geworden ist. Wenn ein Lebewesen schwer krank und/oder verletzt zu uns kommt, so ist zwar die medizinische Versorgung das Allererste, was erledigt sein muss, die wirkliche Genesung jedoch, kann der beste Arzt nicht bewirken, wenn die Psyche nicht ebenso intensiv betreut wird.
Ich habe die traurige Erfahrung gemacht, dass dieser Aspekt bei vielen Menschen, die mit kranken Tieren zu tun haben - und sei es nur der eigene Hund, Katze, Pferd, Meerschweinchen etc. - vor allem auf die Ärzte bauen und sich von ihnen dann das Wunder der Genesung erwarten. Dazu muss ich kritisch anmerken, dass Tierärzte oft heillos überfordert sind und die Anzahl der Fehldiagnosen bei weitem die der Humanmedizin übersteigt. Es mag an der Ausbildung liegen, denn ein Tierarzt durchläuft, den er muss sich mit wirklich allem auskennen, vom Hund über die Schlange, den Papagei bis hin zum Meerschweinchen. In der Humanmedizin gibt es wesentlich bessere Spezialisierungen, und der Arzt hat es immer nur mit einer einzigen Spezies zu tun. Wie kann also ein Tierarzt stets die richtigen Diagnosen treffen und die passende Behandlung verordnen? Natürlich gibt es auch in diesem Bereich Spezialisten, aber der normale Haustierarzt ist eben ein Allrounder und genau das ist das Problem.
Wichtiger jedoch als dieser Aspekt ist die Betrachtung der Psyche eines erkrankten Wesens. Jedes Lebewesen besitzt Selbstheilungskräfte, die letztlich stärker sind als alle Chemie in Medikamenten. Selbstheilungskräfte hat die Natur eingerichtet, damit ein Tier in der Wildnis - und da kommen ja alle Tiere her -, überhaupt wieder gesund werden kann, wenn es sich verletzt hat oder erkrankt ist. Diese Kräfte werden durch den Überlebenstrieb und damit durch die Perspektive auf die Rückkehr zum gewohnten Leben geweckt. So kann z.B. der Wolf sich ein verletztes, entzündetes Bein selbst amputieren (=abbeißen), um eine Blutvergiftung und damit seinen Tod zu verhindern. Welch psychsiche Kraft hinter so einer Fähigkeit stehen muss, kann man sich leicht vorstellen. Wir haben es also mit einer enormen Energie zu tun, die in jedem Tier schlummert. Somit ist es unsere Aufgabe als Beschützer der Kreaturen, die mit uns leben, neben der zweifellos wichtigen medizinischen Versorgung, vor allem diese Energien in unseren Tieren zu wecken.
Ein Vergleich anhand eines Beispiels
Man nehme zwei Hunde gleicher Rasse, gleichen Alters, gleichen Allgemeinzustandes, die an einer Krankheit, wie z.B. Leishmaniose (im Süden sehr häufig) leiden. Man behandele beide Hunde mit exakt denselben Medikamenten. Hund A hält man isoliert in einem Zwinger, Hund B lässt man frei mit Artgenossen weiter leben (zur Info: Leishmaniose ist nicht ansteckend). Hund A bekommt täglich Besuch und wird extrem bedauert und mit Sätzen wie "ach Du Armer, es wird schon wieder ...", während Hund B mit Worten aus dem Rudel gerufen wird: "Hey Du Springinsfeld, komm mal her ... Zeit die Medis zu nehmen".
Nun dürft Ihr mal raten, welcher Hund am Ende diese Krankheit überwinden kann, wobei man wissen muss, dass unter Medizinern die Leishmaniose als Todeurteil gilt und grundsätzlich Panik bei Besitzern auslöst, bis hin zur Todesspritze, falls der Hund irgendwelchen Tierschützern in die Finger gerät. (Ja, ich weiß, dass das recht bitter ausgedrückt ist, aber leider wahr, denn die Ausnahmen sind eher selten.)
Das hier ist nur ein Beispiel unter unzähligen anderen. Ob es nun um angeblich unheilbare Krankheiten geht oder um schwerste, angeblich inoperable Verletzungen, entscheidend für eine Genesung ist nach meiner langjährigen Erfahrung immer die Psyche. Daher nutzt es auch nichts, tränenüberströmt vor seinem kranken Tier zu sitzen und es zu bedauern, denn damit weckt man diese innere Selbstheilungskraft keinesfalls. Ok, mir war in all den Jahren oft genug zum Weinen zumute und ich hab es auch getan, aber niemals im Beisein des Patienten. Wenn wir unsere eigenen Ängste und die Trauer auf das Tier projizieren, lähmen wir es und verlagern unsere persönlichen Probleme auf den Patienten.
Man hat uns mit unserem Projekt nicht selten für verrückt gehalten, wenn wir sog. unheilbare Wesen bei uns aufgenommen und versorgt haben. Letztlich hatten wir so gut wie immer Erfolg. Misserfolge stellten sich ein, immer dann leider, wenn es einfach zu spät war und Andere bereits erfolglos an dem Tier herumgedoktort haben.
Man kann Unmögliches möglich machen, wenn man das anvertraute Wesen als Ganzheit aus Körper und Psyche sieht. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Lebensbedingungen und Perspektiven sind dabei ausschlaggebend, weswegen ich mich schon 1996 - zu Beginn des Projektes - dazu entschlossen habe, alle unsere Notfälle frei und artgerecht zu halten. Nein, damals hatte ich noch keine Ahnung von Tieren, ledigllich einen Hund namens Jule, der mit meiner Tochter Sarah und mir auf der Quinta lebte. Dennoch entsprang es meinem innersten Empfinden, dass man Tiere nur so und nicht anders halten und auch wieder "gesund machen" kann. Gesundheit ist die Integration von Körper, Geist und Seele zu einem harmonischen Ganzen. Gelingt das, so gewinnt man 90% aller Kämpfe gegen Siechtum und Tod.
Was mich persönlich angeht, so spüre ich das jeden Tag an mir selbst. Ich bin körperlich wahrlich nicht gesund, die Ärzte sind ratlos (obwohl ich zu Humanmedizinern gehe), doch ich muss zusehen, wie ich meiner Verantwortung für Frau, Kind und so viele Tiere gerecht werde. Meine Kopf weiß, warum ich das hier alles tue, mein Herz gibt mir die Kraft, auch in den kommenden 15 Jahren nicht nachzulassen, selbst wenn ich mir im gesetzten Alter von aktuell 63 kaum vorstellen kann, mit 75 immer noch zu tun, was ich tue, aber ok ... so ist es nun mal. Mein Überlebenstrieb manifestiert sich in meiner Berufung, die ich damals gespürt habe, intuitiv und gegen anfängliche Widerstände in mir selbst. Ich hab´s in meiner Biographie "Himmelswölfe" ausführlich geschildert. Diese Kraft treibt mich tagtäglich an, nicht nachzulassen, auch wenn ich morgens nicht selten glaube, den Tag unmöglich schaffen zu können ...
Auf dem Foto seht Ihr unseren Socke (eigentlich heißt er Socrates). Er hatte Leishmaniose in einem Stadium, in dem er dem Tod näher war, als dem Leben. Heute ist es 100%ig genesen, hat perfekte Blutwerte, braucht keinerlei Medikation mehr und wurde in diesem Jahr zehn Jahre alt. Er lebt im großen Clan, ist sogar Chef seines eigenen Rudels und hat täglich Spaß. Während seiner Krankheit lebte er nicht ander, also mit seinem Rudel zusammen und bekam seine Medikamente und Spritzen immer draußen, wo er lebte. Wir haben ihm nie das Gefühl gegeben, ein "armer, kranker Hund" zu sein, sondern er lebte sein ganz normales Leben, obwohl es ihm zeitweise nicht wirklich gut ging. Letztlich war das der Schlüssel zur Heilung. Socke ist ein Beispiel von vielen ...
Sonntag, 18. September 2016
Persönlichkeit klonen???
Eigentlich hat ein Bericht auf RTL dazu geführt, dass ich mich einmal mehr dem Thema Gentechnik und Kloning widmen wollte. In meinem Roman "Retro 2032 - Sie vergaßen das Gestern" habe ich das Thema intensiv aufbereitet und in die aktuelle politische Entwicklung bzgl. der Globalisierung eingebettet. Die gestrigen Demonstrationen zu TTIP zeigen recht deutlich, dass den Bürgern die Gentechnik doch recht suspekt ist, ja vielen sogar Angst macht.
Keine Angst, ich will jetzt nicht über die USA philosophieren und die wackelige EU. Vielmehr geht es mir um das, was uns im Alltag betrifft, wenn wir über das Kloning nachdenken, so wie dieses Ehepaar in England, das seinen toten Boxer hat klonen lassen, weil sie seinen Tod nicht verschmerzen konnten. Südkorea besitzt ja eine regelrechte Kloningindustrie, vor allem für Tiere, weil es ja noch verboten ist, Menschen zu klonen. Es gibt allerdings genug Belege dafür, dass man mit Menschen auch bereits experimentiert, wenn auch verbotener Weise.
Wer also 80.000.-€ oder mehr übrig hat, kann sein geliebtes Haustier wieder auferstehen lassen. Interessant bei dem RTL-Bericht fand ich, dass die geklonten Boxerzwillinge zwar äußerlich identisch zu dem Verstorbenen waren, im Charakter jedoch untereinander schon sehr verschieden waren und bezogen auf den verstorbenen Hund ohnehin.
Genau das ist in meinen Augen der entscheidende Punkt. Die Persönlichkeit eines Lebewesens kann man eben doch nicht klonen. Selbst Zwillinge bilden, bei aller Gleichheit des genetischen Materials, unterschiedliche Persönlichkeiten aus, sind und bleiben also Individuen. Es mag Ähnlichkeiten geben, aber die gibt es bei Lebewesen generell, weil es eben Typen gibt. Beim Menschen ist das sehr genau erforscht und die Psychologie hat die Typenlehre entwickelt. Soetwas ist zweifellos hilfreich, wenn es um Lebenshilfe u.ä. geht. Dennoch bleibt die Tatsache unangefochten, dass jedes Lebewesen, ob Mensch oder Tier, eine absolut einzigartige und nur einmal vorkommende Persönlichkeit besitzt. Das ist in meinen Augen eines der großen Wunder der Schöpfung. Die Weltbevölkerung umfasst aktuell etwas mehr als sieben Milliarden Menschen und das sind sieben Milliarden Individuen.
Gleiches gilt für die Tierwelt und ich behaupte, dass es auch für die Pflanzenwelt gilt. Leider hat sich das bei den Menschen noch nicht so ganz herumgesprochen. Insbesondere Hunde werden gerne in Rassen kategorisiert und dann wird nur noch auf Rassenmerkmale geschaut, sprich ein Hund wird abgestempelt. Klar gibt es rassische Gemeinsamkeiten. Herdenschutzhunde z.B. agieren grundsätzlich alle sehr ähnlich, Jagdhunde ebenfalls, naja und die sogenannten Kampfhunde sind ja eh in aller Munde als gefährliche Biester, die ganz schnell auf Verbotslisten landen. Ich glaube, Menschen lieben es, zu kategorisieren und ihre Welt in Schubladen zu organisieren, weil es die Welt einfacher und begreifbarer macht.
Was nun dieses Ehepaar aus England angeht, so kann ich durchaus verstehen, dass sie in ihrer Trauer nicht loslassen wollten/konnten. Ich werde hier leider laufend mit dem Tod und dem Loslassen konfrontiert und es schmerzt jedes Mal auf´s Neue. Man sollte sich nicht über Menschen erheben oder mit dem Finger auf sie zeigen, wenn sie ungewöhnliche Wege gehen, mit ihrer Trauer fertig zu werden.
Ich habe in den letzten 20 Jahren gelernt, dass es wichtig ist, jedem geliebten Wesen - Mensch oder Tier - einen festen Platz in seinem Herzen zu geben, zu Lebzeiten ebenso wie nach dem Tod. Dieser Platz in unseren Herzen ist unsterblich, solange wir ihn hegen und pflegen. Ich meine damit nicht, dass wir täglich in Tränen und Depressionen ausbrechen sollten, weil ein geliebtes Wesen gegangen ist, im Gegenteil sollten wir mit Freude und einem Lächeln an die schönen Momente zurückdenken, die wir mit ihm erleben durften. Sie sind und bleiben einmalig, nicht wiederholbar. Entscheidend ist, dass unser Andenken stets von tiefer Liebe begleitet wird, denn genau diese Energie erreicht auch die unsterbliche Seele und verbindet sie mit unserer Seele, ohne dass wir denjenigen soz. zwangweise festhalten und nicht loslassen wollen.
Das Individuum kann man nicht klonen, ebensowenig wie man seine Liebe klonen kann. Die Art und Weise, wie wir jemanden lieben ist ebenso individuell, wie das geliebte Wesen selbst.
Auf dem Foto seht ihr meinen lieben Cascas. Er war ein echter Kampfhund, wurde von einem Polizisten gerettet und zu uns gebracht, obwohl eigentlich die Todesspritze anstand. Er galt als hoch aggressiv, bösartig und kaum zu bändigen. Er hat auch mich zu Beginn zwei Mal ernsthaft angegriffen. Dennoch habe ich an ihn geglaubt, mich nicht beirren lassen und ihm mein Vertrauen und meine Liebe geschenkt. Wir wurden beste Freunde, unzertrennlich und jeder konnte sich auf den Anderen verlassen. Er entwickelte hohe soziale Kompetenz und war mit unseren anderen, zahlreichen Hunden absolut verträglich. Er lebte hier ein Leben ohne Zwang und in Freiheit, so wie es jedem Lebewesen zusteht.
Es war ein echtes Drama, als ich ihn damals wegen eines inoperablen Hirntumors gehen lassen musste, denn er war noch jung. Es kam völlig unerwartet. Cascas war eine Persönlichkeit, ein Freund und ein verlässlicher Partner. Er hat einen festen Platz in meinem Herzen, aber ich weiß auch, dass er einzigartig war. Was wir gemeinsam durchlebt haben, lässt sich nicht klonen, nicht wiederholen. So bleibt mir nur die Freude über wunderschöne Jahre mit ihm, tolle Erlebnisse und ein warmes Gefühl, wenn ich an ihn denke, was ich tagtäglich tue.
Keine Angst, ich will jetzt nicht über die USA philosophieren und die wackelige EU. Vielmehr geht es mir um das, was uns im Alltag betrifft, wenn wir über das Kloning nachdenken, so wie dieses Ehepaar in England, das seinen toten Boxer hat klonen lassen, weil sie seinen Tod nicht verschmerzen konnten. Südkorea besitzt ja eine regelrechte Kloningindustrie, vor allem für Tiere, weil es ja noch verboten ist, Menschen zu klonen. Es gibt allerdings genug Belege dafür, dass man mit Menschen auch bereits experimentiert, wenn auch verbotener Weise.
Wer also 80.000.-€ oder mehr übrig hat, kann sein geliebtes Haustier wieder auferstehen lassen. Interessant bei dem RTL-Bericht fand ich, dass die geklonten Boxerzwillinge zwar äußerlich identisch zu dem Verstorbenen waren, im Charakter jedoch untereinander schon sehr verschieden waren und bezogen auf den verstorbenen Hund ohnehin.
Genau das ist in meinen Augen der entscheidende Punkt. Die Persönlichkeit eines Lebewesens kann man eben doch nicht klonen. Selbst Zwillinge bilden, bei aller Gleichheit des genetischen Materials, unterschiedliche Persönlichkeiten aus, sind und bleiben also Individuen. Es mag Ähnlichkeiten geben, aber die gibt es bei Lebewesen generell, weil es eben Typen gibt. Beim Menschen ist das sehr genau erforscht und die Psychologie hat die Typenlehre entwickelt. Soetwas ist zweifellos hilfreich, wenn es um Lebenshilfe u.ä. geht. Dennoch bleibt die Tatsache unangefochten, dass jedes Lebewesen, ob Mensch oder Tier, eine absolut einzigartige und nur einmal vorkommende Persönlichkeit besitzt. Das ist in meinen Augen eines der großen Wunder der Schöpfung. Die Weltbevölkerung umfasst aktuell etwas mehr als sieben Milliarden Menschen und das sind sieben Milliarden Individuen.
Gleiches gilt für die Tierwelt und ich behaupte, dass es auch für die Pflanzenwelt gilt. Leider hat sich das bei den Menschen noch nicht so ganz herumgesprochen. Insbesondere Hunde werden gerne in Rassen kategorisiert und dann wird nur noch auf Rassenmerkmale geschaut, sprich ein Hund wird abgestempelt. Klar gibt es rassische Gemeinsamkeiten. Herdenschutzhunde z.B. agieren grundsätzlich alle sehr ähnlich, Jagdhunde ebenfalls, naja und die sogenannten Kampfhunde sind ja eh in aller Munde als gefährliche Biester, die ganz schnell auf Verbotslisten landen. Ich glaube, Menschen lieben es, zu kategorisieren und ihre Welt in Schubladen zu organisieren, weil es die Welt einfacher und begreifbarer macht.
Was nun dieses Ehepaar aus England angeht, so kann ich durchaus verstehen, dass sie in ihrer Trauer nicht loslassen wollten/konnten. Ich werde hier leider laufend mit dem Tod und dem Loslassen konfrontiert und es schmerzt jedes Mal auf´s Neue. Man sollte sich nicht über Menschen erheben oder mit dem Finger auf sie zeigen, wenn sie ungewöhnliche Wege gehen, mit ihrer Trauer fertig zu werden.
Ich habe in den letzten 20 Jahren gelernt, dass es wichtig ist, jedem geliebten Wesen - Mensch oder Tier - einen festen Platz in seinem Herzen zu geben, zu Lebzeiten ebenso wie nach dem Tod. Dieser Platz in unseren Herzen ist unsterblich, solange wir ihn hegen und pflegen. Ich meine damit nicht, dass wir täglich in Tränen und Depressionen ausbrechen sollten, weil ein geliebtes Wesen gegangen ist, im Gegenteil sollten wir mit Freude und einem Lächeln an die schönen Momente zurückdenken, die wir mit ihm erleben durften. Sie sind und bleiben einmalig, nicht wiederholbar. Entscheidend ist, dass unser Andenken stets von tiefer Liebe begleitet wird, denn genau diese Energie erreicht auch die unsterbliche Seele und verbindet sie mit unserer Seele, ohne dass wir denjenigen soz. zwangweise festhalten und nicht loslassen wollen.
Das Individuum kann man nicht klonen, ebensowenig wie man seine Liebe klonen kann. Die Art und Weise, wie wir jemanden lieben ist ebenso individuell, wie das geliebte Wesen selbst.
Auf dem Foto seht ihr meinen lieben Cascas. Er war ein echter Kampfhund, wurde von einem Polizisten gerettet und zu uns gebracht, obwohl eigentlich die Todesspritze anstand. Er galt als hoch aggressiv, bösartig und kaum zu bändigen. Er hat auch mich zu Beginn zwei Mal ernsthaft angegriffen. Dennoch habe ich an ihn geglaubt, mich nicht beirren lassen und ihm mein Vertrauen und meine Liebe geschenkt. Wir wurden beste Freunde, unzertrennlich und jeder konnte sich auf den Anderen verlassen. Er entwickelte hohe soziale Kompetenz und war mit unseren anderen, zahlreichen Hunden absolut verträglich. Er lebte hier ein Leben ohne Zwang und in Freiheit, so wie es jedem Lebewesen zusteht.
Es war ein echtes Drama, als ich ihn damals wegen eines inoperablen Hirntumors gehen lassen musste, denn er war noch jung. Es kam völlig unerwartet. Cascas war eine Persönlichkeit, ein Freund und ein verlässlicher Partner. Er hat einen festen Platz in meinem Herzen, aber ich weiß auch, dass er einzigartig war. Was wir gemeinsam durchlebt haben, lässt sich nicht klonen, nicht wiederholen. So bleibt mir nur die Freude über wunderschöne Jahre mit ihm, tolle Erlebnisse und ein warmes Gefühl, wenn ich an ihn denke, was ich tagtäglich tue.
Mittwoch, 14. September 2016
Schlagwort Nachhaltigkeit
Der Begriff der Nachhaltigkeit ist ja heutzutage in aller Munde. Bisweilen habe ich den Eindruck, dass er zu einer leeren Worthülse verkommen ist, die dazu dient, dass verschiedene Interessengruppen und politische Strömungen ihn sich um die Ohren hauen.
Umso wundersamer ist es, dass die Zahl der Menschen, die in den diversen Bereichen auf Nachhaltigkeit Wert legen, nach wie vor sehr gering ist. Ob es sich um soziale Gerechtigkeit handelt, ökologisch vertretbaren Umgang mit Ressourcen, Generationengerechtigkeit oder eines der vielen anderen Themen, auf die der Begriff angewendet werden kann, man spricht darüber, ja man fordert es sogar ein, verhält sich selbst jedoch genau gegenteilig, in seinen persönlichen Gewohnheiten.
Es klafft eine tiefe Kluft zwischen der Empörung über Kinderarbeit in Indien, Bangladesh oder anderen Ländern der 3. Welt und den eigenen Einkaufsgewohnheiten. Es ist in meinen Augen absurd, sich voller Empörung Dokumentationen über ausgebeutete Kinder und verarmte Familien in Slums anzusehen und dann am nächsten Tag bei KiK, Primark oder sonstwo billigste Kleidung einzukaufen. Genauso absurd ist es, im Ökopulli zum Bioladen zu rennen, dort angebliche FairTrade Produkte zu kaufen (ohne wirklich zu wissen, welche Ausbeutung dahintersteckt) und der Gatte fährt im Porsche, Audi Q7 oder sonstigem SUV zu seinem Managerjob, wobei er bedenkenlos die Umwelt mit einem unnötigen Statussymbol vergiftet, logisch, dass der sich kein E-Auto kauft. Logisch auch, dass man die Grünen wählt, einfach schon, um sich ein gutes Gewissen zu besorgen, weil man ja zu gut verdienenden Mittelschicht gehört, denn nur die kann sich die gesalzenen Preise im Bioladen samt dem SUV überhaupt leisten.
Warum schreibe ich das???
Nun, mein Tätigkeitsfeld ist seit 20 Jahren der Natur- und Tierschutz, wie die Meisten meiner Leser ja wissen. Ich behaupte von unserem Projekt, dass wir sehr konsequent nachhaltig arbeiten. Für uns bedeutet es, gem. der ursprünglichen Definition "den nach langfristig angelegten, verantwortungsbewussten Umgang mit dem Objekt der eigenen Tätigkeit". Zweifellos ist die eine etwas sperrige Definition, aber sie trifft den Kern. Nun müsste man meinen, dass gerade im Bereich Natur- und Tierschutz die Nachhaltigkeit eine Selbstverständlichkeit ist, weil es ansonsten ja keinen Sinn machen würde. Leider habe ich in den letzten 20 Jahren zahllose andere Erfahrungen machen müssen, insbesondere im Bereich Tierschutz. Aber auch da sollte man die Schuld nicht primär bei denen suchen, die sich um Tiere kümmern, sondern bei den "Verbrauchern", wobei dieser Begriff eher durch das Wort "Unterstützer/Spender" ersetzt werden müsste, denn das o.a. Objekt der Tätigkeit sind ja Lebewesen. Speziell im Tierschutz haben sich die meisten Organisationen dem "Markt" angepasst und ihre Arbeit auf Maximierung der Gewinne = "Spenden" ausgelegt, anstatt auf Optimierung und Nachhaltigkeit in der Hilfe für Tiere, meist Hunde, Katzen und Pferde.
Letztlich rührt es aus dem Sensationsbedürfnis der Menschen her, dass sich im Bereich nachhaltiger Arbeit einiges in Schieflage befindet. Klar, eine Doku über glückliche, gut verdienende Frauen in indischen Nähereien würde niemanden interessieren. hungrige Kinderaugen, ausgebeutete Frauen dagegen schon. Ok, die Empörung hält nicht lange, weil einem das krankhaft geizige Sparen wichtiger ist, als die menschlichen Schicksale in zig Tausend Kilometern Entfernung.
Nicht anders ist es im Tierschutz. Bilder von geretteten und gesunden, glücklichen Tieren sind nicht wirklich spektakulär und wenig interessant. Abgemagerte, halbtote, gequälte Kreaturen hingegen kommen sehr gut an. Dann sitzt der Geldbeutel locker. Was danach aus diesen, wie ich sie nenne, "Spendenmagneten" wird, interessiert niemanden. Eigentlich ist das widersinnig, denn wenn ich etwas spende, möchte ich doch wissen, was mit meinem Geld passiert. So denken die meisten Spender jedoch nicht. Sie lieben gruselige Geschichten von armen Hunden und Katzen, fernab der Heimat, lassen sich gerne auch in den sozialen Netzwerken für ihre Spenden feiern, interessieren sich aber in keiner Weise für nachhaltige Konzepte. Tierelend ist zum Verbrauchs- und Entertainmentartikel geworden, heute gesehen, kurz gegruselt und morgen schon vergessen, denn man sucht nach dem nächsten Drama, Facebook & Co. zeigen ja ein reichhaltiges Angebot.
Kein Wunder also, dass sich mittlerweile eine regelrechte Tierschutzmafia gebildet hat, die genau diesen Effekt auszunutzen weiß. Dass man zum Spendensammeln einen anerkannten, gemeinnützigen Verein haben muss, interessiert niemanden. Auf Privatkonten werden Gelder für angebliche Notfälle gesammelt, die niemand überprüft und deren Verbleib keinen interessiert.
Wenn man anders arbeitet und sich auch noch nach zehn oder fünfzehn Jahren um die selben Tiere kümmert, denen man irgendwann einmal Hilfe und Schutz versprochen hat, interessiert das niemanden. Im Gegenteil ist ein Projekt, wie das Unsere schlicht langweilig, weil ja nicht jeden Tag Dramen passieren. Unseren Tieren geht es gut. Warum das so ist, will man erst gar nicht wissen, ist ja nicht gruselig genug ... Dass todgeweihte Kreaturen ein neues Leben bekommen haben, interessiert kaum noch und dass dieses neue Leben die Verantwortlichen, also in unserem Fall meine Frau Karin und mich, über einen sehr langen Zeitraum total bindet, kann kaum jemand nachvollziehen.
Warum ist das so???
Einfach weil sich kaum jemand wirklich den Begriff Nachhaltigkeit in seiner ganzen Tiefe und Konsequenz zu eigen macht. Die glückliche, gut bezahlte Näherin in Indien interessiert ebensowenig, wie der Hund, die Katze oder das Pferd, die ein artgerechtes Leben in Gesundheit und Freiheit führen dürfen, nachdem sie der Todesspritze nur mit knapper Not entkommen sind.
Wir werden unseren Weg der Nachhaltigkeit weitergehen und das ohne Kompromisse. Ich bin jetzt 63 Jahre alt und weiß, dass ich mich um meine/unsere Schützlinge noch mindestens 15 Jahre kümmern muss, 7 Tage/Woche und 365 Tage/Jahr, ohne Urlaub, ohne echte Freizeit. Das Meer ist nur 10km entfernt von unserer Quinta, doch ich erinnere mich nicht mehr, wann ich zuletzt am Strand war. Mit ungefähr 78 werde ich mir dann Handtuch und Luftmatratze schnappen und mich in den Sand legen, falls ich es noch kann. Das verstehen Karin und ich unter Nachhaltigkeit, oder mit den Worten meiner Oma ausgedrückt: "Wer 'A' sagt, muss auch 'B' sagen".
Auf dem Foto seht Ihr Coco und Diana, dem Tod geweiht, geboren mit nur 50% Hirnmasse und ohne Kleinhirn, kamen sie als 2 Tage alte Welpen zu uns, im Müll gefunden ... es war viel Arbeit, wir haben es geschafft und werden für sie da sein, bis sie irgendwann einen natürlichen Tod sterben, nach einem glücklichen Leben. Das sind für uns die wahren Werte des Lebens und der Nachhaltigkeit.
Umso wundersamer ist es, dass die Zahl der Menschen, die in den diversen Bereichen auf Nachhaltigkeit Wert legen, nach wie vor sehr gering ist. Ob es sich um soziale Gerechtigkeit handelt, ökologisch vertretbaren Umgang mit Ressourcen, Generationengerechtigkeit oder eines der vielen anderen Themen, auf die der Begriff angewendet werden kann, man spricht darüber, ja man fordert es sogar ein, verhält sich selbst jedoch genau gegenteilig, in seinen persönlichen Gewohnheiten.
Es klafft eine tiefe Kluft zwischen der Empörung über Kinderarbeit in Indien, Bangladesh oder anderen Ländern der 3. Welt und den eigenen Einkaufsgewohnheiten. Es ist in meinen Augen absurd, sich voller Empörung Dokumentationen über ausgebeutete Kinder und verarmte Familien in Slums anzusehen und dann am nächsten Tag bei KiK, Primark oder sonstwo billigste Kleidung einzukaufen. Genauso absurd ist es, im Ökopulli zum Bioladen zu rennen, dort angebliche FairTrade Produkte zu kaufen (ohne wirklich zu wissen, welche Ausbeutung dahintersteckt) und der Gatte fährt im Porsche, Audi Q7 oder sonstigem SUV zu seinem Managerjob, wobei er bedenkenlos die Umwelt mit einem unnötigen Statussymbol vergiftet, logisch, dass der sich kein E-Auto kauft. Logisch auch, dass man die Grünen wählt, einfach schon, um sich ein gutes Gewissen zu besorgen, weil man ja zu gut verdienenden Mittelschicht gehört, denn nur die kann sich die gesalzenen Preise im Bioladen samt dem SUV überhaupt leisten.
Warum schreibe ich das???
Nun, mein Tätigkeitsfeld ist seit 20 Jahren der Natur- und Tierschutz, wie die Meisten meiner Leser ja wissen. Ich behaupte von unserem Projekt, dass wir sehr konsequent nachhaltig arbeiten. Für uns bedeutet es, gem. der ursprünglichen Definition "den nach langfristig angelegten, verantwortungsbewussten Umgang mit dem Objekt der eigenen Tätigkeit". Zweifellos ist die eine etwas sperrige Definition, aber sie trifft den Kern. Nun müsste man meinen, dass gerade im Bereich Natur- und Tierschutz die Nachhaltigkeit eine Selbstverständlichkeit ist, weil es ansonsten ja keinen Sinn machen würde. Leider habe ich in den letzten 20 Jahren zahllose andere Erfahrungen machen müssen, insbesondere im Bereich Tierschutz. Aber auch da sollte man die Schuld nicht primär bei denen suchen, die sich um Tiere kümmern, sondern bei den "Verbrauchern", wobei dieser Begriff eher durch das Wort "Unterstützer/Spender" ersetzt werden müsste, denn das o.a. Objekt der Tätigkeit sind ja Lebewesen. Speziell im Tierschutz haben sich die meisten Organisationen dem "Markt" angepasst und ihre Arbeit auf Maximierung der Gewinne = "Spenden" ausgelegt, anstatt auf Optimierung und Nachhaltigkeit in der Hilfe für Tiere, meist Hunde, Katzen und Pferde.
Letztlich rührt es aus dem Sensationsbedürfnis der Menschen her, dass sich im Bereich nachhaltiger Arbeit einiges in Schieflage befindet. Klar, eine Doku über glückliche, gut verdienende Frauen in indischen Nähereien würde niemanden interessieren. hungrige Kinderaugen, ausgebeutete Frauen dagegen schon. Ok, die Empörung hält nicht lange, weil einem das krankhaft geizige Sparen wichtiger ist, als die menschlichen Schicksale in zig Tausend Kilometern Entfernung.
Nicht anders ist es im Tierschutz. Bilder von geretteten und gesunden, glücklichen Tieren sind nicht wirklich spektakulär und wenig interessant. Abgemagerte, halbtote, gequälte Kreaturen hingegen kommen sehr gut an. Dann sitzt der Geldbeutel locker. Was danach aus diesen, wie ich sie nenne, "Spendenmagneten" wird, interessiert niemanden. Eigentlich ist das widersinnig, denn wenn ich etwas spende, möchte ich doch wissen, was mit meinem Geld passiert. So denken die meisten Spender jedoch nicht. Sie lieben gruselige Geschichten von armen Hunden und Katzen, fernab der Heimat, lassen sich gerne auch in den sozialen Netzwerken für ihre Spenden feiern, interessieren sich aber in keiner Weise für nachhaltige Konzepte. Tierelend ist zum Verbrauchs- und Entertainmentartikel geworden, heute gesehen, kurz gegruselt und morgen schon vergessen, denn man sucht nach dem nächsten Drama, Facebook & Co. zeigen ja ein reichhaltiges Angebot.
Kein Wunder also, dass sich mittlerweile eine regelrechte Tierschutzmafia gebildet hat, die genau diesen Effekt auszunutzen weiß. Dass man zum Spendensammeln einen anerkannten, gemeinnützigen Verein haben muss, interessiert niemanden. Auf Privatkonten werden Gelder für angebliche Notfälle gesammelt, die niemand überprüft und deren Verbleib keinen interessiert.
Wenn man anders arbeitet und sich auch noch nach zehn oder fünfzehn Jahren um die selben Tiere kümmert, denen man irgendwann einmal Hilfe und Schutz versprochen hat, interessiert das niemanden. Im Gegenteil ist ein Projekt, wie das Unsere schlicht langweilig, weil ja nicht jeden Tag Dramen passieren. Unseren Tieren geht es gut. Warum das so ist, will man erst gar nicht wissen, ist ja nicht gruselig genug ... Dass todgeweihte Kreaturen ein neues Leben bekommen haben, interessiert kaum noch und dass dieses neue Leben die Verantwortlichen, also in unserem Fall meine Frau Karin und mich, über einen sehr langen Zeitraum total bindet, kann kaum jemand nachvollziehen.
Warum ist das so???
Einfach weil sich kaum jemand wirklich den Begriff Nachhaltigkeit in seiner ganzen Tiefe und Konsequenz zu eigen macht. Die glückliche, gut bezahlte Näherin in Indien interessiert ebensowenig, wie der Hund, die Katze oder das Pferd, die ein artgerechtes Leben in Gesundheit und Freiheit führen dürfen, nachdem sie der Todesspritze nur mit knapper Not entkommen sind.
Wir werden unseren Weg der Nachhaltigkeit weitergehen und das ohne Kompromisse. Ich bin jetzt 63 Jahre alt und weiß, dass ich mich um meine/unsere Schützlinge noch mindestens 15 Jahre kümmern muss, 7 Tage/Woche und 365 Tage/Jahr, ohne Urlaub, ohne echte Freizeit. Das Meer ist nur 10km entfernt von unserer Quinta, doch ich erinnere mich nicht mehr, wann ich zuletzt am Strand war. Mit ungefähr 78 werde ich mir dann Handtuch und Luftmatratze schnappen und mich in den Sand legen, falls ich es noch kann. Das verstehen Karin und ich unter Nachhaltigkeit, oder mit den Worten meiner Oma ausgedrückt: "Wer 'A' sagt, muss auch 'B' sagen".
Auf dem Foto seht Ihr Coco und Diana, dem Tod geweiht, geboren mit nur 50% Hirnmasse und ohne Kleinhirn, kamen sie als 2 Tage alte Welpen zu uns, im Müll gefunden ... es war viel Arbeit, wir haben es geschafft und werden für sie da sein, bis sie irgendwann einen natürlichen Tod sterben, nach einem glücklichen Leben. Das sind für uns die wahren Werte des Lebens und der Nachhaltigkeit.
Donnerstag, 8. September 2016
Was bedeutet Freundschaft?
Heute ist hier kein guter Tag, denn ganz in unserer Nähe wütet ein riesiger Waldbrand und wir müssen fürchten, dass er zu uns kommt. Es wäre nicht das erste Mal. Vor Jahren haben wir schon einmal fast alles verloren und zwei Jahre später beinahe noch einmal. Sowas vergisst man nicht. Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht wiederholt.
Ich will aber auch nicht in Angst erstarren, denn momentan können wir nichts tun, außer zu hoffen. Wir sind auf alles vorbereitet, haben einen Plan, wie wir unsere Tiere schützen können, wobei uns die Erfahrungen der vorangegangenen Katastrophen helfen. Dennoch sind wir alleine, denn auch unsere Tochter Sarah mit ihrer Quinta und vielen Tieren ist bedroht. Das Feuer ist gestern Abend ganz in ihrer Nähe ausgebrochen. Die Polizei wollte Sarah nicht einmal mehr zu ihrem Haus lassen, als sie spät nachts von der Arbeit kam. Durch einen Bekannten bei der Feuerwehr hat es dann doch noch geklappt. So können wir uns nicht einmal gegenseitig helfen, denn die einzige Straße, die in dem bergigen Gebiet zu Sarah führt, ist vom Feuer komplett eingeschlossen und gesperrt. Ist alles nicht wirklich toll, aber wir hoffen, dass sich der Wind nicht dreht und wir alle verschont bleiben.
Ich habe eine schlaflose Nacht hinter mir, auch wenn ich nicht viel machen konnte, außer den feuerroten Nachthimmel zu beobachten und nach der Windrichtung zu sehen. In so einer Nacht gehen einem viele Gedanken durch den übermüdeten Kopf. Unter anderen kamen mir plötzlich Freunde und Freundschaften in den Sinn. Ich erinnerte mich an 2001, als nachmittags unzählige Portugiesen kamen, um uns bei der Evakuierung der Tiere zu helfen und mit anzupacken. Das hat wirklich geholfen. Glücklicherweise sind wir sehr gut integriert und bei den Einheimischen auch akzeptiert. Das war ein Stück Arbeit, denn üblicherweise präsentiert sich der deutsche Auswanderer an der Algarve nicht gerade als Integrationswunder. Man gibt hier eher den Aussteiger, der vergammelt rumläuft und sich mit irgendwelchen illegalen Deals innerhalb der deutschen Community über Wasser hält. Ok, nicht alle Deutschen hier sind so, aber 90% und diese 90% werden eben auch so von den Einheimischen wahrgenommen.
Wie auch immer ... ich hab mich gefragt, welche Menschen in meinem langen Leben letztlich als echte Freunde übrig geblieben sind. Klar, Freundschaft definiert sich heute über eine Sammlung von Likes und Plus in den sozialen Netzwerken. Hat man derer nicht ausreichend, ist man uncool und out. Doch das sind nicht die Freunde, die ich meine. So oder so bleibt am Ende bestenfalls ein Dutzend Menschen, die einem freundschaftlich verbunden sind, sei es der virtuellen Realität des Social Networking oder in der materiellen Realität.
Betrachte ich mir die verbliebenen Freundschaften, dann drängt sich mir die Frage nach den Menschen auf, die ich nicht mehr zu unseren Freunden zählen kann. In der Folge macht es also Sinn, den Begriff Freundschaft für sich ganz persönlich und ganz individuell zu definieren. Ich denke nicht, dass man da allgemeingültige Parameter aufstellen kann. Wir sind alle Individuen und haben sehr wahrscheinlich auch recht individuelle Vorstellungen von Freundschaft und den Werten, die eine solche auszeichnen.
Was mich angeht, so sind vor allem Loyalität und Ehrlichkeit fundamentale Faktoren. Menschen, die solange meine Freunde sind, wie sie von mir/uns bespaßt werden, sich aber lautlos abwenden, wenn der Funfaktor fehlt, sind in meinen Augen keine Freunde. Ich kann es problemlos akzeptieren, wenn mir jemand die Freundschaft aufkündigt und sagt: "Nee, ich will mit Dir nicht mehr befreundet sein, weil es einfach nicht mehr passt." Das ist ehrlich, klar und ok. Wer aber vordergründig so tut, als wäre alles wie immer und hinten herum das Gegenteilt tut, dem fehlt es schlicht an Mut, zu dem zu stehen, was er denkt und möchte. Das finde ich traurig und unwürdig.
Freunde sind für mich die Menschen, die immer zu mir stehen, egal ob es mir gutgeht oder schlecht, ob ich gerade cool bin oder eher nicht. Es sind die Menschen, bei denen ich nicht jedes gesprochene Wort zwei Mal anschauen muss, um sicher sein zu können, dass ich das herausgehört habe, was sie wirklich meinten. Deutsch ist keine so schwere Sprache, als dass sie klare Ausdrucksweisen unmöglich macht. Ich möchte meinen Freunden vertrauen können und ihre Worte so nehmen, wie sie gesagt wurden. Sie sind die Menschen, bei denen ich keine Hintergedanken vermuten muss und mich nicht durch eine Wand falscher Freundlichkeit kämpfen muss. Ein wahrer Freund sagt mir, was er denkt, hilft mir, meine eigenen Fehler zu erkennen, mich zu verbessern und innerlich zu wachsen. Dieses Wachstum ist nun mal ein lebenslanger Prozess. Wahre Freunde können sich gegenseitig dabei helfen, ihn erfolgreich zu absolvieren, indem sie füreinander da sind, ehrlich zueinander sind und verlässlich.
Der Mensch kann sich nur in seinem sozialen Umfeld entwickeln und verbessern. Wir sind nun mal soziale Wesen und brauchen einander. Die Basis aber muss Ehrlichkeit und Offenheit, aber auch Respekt sein. Ich bin dankbar dass wir moderne Medien haben, die uns nicht zwingen, Freundschaften per Brief aufrecht zu erhalten, gerade wenn man, so wie wir, runde 2.500km von zuhause weg wohnt. Ich sehe diese Medien aber als Hilfsmittel und nicht als Ersatz für Freundschaft und glaube auch, dass man ganz selten über diese Medien wahre Freunde finden kann. Ein Ersatz sind sie für mich auf keinen Fall, zumal sich die Teilnehmer ja sehr gerne hinter obskuren Pseudomymen verstecken, was wohl das größte Problem im Social Networking ist. Jeder kann völlig losgelöst von ethischen Grundsätzen tun und lassen was er will, ohne Konsequenzen.
Wir sind glücklich und dankbar, für die wenigen echten Freunde, die seit ewigen Zeiten hinter uns stehen, uns Mut machen und immer da sind, wenn man einen wahren Freund zum Herzausschütten braucht. Dies ist für mich das höchste Gut zwischenmenschlichen Seins und ich bin dankar dafür, es gefunden zu haben, vor allem aber den ganz wenigen Menschen, denen ich 100%ig vertrauen kann, es ist nicht mal eine Handvoll, aber das ist mehr, als mancher mit seinen hunderten Freunden in den sozialen Netzwerken hat.
Auf dem Foto seht Ihr unsere behinderte Coco mit ihrem allerbesten Freund für´s Leben, dem BabyBub. Das untere Foto habe ich gerade aufgenommen ...
Ich will aber auch nicht in Angst erstarren, denn momentan können wir nichts tun, außer zu hoffen. Wir sind auf alles vorbereitet, haben einen Plan, wie wir unsere Tiere schützen können, wobei uns die Erfahrungen der vorangegangenen Katastrophen helfen. Dennoch sind wir alleine, denn auch unsere Tochter Sarah mit ihrer Quinta und vielen Tieren ist bedroht. Das Feuer ist gestern Abend ganz in ihrer Nähe ausgebrochen. Die Polizei wollte Sarah nicht einmal mehr zu ihrem Haus lassen, als sie spät nachts von der Arbeit kam. Durch einen Bekannten bei der Feuerwehr hat es dann doch noch geklappt. So können wir uns nicht einmal gegenseitig helfen, denn die einzige Straße, die in dem bergigen Gebiet zu Sarah führt, ist vom Feuer komplett eingeschlossen und gesperrt. Ist alles nicht wirklich toll, aber wir hoffen, dass sich der Wind nicht dreht und wir alle verschont bleiben.
Ich habe eine schlaflose Nacht hinter mir, auch wenn ich nicht viel machen konnte, außer den feuerroten Nachthimmel zu beobachten und nach der Windrichtung zu sehen. In so einer Nacht gehen einem viele Gedanken durch den übermüdeten Kopf. Unter anderen kamen mir plötzlich Freunde und Freundschaften in den Sinn. Ich erinnerte mich an 2001, als nachmittags unzählige Portugiesen kamen, um uns bei der Evakuierung der Tiere zu helfen und mit anzupacken. Das hat wirklich geholfen. Glücklicherweise sind wir sehr gut integriert und bei den Einheimischen auch akzeptiert. Das war ein Stück Arbeit, denn üblicherweise präsentiert sich der deutsche Auswanderer an der Algarve nicht gerade als Integrationswunder. Man gibt hier eher den Aussteiger, der vergammelt rumläuft und sich mit irgendwelchen illegalen Deals innerhalb der deutschen Community über Wasser hält. Ok, nicht alle Deutschen hier sind so, aber 90% und diese 90% werden eben auch so von den Einheimischen wahrgenommen.
Wie auch immer ... ich hab mich gefragt, welche Menschen in meinem langen Leben letztlich als echte Freunde übrig geblieben sind. Klar, Freundschaft definiert sich heute über eine Sammlung von Likes und Plus in den sozialen Netzwerken. Hat man derer nicht ausreichend, ist man uncool und out. Doch das sind nicht die Freunde, die ich meine. So oder so bleibt am Ende bestenfalls ein Dutzend Menschen, die einem freundschaftlich verbunden sind, sei es der virtuellen Realität des Social Networking oder in der materiellen Realität.
Betrachte ich mir die verbliebenen Freundschaften, dann drängt sich mir die Frage nach den Menschen auf, die ich nicht mehr zu unseren Freunden zählen kann. In der Folge macht es also Sinn, den Begriff Freundschaft für sich ganz persönlich und ganz individuell zu definieren. Ich denke nicht, dass man da allgemeingültige Parameter aufstellen kann. Wir sind alle Individuen und haben sehr wahrscheinlich auch recht individuelle Vorstellungen von Freundschaft und den Werten, die eine solche auszeichnen.
Was mich angeht, so sind vor allem Loyalität und Ehrlichkeit fundamentale Faktoren. Menschen, die solange meine Freunde sind, wie sie von mir/uns bespaßt werden, sich aber lautlos abwenden, wenn der Funfaktor fehlt, sind in meinen Augen keine Freunde. Ich kann es problemlos akzeptieren, wenn mir jemand die Freundschaft aufkündigt und sagt: "Nee, ich will mit Dir nicht mehr befreundet sein, weil es einfach nicht mehr passt." Das ist ehrlich, klar und ok. Wer aber vordergründig so tut, als wäre alles wie immer und hinten herum das Gegenteilt tut, dem fehlt es schlicht an Mut, zu dem zu stehen, was er denkt und möchte. Das finde ich traurig und unwürdig.
Freunde sind für mich die Menschen, die immer zu mir stehen, egal ob es mir gutgeht oder schlecht, ob ich gerade cool bin oder eher nicht. Es sind die Menschen, bei denen ich nicht jedes gesprochene Wort zwei Mal anschauen muss, um sicher sein zu können, dass ich das herausgehört habe, was sie wirklich meinten. Deutsch ist keine so schwere Sprache, als dass sie klare Ausdrucksweisen unmöglich macht. Ich möchte meinen Freunden vertrauen können und ihre Worte so nehmen, wie sie gesagt wurden. Sie sind die Menschen, bei denen ich keine Hintergedanken vermuten muss und mich nicht durch eine Wand falscher Freundlichkeit kämpfen muss. Ein wahrer Freund sagt mir, was er denkt, hilft mir, meine eigenen Fehler zu erkennen, mich zu verbessern und innerlich zu wachsen. Dieses Wachstum ist nun mal ein lebenslanger Prozess. Wahre Freunde können sich gegenseitig dabei helfen, ihn erfolgreich zu absolvieren, indem sie füreinander da sind, ehrlich zueinander sind und verlässlich.
Der Mensch kann sich nur in seinem sozialen Umfeld entwickeln und verbessern. Wir sind nun mal soziale Wesen und brauchen einander. Die Basis aber muss Ehrlichkeit und Offenheit, aber auch Respekt sein. Ich bin dankbar dass wir moderne Medien haben, die uns nicht zwingen, Freundschaften per Brief aufrecht zu erhalten, gerade wenn man, so wie wir, runde 2.500km von zuhause weg wohnt. Ich sehe diese Medien aber als Hilfsmittel und nicht als Ersatz für Freundschaft und glaube auch, dass man ganz selten über diese Medien wahre Freunde finden kann. Ein Ersatz sind sie für mich auf keinen Fall, zumal sich die Teilnehmer ja sehr gerne hinter obskuren Pseudomymen verstecken, was wohl das größte Problem im Social Networking ist. Jeder kann völlig losgelöst von ethischen Grundsätzen tun und lassen was er will, ohne Konsequenzen.
Wir sind glücklich und dankbar, für die wenigen echten Freunde, die seit ewigen Zeiten hinter uns stehen, uns Mut machen und immer da sind, wenn man einen wahren Freund zum Herzausschütten braucht. Dies ist für mich das höchste Gut zwischenmenschlichen Seins und ich bin dankar dafür, es gefunden zu haben, vor allem aber den ganz wenigen Menschen, denen ich 100%ig vertrauen kann, es ist nicht mal eine Handvoll, aber das ist mehr, als mancher mit seinen hunderten Freunden in den sozialen Netzwerken hat.
Auf dem Foto seht Ihr unsere behinderte Coco mit ihrem allerbesten Freund für´s Leben, dem BabyBub. Das untere Foto habe ich gerade aufgenommen ...
Montag, 5. September 2016
Wer ist Fridolin?
Letztens hörte ich im Radio, dass einem Halter mal wieder einige Giftschlangen abhanden gekommen sind. Kindergärten und Spielplätze wurden geschlossen, den Halter selbst fand man tot in seiner Wohnung.
Bisweilen nötigt es einem Kopfschütteln ab, wenn man so liest, sieht oder hört, welch exotische Tierarten Menschen in ihrer Wohnung halten, teilweise mit und teilweise ohne Genehmigung. Es ist einerseits schön, dass es überhaupt noch Menschen gibt, die der Faszination der Natur erliegen und vor allem exotische Tiere gerne beobachten. Andererseits ist es für mich ein wenig verstörend, wenn man Tiere zuhause hält, die weder für ein Terrarium noch eine Wohnung geschaffen worden sind. Tiere der Wildnis gehören auch dorthin, denn dort können sie ihre Instinkte leben und sich frei entfalten. Freiheit ist ein sehr hohes Gut und, neben dem Leben selbst, wohl das höchste Gut, das uns die Schöpfung geschenkt hat.
Gerade in der aktuellen gesellschaftspolitischen Lage ist der Begriff der Freiheit ja in aller Munde. Wir "verteidigen" ja seit Jahren unsere Freiheit in Afghanistan und jetzt auch in Syrien und dem Irak. Wir haben unsere "freie" Art zu leben und sind "freie" Bürger.
Okay, ich gebe zu, dass ich das völlig anders sehe. Ich kann nicht erkennen, wo wir in Europa wirklich Freiheit erleben. Stattdessen sehen wir tagtäglich immer mehr Einschränkungen unserer Freiheit und unseres Lebensstils. Jüngstes Beispiel: die Idee einer verpflichtenden Ernährungsberatung für Schwangere (weil Schwangere offenbar automatisch ihre Intelligenz verlieren und die Fähigkeit Ratgeber zu lesen) .... oder die Zuckersteuer, damit der Bürger weniger Zucker zu sich nimmt, ganz zu schweigen vom Rauchverbot (wobei ich betone, dass ich seit 40 Jahren Nichtraucher bin, Raucher aber respektiere!!!). Der Bürger wird entmündigt und mit Gesetzen immer mehr eingeschränkt, weil man ihm - also uns allen - unterstellt, dass wir zu blöd seien, z.B. Nährwert- und Inhaltsstofftabellen zu lesen und dass Rauchen Krebs erzeugen kann, wissen wir ja auch alle nicht, weswegen es staatliche Verbote braucht. Der Staat weiß alleine, was gut ist für uns und die Regierung wundert sich dann, dass der Bürger das anders sieht und bei Wahlen entsprechend abstimmt. Was bleibt da noch? Der Ruf nach dem Verfassungsschutz ... na klar, denn wer nicht denkt wie die etablierten Pateien es vorgeben und es als politisch korrekt definieren, ist ein Feind der Verfassung. Das nennt sich dann demokratisches Grundverständnis und repräsentiert die Wertegemeinschaft Europa ... oh je ...
Was unsere Meinungsfreiheit angeht ... darüber schweige ich am besten, denn was wir zu denken und zu meinen haben, das schreiben uns Minderheiten vor, deren Verdienst es allerdings ist, besonders laut schreien zu können. Selbst bei Facebook & Co. werden ja jetzt Leute angestellt, die unsere Postings bewerten und dann entscheiden, was gelöscht wird und was stehen bleiben darf - auf Geheiß des Justizministers. Über Letzteren würde sich ein eigener Blogbeitrag lohnen, denn ich habe selten erlebt, dass ein Minister (und dann noch von der SPD) sein Amt so missbraucht wie er, ohne dass es groß auffällt und ohne, dass sich jemand dagegen wehrt. Selbst das öffentlich rechtliche Fernsehen, das der Bürger ja finanziert, gibt Meinungen vor und wenn sich dann mal jemand wirklich kritisch äußert, hat er ein Problem - siehe Böhmermann - und der steht selbst vor deutschen Gerichten im Regen. Aber unsere Kanzlerin bückt sich ja bereits wieder und alles ist gut. Dass sich in der Türkei gerade die Weltgeschichte wiederholt, ist noch keinem wirklich aufgefallen. Es gab schon mal jemanden, der die Weltgemeinschaft an der Nase herumgeführt hat und zuerst von allen hofiert wurde, incl. Olympiade 1936. Als man dann bemerkte, was abging, war es zu spät ... aus der Geschichte lernen, ja das wir zwar propagiert, aber leider nicht gemacht.
Ja, ja, die Freiheit ... ich will´s jetzt nicht weiter vertiefen, lebe ich doch in einer relativ freien Umgebung. Mein Ziel war es immer, zumindest all unseren Tieren, die ihrerseits ja bereits als geschundene, unfreie Kreaturen zu uns kamen, ein möglichst freies Leben zu schenken. Ich denke, es ist gelungen. Was die wilden Tiere angeht, also Schlangen, Feuersalamander, Skorpione, Smaragseidechsen, Lurche, Geckos, Kröten und so viele andere wunderbare Geschöpfe ... wir lassen sie leben, wie sie es möchten, frei und ohne Bedrohung. Erstaunlicherweise zieht es diese wilden Wesen in unsere Nähe. Sie zeigen keine Angst vor uns, leben teilweise nahe am Haus und werden von uns mit Wasser versorgt, was bei der Hitze besonders wichtig ist. Letztens saß ich nachts um 02:00H bei Vollmond draußen und besah mir den Sternenhimmel. Eine Schlange kam angekrochen. Der Schein meiner Taschenlampe störte sie nicht. Sie sah mich neugierig an, züngelte und verschwand dann wieder ohne jede Hektik. Alles in einem Abstand von weniger als einem halben Meter. Klar, habe ich mich ruhig verhalten. Es war wirklich eines dieser vielen schönen Erlebnisse, die einem die Natur schenkt, wenn man ihr die Freiheit der Entfaltung lässt.
Auf dem Foto seht Ihr Fridolin, ein Gecko. Er wohnt bei uns im Haus, frei und ohne Terrarium. Wir haben ihn auch nicht geholt oder gefangen. Als winziges Baby tauchte er erstmals auf. Er fängt Mücken und Fliegen, nutzt Bonny´s Wassernapf und lebt mit uns. Er könnte auch gehen, denn unser Haus ist so offen, sodass jeder kommen und gehen kann, wie er möchte. Wie man sehen kann, ist Fridolin gut gediehen und kugelrund geworden. Er ist auch nicht scheu, sucht eher die Nähe und schmeist auch schon mal ein Glas um.
Das ist nur ein kleines Beispiel dafür, wie ich ein Leben in und mit der Natur definiere, selbst wenn man im Haus wohnt und sogar einen Fernseher besitzt. Das Eine schließt das Andere ja nicht aus. Gewisse zivilisatorische Vorteile bedingen ja nicht, dass man die Freiheit der Natur missachtet und rücksichtslos wird. Natur und ein zivilisiertes Leben gehen durchaus zusammen, wenn der Mensch lernt, die Natur zu respektieren und ihr die Würde zu belassen.
Bisweilen nötigt es einem Kopfschütteln ab, wenn man so liest, sieht oder hört, welch exotische Tierarten Menschen in ihrer Wohnung halten, teilweise mit und teilweise ohne Genehmigung. Es ist einerseits schön, dass es überhaupt noch Menschen gibt, die der Faszination der Natur erliegen und vor allem exotische Tiere gerne beobachten. Andererseits ist es für mich ein wenig verstörend, wenn man Tiere zuhause hält, die weder für ein Terrarium noch eine Wohnung geschaffen worden sind. Tiere der Wildnis gehören auch dorthin, denn dort können sie ihre Instinkte leben und sich frei entfalten. Freiheit ist ein sehr hohes Gut und, neben dem Leben selbst, wohl das höchste Gut, das uns die Schöpfung geschenkt hat.
Gerade in der aktuellen gesellschaftspolitischen Lage ist der Begriff der Freiheit ja in aller Munde. Wir "verteidigen" ja seit Jahren unsere Freiheit in Afghanistan und jetzt auch in Syrien und dem Irak. Wir haben unsere "freie" Art zu leben und sind "freie" Bürger.
Okay, ich gebe zu, dass ich das völlig anders sehe. Ich kann nicht erkennen, wo wir in Europa wirklich Freiheit erleben. Stattdessen sehen wir tagtäglich immer mehr Einschränkungen unserer Freiheit und unseres Lebensstils. Jüngstes Beispiel: die Idee einer verpflichtenden Ernährungsberatung für Schwangere (weil Schwangere offenbar automatisch ihre Intelligenz verlieren und die Fähigkeit Ratgeber zu lesen) .... oder die Zuckersteuer, damit der Bürger weniger Zucker zu sich nimmt, ganz zu schweigen vom Rauchverbot (wobei ich betone, dass ich seit 40 Jahren Nichtraucher bin, Raucher aber respektiere!!!). Der Bürger wird entmündigt und mit Gesetzen immer mehr eingeschränkt, weil man ihm - also uns allen - unterstellt, dass wir zu blöd seien, z.B. Nährwert- und Inhaltsstofftabellen zu lesen und dass Rauchen Krebs erzeugen kann, wissen wir ja auch alle nicht, weswegen es staatliche Verbote braucht. Der Staat weiß alleine, was gut ist für uns und die Regierung wundert sich dann, dass der Bürger das anders sieht und bei Wahlen entsprechend abstimmt. Was bleibt da noch? Der Ruf nach dem Verfassungsschutz ... na klar, denn wer nicht denkt wie die etablierten Pateien es vorgeben und es als politisch korrekt definieren, ist ein Feind der Verfassung. Das nennt sich dann demokratisches Grundverständnis und repräsentiert die Wertegemeinschaft Europa ... oh je ...
Was unsere Meinungsfreiheit angeht ... darüber schweige ich am besten, denn was wir zu denken und zu meinen haben, das schreiben uns Minderheiten vor, deren Verdienst es allerdings ist, besonders laut schreien zu können. Selbst bei Facebook & Co. werden ja jetzt Leute angestellt, die unsere Postings bewerten und dann entscheiden, was gelöscht wird und was stehen bleiben darf - auf Geheiß des Justizministers. Über Letzteren würde sich ein eigener Blogbeitrag lohnen, denn ich habe selten erlebt, dass ein Minister (und dann noch von der SPD) sein Amt so missbraucht wie er, ohne dass es groß auffällt und ohne, dass sich jemand dagegen wehrt. Selbst das öffentlich rechtliche Fernsehen, das der Bürger ja finanziert, gibt Meinungen vor und wenn sich dann mal jemand wirklich kritisch äußert, hat er ein Problem - siehe Böhmermann - und der steht selbst vor deutschen Gerichten im Regen. Aber unsere Kanzlerin bückt sich ja bereits wieder und alles ist gut. Dass sich in der Türkei gerade die Weltgeschichte wiederholt, ist noch keinem wirklich aufgefallen. Es gab schon mal jemanden, der die Weltgemeinschaft an der Nase herumgeführt hat und zuerst von allen hofiert wurde, incl. Olympiade 1936. Als man dann bemerkte, was abging, war es zu spät ... aus der Geschichte lernen, ja das wir zwar propagiert, aber leider nicht gemacht.
Ja, ja, die Freiheit ... ich will´s jetzt nicht weiter vertiefen, lebe ich doch in einer relativ freien Umgebung. Mein Ziel war es immer, zumindest all unseren Tieren, die ihrerseits ja bereits als geschundene, unfreie Kreaturen zu uns kamen, ein möglichst freies Leben zu schenken. Ich denke, es ist gelungen. Was die wilden Tiere angeht, also Schlangen, Feuersalamander, Skorpione, Smaragseidechsen, Lurche, Geckos, Kröten und so viele andere wunderbare Geschöpfe ... wir lassen sie leben, wie sie es möchten, frei und ohne Bedrohung. Erstaunlicherweise zieht es diese wilden Wesen in unsere Nähe. Sie zeigen keine Angst vor uns, leben teilweise nahe am Haus und werden von uns mit Wasser versorgt, was bei der Hitze besonders wichtig ist. Letztens saß ich nachts um 02:00H bei Vollmond draußen und besah mir den Sternenhimmel. Eine Schlange kam angekrochen. Der Schein meiner Taschenlampe störte sie nicht. Sie sah mich neugierig an, züngelte und verschwand dann wieder ohne jede Hektik. Alles in einem Abstand von weniger als einem halben Meter. Klar, habe ich mich ruhig verhalten. Es war wirklich eines dieser vielen schönen Erlebnisse, die einem die Natur schenkt, wenn man ihr die Freiheit der Entfaltung lässt.
Auf dem Foto seht Ihr Fridolin, ein Gecko. Er wohnt bei uns im Haus, frei und ohne Terrarium. Wir haben ihn auch nicht geholt oder gefangen. Als winziges Baby tauchte er erstmals auf. Er fängt Mücken und Fliegen, nutzt Bonny´s Wassernapf und lebt mit uns. Er könnte auch gehen, denn unser Haus ist so offen, sodass jeder kommen und gehen kann, wie er möchte. Wie man sehen kann, ist Fridolin gut gediehen und kugelrund geworden. Er ist auch nicht scheu, sucht eher die Nähe und schmeist auch schon mal ein Glas um.
Das ist nur ein kleines Beispiel dafür, wie ich ein Leben in und mit der Natur definiere, selbst wenn man im Haus wohnt und sogar einen Fernseher besitzt. Das Eine schließt das Andere ja nicht aus. Gewisse zivilisatorische Vorteile bedingen ja nicht, dass man die Freiheit der Natur missachtet und rücksichtslos wird. Natur und ein zivilisiertes Leben gehen durchaus zusammen, wenn der Mensch lernt, die Natur zu respektieren und ihr die Würde zu belassen.
Donnerstag, 1. September 2016
An was sollte man glauben?
Zwiefellos ist das eine sehr vielschichtige Frage, die man nur schwerlich umfassend beantworten kann. Der Begriff Glaube deckt sehr viele Bereiche ab und schillert in unterschiedlichsten Facetten. Ich will versuchen, mein Verständnis von Glauben, ein wenig genauer zu definieren.
Zuerst wäre da die Religion. Ich denke, dass wir spontan und im ersten Impuls, den Begriff Glaube mit Religion verknüpfen. Es dürfte wohl auch nicht ohne Grund genauso in unserem kollektiven Gedächtnis gespeichert sein. Die Menschheit wurde schon immer vor allem durch ihren Glauben und die daraus resultierende Religion vorangebracht. Damit sage ich definitiv nicht, dass es auch immer in eine richtige, für die Menschheit förderliche Richtung ging. Andererseits kann ich als Historiker auch sagen, dass große Zivilisationen und Kulturen immer dann zerfallen sind, wenn ihnen der Glaube abhanden kam, Religion korrumpiert und durch Dekadenz ersetzt wurde, sodass am Ende nur eine leere, manipulative Hülle blieb. Wenn Menschen nichts mehr haben, woran sie glauben können, verlieren sie den Halt, die Orientierung und letztlich den Sinn im eigenen Leben.
Nein, keine Sorge, ich plädiere jetzt nicht dafür, sonntags wieder regelmäßig in die Kirche zu rennen oder in die Moschee. Wobei ... letzteres für deren Gläubige kein so großes Problem zu sein scheint, wie für die Menschen des eigentlich christlich geprägten Abendlands ...
Mancher wird jetzt sagen: "Ich hab mit Glauben nix am Hut" und er meint, dass er mit Religion nix am Hut hat. Das ist angesichts der heutigen Auswüchse (um nicht zu sagen Pervertierungen) der diversen großen Weltreligionen absolut nachzuvollziehen. Mit Pervertierungen meine ich wirklich so ziemlich alle Weltreligionen. Man muss nicht mit dem Finger auf den Islam zeigen, wenn katholische Priester Kinder missbrauchen, oder streng gläubige Juden Araber im eigenen Land unterdrücken und in Lebensumstände zwingen, die an das Warschauer Ghetto erinnern ... Ich finde, jede dieser Religionen sollte sich an die eigene Nase packen. Wer mit einem Finger auf andere zeigt, der zeigt mit drei Fingern auf sich selbst - probiert´s mal aus ...
Ich denke, dass jeder Einzelne von uns zu allererst an sich selbst glauben sollte, an seine Einzigartigkeit, seine Gaben, Fähigkeiten und seine Herzenswärme, Eigenschaften, die letztlich doch jedem Menschen in die Wiege gelegt worden sind.
Im nächsten Schritt sollte jeder an das glauben, was er um sich herum in nächster Nähe spürt, wahrnimmt und was ihm seine Intuition sagt. Man muss keiner Religion folgen, um Empathie zum Teil des eigenen Handelns und Denkens werden zu lassen. Man braucht auch keine dogmatische Religion, um an das höchste Gut zu glauben, das uns die Kraft mitgegeben hat, die uns erschuf. Was ist dieses höchste Gut? Nun, in meinen Augen ist es das Leben selbst. Genau an dieses Leben sollten wir alle glauben und jeder Einzelne von uns sollte sich in seinem Umfeld und mit seinen Möglichkeiten für das Leben einsetzen.
Was bedeutet das?
Leben ist vielfältig und beginnt in der Pflanzenwelt, erstreckt sich dann auf die Tierwelt und damit auch auf die Menschen selbst. Glaubt man an den Wert des Lebens so richtet man seine Handlungen so aus, das kein Lebewesen im eigenen Umfeld würdelos vegetieren und leiden muss. Das wiederum beziehe ich auf alle drei o.a. Lebensformen. Die Natur und Pflanzenwelt sollte man mit Respekt und Würde behandeln, anstatt sie auszubeuten, zu vergiften oder gleich ganz zu vernichten. Den Tieren, egal ob domestiziert oder wild lebend sollte kein von Menschen verursachtes Leid widerfahren. Unsere Mitmenschen sollten wir mit Respekt behandeln und ihnen ihre Würde lassen, egal ob wir sie nun besonders mögen oder nicht. Zweifellos müssen und können wir nicht mit jedem gut Freund sein, aber ein gewisses Level an Achtung und Toleranz für die Individualität des Anderen sollten wir nicht unterschreiten.
Ich habe oben geschrieben, dass alle großen Kulturen mit dem Zerfall ihrer Religion untergangen sind. Das ist zwar eine Tatsache, aber die Schlussfolgerung lautet nur, dass sie untergegangen sind, weil sie ihren Glauben verloren haben. Es liegt nicht an der Dogmatischen Religion, wenn eine Kultur verschwindet, es liegt am mangelnden Glauben. Für unsere Epoche ziehe ich den Schluss, dass es essentiell ist, erst einmal bei den Basics anzusetzen. Glauben wir an den Wert des Lebens und integrieren diesen Glauben in unseren Alltag, hat unsere Epoche eine Chance. Wird der Glaube an das Leben zu unserem Leitfaden, handeln wir automatisch in Empathie und Herzenswärme gegenüber allen Geschöpfen auf unserem Planeten, logischerweise auch gegenüber unseren Mitmenschen. Ich denke gerade an Letzterem mangelt es gewaltig.
Auf dem Foto seht ihr unsere Sternchen Coco und Diana, deren Leben daran hing, dass meine Frau Karin und ich wirklich unerschütterlich an das Leben glaubten und immer noch glauben. Es gab kaum jemanden, der diese unsere Einstellung teilte, außer unserem Neurologen, dessen Arbeit ebenso vom Glauben an das Leben und enorme Fachkompetenz geprägt war und heute noch ist. Nicht nur in diesem Fall konnten wir durch die Kraft unseres Glaubens, unzähligen geschundenen Kreaturen ein würdiges und artgerechtes Leben ermöglichen. Als ich diesen Bauernhof vor über 20 Jahren gekauft habe, nannte ich ihn Quinta Eanna. Quinta steht im Portugiesischen für Bauernhof. Eanna wiederum ist ein uraltes Wort aus dem Zweistromland, der Wiege der Menschheit und bedeutet, Haus des Himmels. Genau das haben wir hier geschaffen, durch einen unerschüttelichen Glauben und so ganz ohne dogmatische Religion ...
Zuerst wäre da die Religion. Ich denke, dass wir spontan und im ersten Impuls, den Begriff Glaube mit Religion verknüpfen. Es dürfte wohl auch nicht ohne Grund genauso in unserem kollektiven Gedächtnis gespeichert sein. Die Menschheit wurde schon immer vor allem durch ihren Glauben und die daraus resultierende Religion vorangebracht. Damit sage ich definitiv nicht, dass es auch immer in eine richtige, für die Menschheit förderliche Richtung ging. Andererseits kann ich als Historiker auch sagen, dass große Zivilisationen und Kulturen immer dann zerfallen sind, wenn ihnen der Glaube abhanden kam, Religion korrumpiert und durch Dekadenz ersetzt wurde, sodass am Ende nur eine leere, manipulative Hülle blieb. Wenn Menschen nichts mehr haben, woran sie glauben können, verlieren sie den Halt, die Orientierung und letztlich den Sinn im eigenen Leben.
Nein, keine Sorge, ich plädiere jetzt nicht dafür, sonntags wieder regelmäßig in die Kirche zu rennen oder in die Moschee. Wobei ... letzteres für deren Gläubige kein so großes Problem zu sein scheint, wie für die Menschen des eigentlich christlich geprägten Abendlands ...
Mancher wird jetzt sagen: "Ich hab mit Glauben nix am Hut" und er meint, dass er mit Religion nix am Hut hat. Das ist angesichts der heutigen Auswüchse (um nicht zu sagen Pervertierungen) der diversen großen Weltreligionen absolut nachzuvollziehen. Mit Pervertierungen meine ich wirklich so ziemlich alle Weltreligionen. Man muss nicht mit dem Finger auf den Islam zeigen, wenn katholische Priester Kinder missbrauchen, oder streng gläubige Juden Araber im eigenen Land unterdrücken und in Lebensumstände zwingen, die an das Warschauer Ghetto erinnern ... Ich finde, jede dieser Religionen sollte sich an die eigene Nase packen. Wer mit einem Finger auf andere zeigt, der zeigt mit drei Fingern auf sich selbst - probiert´s mal aus ...
Ich denke, dass jeder Einzelne von uns zu allererst an sich selbst glauben sollte, an seine Einzigartigkeit, seine Gaben, Fähigkeiten und seine Herzenswärme, Eigenschaften, die letztlich doch jedem Menschen in die Wiege gelegt worden sind.
Im nächsten Schritt sollte jeder an das glauben, was er um sich herum in nächster Nähe spürt, wahrnimmt und was ihm seine Intuition sagt. Man muss keiner Religion folgen, um Empathie zum Teil des eigenen Handelns und Denkens werden zu lassen. Man braucht auch keine dogmatische Religion, um an das höchste Gut zu glauben, das uns die Kraft mitgegeben hat, die uns erschuf. Was ist dieses höchste Gut? Nun, in meinen Augen ist es das Leben selbst. Genau an dieses Leben sollten wir alle glauben und jeder Einzelne von uns sollte sich in seinem Umfeld und mit seinen Möglichkeiten für das Leben einsetzen.
Was bedeutet das?
Leben ist vielfältig und beginnt in der Pflanzenwelt, erstreckt sich dann auf die Tierwelt und damit auch auf die Menschen selbst. Glaubt man an den Wert des Lebens so richtet man seine Handlungen so aus, das kein Lebewesen im eigenen Umfeld würdelos vegetieren und leiden muss. Das wiederum beziehe ich auf alle drei o.a. Lebensformen. Die Natur und Pflanzenwelt sollte man mit Respekt und Würde behandeln, anstatt sie auszubeuten, zu vergiften oder gleich ganz zu vernichten. Den Tieren, egal ob domestiziert oder wild lebend sollte kein von Menschen verursachtes Leid widerfahren. Unsere Mitmenschen sollten wir mit Respekt behandeln und ihnen ihre Würde lassen, egal ob wir sie nun besonders mögen oder nicht. Zweifellos müssen und können wir nicht mit jedem gut Freund sein, aber ein gewisses Level an Achtung und Toleranz für die Individualität des Anderen sollten wir nicht unterschreiten.
Ich habe oben geschrieben, dass alle großen Kulturen mit dem Zerfall ihrer Religion untergangen sind. Das ist zwar eine Tatsache, aber die Schlussfolgerung lautet nur, dass sie untergegangen sind, weil sie ihren Glauben verloren haben. Es liegt nicht an der Dogmatischen Religion, wenn eine Kultur verschwindet, es liegt am mangelnden Glauben. Für unsere Epoche ziehe ich den Schluss, dass es essentiell ist, erst einmal bei den Basics anzusetzen. Glauben wir an den Wert des Lebens und integrieren diesen Glauben in unseren Alltag, hat unsere Epoche eine Chance. Wird der Glaube an das Leben zu unserem Leitfaden, handeln wir automatisch in Empathie und Herzenswärme gegenüber allen Geschöpfen auf unserem Planeten, logischerweise auch gegenüber unseren Mitmenschen. Ich denke gerade an Letzterem mangelt es gewaltig.
Auf dem Foto seht ihr unsere Sternchen Coco und Diana, deren Leben daran hing, dass meine Frau Karin und ich wirklich unerschütterlich an das Leben glaubten und immer noch glauben. Es gab kaum jemanden, der diese unsere Einstellung teilte, außer unserem Neurologen, dessen Arbeit ebenso vom Glauben an das Leben und enorme Fachkompetenz geprägt war und heute noch ist. Nicht nur in diesem Fall konnten wir durch die Kraft unseres Glaubens, unzähligen geschundenen Kreaturen ein würdiges und artgerechtes Leben ermöglichen. Als ich diesen Bauernhof vor über 20 Jahren gekauft habe, nannte ich ihn Quinta Eanna. Quinta steht im Portugiesischen für Bauernhof. Eanna wiederum ist ein uraltes Wort aus dem Zweistromland, der Wiege der Menschheit und bedeutet, Haus des Himmels. Genau das haben wir hier geschaffen, durch einen unerschüttelichen Glauben und so ganz ohne dogmatische Religion ...
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