Oft frage ich mich, warum es für die Menschen eigentlich so schwer geworden ist, den Kontakt zur Natur und damit zur Umwelt aufrecht zu erhalten und sich als Teil der Natur zu verstehen, anstatt zu glauben, man stünde über ihr und sie sei nichts als ein reiner Rohstofflieferant. Klar, es gibt laufend irgendwelche Weltklimagipfel, danach dann weitere Gipfletreffen auf denen man überlegt, wie man die Ziele des anderen Gipfels umsetzt. Es werden irgendwelche Zielvorgaben vereinbart, an die sich letztlich keiner hält, weil die nationalen Interessen schwerer wiegen und man nicht wirklich die Notwendigkeit einsieht.
Ich kann das zumindest nachvollziehen, denn so wie die Mehrheit der Weltbevölkerung in den Industriestaaten lebt, kann der Einzelne gar keinen Bezug mehr zur Natur haben, geschweige denn nachvollziehen, dass er selbst ein Teil davon ist. Daran ändert auch ein gut gepflegter Stadtpark nichts, denn der hat mit ursprünglicher Natur ja nun wirklich nix zu tun. Schmelzende Gletscher, Tornados, Hochwasser, Dürrekatastrophen u.ä. kennt man letztlich nur aus dem Fernsehen. MAn gruselt sich ein wenig, spendet ein paar Euro für´s bessere Gewissen und wendet sich dann wieder den vermeintlichen persönlichen Bedürfnissen zu.
Üblicherweise lebt man in einer Umgebung, die mehr und mehr von Technik behrrscht wird. Vor allem muss und kann man sich um die elementaren Dinge gar nicht mehr selbst kümmern. Das mag man als angenehm empfinden, aber man verliert auch den Bezug zu den Dingen, die ein Leben überhaupt erst möglich machen.
Wasser ... kommt aus dem Wasserhahn und diverse Reportagen streiten, ob das Leitungswasser nun gut ist oder schlecht. Das Ergebnis ist meist abhängig davon, wer die Reportage gerade finanziert.
Abwasser ... fließt durch den Abfluss, irgendwohin, egal was damit passiert, ist ja nicht mein Problem.
Strom ... kommt natürlich aus der Steckdose und ist immer verfügbar. Fällt er mal für längere Zeit aus, verklagt man den Energieversorger auf Schadenersatz. Wie der Strom zustande kommt, ist egal. Wenn in die Nähe ein Windrad oder ein Strommasten soll, dann protestiert man eben, aber die Versorgungssicherheit muss auf jeden Fall gewährleistet sein, soll das Windrad doch woanders stehen ...
Wärme ... kommt aus dem Heizkörper und wenn die Heizung mal nicht funktioniert oder die Temperatur im Wohnzimmer mal auf unter 20 Grad sinkt, wird der böse Vermieter verklagt und Minderung geltend gemacht. Woher die Wärme kommt, ist letztlich auch egal, Hauptsache sie ist immer da und man lebt in meist überheizten Wohnungen, die einem regelmäßig eine Erkältung bescheren, weil der Unterschied zwischen drinnen und draußen einfach zu krass ist.
Lebensmittel ... kommen aus dem Supermarkt, fein säuberlich verpackt. Wie das alles zustande kommt interessiert nicht. Wichtig ist der Preis und billig, billig, billig ... Das wäre noch ein Thema für gleich mehrere Blogbeiträge.
Dies sind nur wenige Bereiche, die ich bewusst herausgegriffen habe, weil es Bereiche sind, in denen ich mein Leben völlig anders organisiert habe und weil es Bereiche sind, die direkt mit der Natur zu tun haben. Ich beschloss damals, vor über 20 Jahren, dass ich ein Leben anstrebe, in dem ich selbst die Verantwortung für meine elementaren Lebensresourcen übernehme und mich eben selbst darum kümmere. Meine Lebensart habe ich direkt in die Natur eingebunden und Wege gesucht, dennoch nicht wie im Mittelalter zu leben.
Wasser ... ist hier im Süden ein ganz großes Thema, zumal der Tourismus und vor allem die Golfplätze wesentlich zur Verknappung beigetragen haben und der Grundwasserspiegel dramatisch gesunken ist und weiter sinkt. Es braucht also ein gut durchdachtes Wassermanagement. Wir haben eine völlig eigenständige Wasserversorgung bestehend aus einem Brunnen, einer Zisterne und Flusswasser (das im Sommer nicht zur Verfügung steht). Insgesamt gesehen müssen wir mit dem Wasser extrem sorgsam umgehen, insbesondere im Sommer, damit die Versorgung der Tiere nicht gefährdet wird. Wir müssen wirklich über jeden Liter nachdenken, anstatt ihn zu verschwenden.
Abwasser ... hierzu habe ich damals eine Bio-und Recycling Kläranlage gebaut, die das Abwasser wieder aufbereitet, sodass es zwar nicht als Trinkwasser verwendet werden sollte, jedoch für alle anderen Dinge taugt, bei denen Wasser zum Einsatz kommt, z.B. Putzen, Toilette, Pflanzen bewässern etc. So eine Anlage bedingt natürlich, dass man sich genau überlegt, was man ins Abwasser gibt, also welche Waschmittel man benutzt, welche Seife, welches Spülmittel usw., bis hin zum Rohreiniger, wenn mal was verstopft ist. Glücklicherweise gibt es für alles biologisch 100%ig abbaubare Lösungen und nur die setzen wir ein, um das Gleichgewicht zu wahren und das Wasser wiederverwenden zu können.
Strom ... kommt bei uns auch aus der Steckdose, allerdings doch sehr unregelmäßig, sodass ich ein relativ komplexes System zur unabhängigen Stromversorgung aufgebaut habe, das einspringen kann, wenn der Versorger mal wieder Probleme hat.
Wärme ... ja, man mag es kaum glauben, aber auch im Süden ist der Winter kalt. Sicherlich ist unser Kältempfinden angepasst, aber wir frieren eben schon auch, wenn es im Haus nur 12 Grad sind und es - wie hier üblich - keine Heizung gibt. Bleibt also nur der Kamin im Wohnzimmer und der braucht Holz. Dieses Holz wiederum muss in unserem Tal erst einmal gesammelt und gestutzt werden, bevor man es verheizen kann. Wir verwenden nur Holz von abgestorbenen, alten Bäumen, deren es reichlich in unserem großen "Tal der Raben" gibt. Dann bekommen wir im Wohnzimmer auch schon mal 17 Grad hin, während das übrige Haus bei 13 Grad liegt.
Lebensmittel ... nicht wenige davon ernten wir auf unserem eigenen Land, insbesondere diverses Obst, Oliven, Mandeln, Feigen, Granatäpfel usw. Man entwickelt einen anderen Bezug zu den Dingen, die man selbst anpflanzt und deren Ressource (also Bäume und Büsche) man regelmäßig pflegt. Dass wir keinerlei Chemie einsetzen, ist selbstredend. Früher, als wir das kräftemäßig noch stemmen konnten, hielten wir auch Ziegen, Schafe und Hühner, allerdings absolut frei und nicht zum Schlachten. Das Tal ist ja große genug. Es war toll, eigene Ziegenmilch, eigene Wolle und eigene Eier zu bekommen, aus einem lockeren Zusammenleben von Mensch und Tier. Logisch, dass die Tiere bestes Futter bekamen, keinerlei Chemie und am Ende eines natürlichen Todes starben. Brot haben wir im uralten Steinofen selbst gebacken. Da unsere Nachbarn allesamt Bauern sind, lässt sich auch Vieles im Tauschhandel organisieren und man ist in manchen Bereichen unabhängig vom Supermarkt.
Meine Erfahrung ist, dass genau dieses einfache Leben hilft, den Bezug zur Natur und ihren Ressourcen nicht zu verlieren. Man betrachtet die Tier- und Pflanzenwelt mit anderen Augen, weiß, wann Fruchtjahre sind, wann man Bäume beschneiden sollte und wann nicht. Man beobachtet Bienen und das nicht als reinen Honiglieferanten, sondern man weiß, wie wichtig sie sind, damit es überhaupt Früchte gibt. Aktuell haben wir sehr wenige Bienen, weil ihnen das Gift (meist Glyphosat) auf den Feldern der Agrarkonzerne massiv zusetzt. Leider haben wir hier deren einige und das wirkt sich auf die Populationen aus, was dazu geführt hat, das wir in diesem Jahr recht wenige Früchte hatten.
Ja, dieses einfache Leben ist weniger komfortabel, manchmal hart und kräfteraubend, aber man bekommt auch ein Gefühl dafür, dass man mit der Natur lebt und leben sollte, denn sie ist es, die einem alles schenkt, was man zum Leben braucht, egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Das gilt für alle Menschen und je mehr sich gerade die Menschen in den sog. hochzivilisierten Gesellschaften dessen bewusst werden, umso weniger Diskussionen über Umwelt, Natur und Klimawandel sind nötig. Letztlich wird kein Elektroauto und kein Windrad die Umwelt retten, keine sinnlose Mülltrennung und erst recht keine EU-Verordung, die zu umgehen ja ohnehin kein Problem zu sein scheint. Was gebraucht wird, ist ein Umdenken in den Köpfen der Menschen und damit ein bewusster Umgang mit den Möglichkeiten, die uns die Natur schenkt. Man muss nicht so leben, wie wir hier, um das nachzuvollziehen, man muss es nur einfach wollen und seine Alltagsgewohnheiten etwas modifizieren, um etwas zu bewegen. Die Politik kann und will letztlich nichts bewegen, denn da geht es um Machterhalt, Geld und egoistische Interessen. Wirklich etwas verändern können nur wir Bürger, wenn wir bereit sind unsere Komfortzone eine wenig zu verlassen, bei der Schnäppchenjagd erst nachzudenken, bevor wir sinnlosen Kram kaufen, dessen Preis eine Ursache hat, und uns von einem "Black Friday" Hype nicht anstecken zu lassen. Wie wenig man zu einem normalen Leben braucht, habe ich in den letzten 20 Jahren selbst erfahren und mir ging es dabei nie schlecht, auch habe ich nie etwas vermisst und ich glaube auch nicht, etwas verpasst zu haben, weil ich dem Konsumrausch ausgewichen bin. Im Gegenteil denke ich, dass einen das einfache Leben glücklicher macht, weil man statt "ex und hopp" das zu schätzen weiß, was man hat und es dann auch intensiver genießt.
Auf den Bildern seht ihr unseren kleinen Traktor, und zugeschnittenens Feuerholz aus dem Tal
Samstag, 26. November 2016
Montag, 14. November 2016
Befremdlich ...
Nein, nicht das, was Ihr auf dem Foto seht, denn das ist ein echter Grund zur Freude und zum Jubeln!!!
Für alle diejenigen, die womöglich denken, ich hätte da ein Foto vom Weltraumteleskop Hubble gepostet .... nein, es ist kein Foto aus dem All, aber aus dem Universum ist es schon, nur eben aus einem kleinen Universum, nämlich dem Universum, das neues Leben hervorbringt.
Kurzum ... mein Enkelchen Shantala bekommt ein Geschwisterchen, dem wir mal den vorläufigen Namen Pedro gegeben haben. Klar wissen wir noch nicht, was es wird, aber ein Junge wäre schon cool, finde ich ... im Gegensatz zu meiner Tochter Sarah, die lieber ein Mädchen hätte, weil sie schließlich noch alle Sachen für Mädchen hat. Für einen Pedro müsste sie alles neu kaufen und das ist, zugegebenermaßen, etwas schade. Dennoch, ein Bub wäre schon klasse, weil ich halt auch viele Sachen für Jungs habe, z.B. eine riesige Carrera Bahn, die ich seit meiner Kindheit rumschleppe und immer wieder erweitert hatte. Das Tolle ist, dass Carrera zwar modernisiert hat, aber die uralten Sachen noch immer funktionieren und kompatibel sind. Mangels Zeit staubt sie allerdings ein und ich erinnere mich gar nicht mehr dran, wann ich zuletzt gespielt habe. Anderes Spielzeug für echte Jungs habe ich auch noch, aber ich sollte nicht schreiben, was es ist, sonst meint Ihr womöglich noch, ich sei ein Macho ...
Befremdlich fand ich das Ansinnen des Arztes nach der ersten Untersuchung. Das Herzchen des neuen Lebens hat gerade angefangen selbständig zu schlagen und damit ist auch klar, dass hier ein eigenständiges Leben heranwächst. Nun riet der Arzt - ohne besonderen Grund oder irgendwelche Anhaltspunkte - zu einem Gentest, um zu prüfen, ob das neue Leben vielleicht nicht ganz so perfekt ist, wie man es sich wünschen würde. U.a. sollte ein Down Syndrom ausgeschlossen werden, denn falls irgendwas nicht stimmen würde, könne man jetzt ja noch "eingreifen" ... will sagen, man kann es noch entsorgen ...
Ich habe mich in meinem Buch "Retro 2032 - Sie vergaßen das Gestern", sehr intensiv mit der Gentechnik beschäftigt und weiß daher, was heute schon möglich ist. In einem Roman kann man derartige Dinge aufgreifen, ggf. anprangern und Positionen beziehen, anhand einer fiktiven Geschichte. Wenn diese Geschichte dann aber nicht mehr fiktiv ist, sondern real, wird´s echt erschreckend. Logischerweise hat Sarah jegliche Gentests abgelehnt und klar gesagt, dass sie das Kind auf jeden Fall bekommen würde, egal ob ein "Defekt" vorläge oder nicht. Meine Tochter und ich denken da absolut gleich. Es geht hier um ein lebendiges Wesen und nicht um einen Gebrauchtwagen.
Befremdlich fand ich auch, dass es hier absolut üblich ist, diese Tests zu machen und danach eben zu entscheiden ob Mülleimer oder nicht. Portugal ist ein extrem katholisches Land und bisher dachte ich immer, dass diese Religion vor allem das Leben schützt ... Es scheint zwar so in den Lehrbüchern zu stehen, aber im Alltag wird es wohl anders gehandhabt, trotz voller Kirchen. Irgendwie finde ich es erschreckend, dass es wieder einmal einen Trend gibt, zwischen wertem und unwertem Leben zu differenzieren. Ok, heute macht man das etwas subtiler, als vor 75 Jahren, aber dadurch wird es ja nicht besser. Ich staune immer wieder, wie wenig die Menschheit - trotz gegenteiliger Beteuerungen - aus der Vergangenheit lernt. Eugenik ist weiter verbreitet, als man vermutet und es hat eine regelrechte Zucht begonnen, indem man bereits ungünstige Gene vermeidet und neues Leben, das evtl. solche Gene in sich trägt, gleich mal entsorgt. Irgendwie denkt man immer, das gäbe es nur in den USA und in Südkorea, aber doch nicht in der mega Wertegemeinschaft Europa, wo wir doch alle vor lauter Werten nur so triefen und mahnend, als Oberlehrer der Welt, den Finger erheben, wenn es woanders so aussieht, als habe man andere Werte. Ok, um Werte geht es in Wirklichkeit nur sehr selten, dafür aber um Macht und wirtschaftliche Interessen, wie man am Verhalten der EU gegenüber der Türkei sehen kann.
Ich finde es ein Unding, einer jungen, werdenden Mutter gleich mal mit der potentiellen Entsorgung unwerten Lebens zu kommen, obwohl es nicht mal den kleinsten Anhaltspunkt gibt. Selbst wenn es Anhaltspunkte gäbe, fände ich es fragwürdig. Sarah freut sich auf ihr Baby und diese Freude sollte nicht durch künstlich geschürte Ängste getrübt werden ... ihr Frauenarzt ist übrigens Deutscher ... lebt aber schon ewig hier .... Eigentlich ist es ein netter Kerl, hat auch Shantala gut auf die Welt gebracht, aber dennoch hat er sich angepasst und ich sitze kopfschüttelnd da und frage mich, in welcher Welt ich eigentlich lebe.
Überall wird gegen Ausgrenzung, gepredigt, Inclusion ist zum Trend geworden (berechtigterweise!!!), Barrierefreiheit wird angestrebt, aber gleichzeitig sortiert man schon kräftig aus und sieht zu, dass nur die "guten Gene" sich durchsetzen. Irgendwie erinnert mich das an jemanden, den wir alle sehr gut kennen und von dem alle behaupten ... es dürfe nie wieder passieren ... aber es passiert und zwar hier und jetzt, in unserem Alltag. Ich kann sagen, dass Tests und Aussortieren zumindest in Portugal echt trendy sind ... erschreckend, oder???
Für alle diejenigen, die womöglich denken, ich hätte da ein Foto vom Weltraumteleskop Hubble gepostet .... nein, es ist kein Foto aus dem All, aber aus dem Universum ist es schon, nur eben aus einem kleinen Universum, nämlich dem Universum, das neues Leben hervorbringt.
Kurzum ... mein Enkelchen Shantala bekommt ein Geschwisterchen, dem wir mal den vorläufigen Namen Pedro gegeben haben. Klar wissen wir noch nicht, was es wird, aber ein Junge wäre schon cool, finde ich ... im Gegensatz zu meiner Tochter Sarah, die lieber ein Mädchen hätte, weil sie schließlich noch alle Sachen für Mädchen hat. Für einen Pedro müsste sie alles neu kaufen und das ist, zugegebenermaßen, etwas schade. Dennoch, ein Bub wäre schon klasse, weil ich halt auch viele Sachen für Jungs habe, z.B. eine riesige Carrera Bahn, die ich seit meiner Kindheit rumschleppe und immer wieder erweitert hatte. Das Tolle ist, dass Carrera zwar modernisiert hat, aber die uralten Sachen noch immer funktionieren und kompatibel sind. Mangels Zeit staubt sie allerdings ein und ich erinnere mich gar nicht mehr dran, wann ich zuletzt gespielt habe. Anderes Spielzeug für echte Jungs habe ich auch noch, aber ich sollte nicht schreiben, was es ist, sonst meint Ihr womöglich noch, ich sei ein Macho ...
Befremdlich fand ich das Ansinnen des Arztes nach der ersten Untersuchung. Das Herzchen des neuen Lebens hat gerade angefangen selbständig zu schlagen und damit ist auch klar, dass hier ein eigenständiges Leben heranwächst. Nun riet der Arzt - ohne besonderen Grund oder irgendwelche Anhaltspunkte - zu einem Gentest, um zu prüfen, ob das neue Leben vielleicht nicht ganz so perfekt ist, wie man es sich wünschen würde. U.a. sollte ein Down Syndrom ausgeschlossen werden, denn falls irgendwas nicht stimmen würde, könne man jetzt ja noch "eingreifen" ... will sagen, man kann es noch entsorgen ...
Ich habe mich in meinem Buch "Retro 2032 - Sie vergaßen das Gestern", sehr intensiv mit der Gentechnik beschäftigt und weiß daher, was heute schon möglich ist. In einem Roman kann man derartige Dinge aufgreifen, ggf. anprangern und Positionen beziehen, anhand einer fiktiven Geschichte. Wenn diese Geschichte dann aber nicht mehr fiktiv ist, sondern real, wird´s echt erschreckend. Logischerweise hat Sarah jegliche Gentests abgelehnt und klar gesagt, dass sie das Kind auf jeden Fall bekommen würde, egal ob ein "Defekt" vorläge oder nicht. Meine Tochter und ich denken da absolut gleich. Es geht hier um ein lebendiges Wesen und nicht um einen Gebrauchtwagen.
Befremdlich fand ich auch, dass es hier absolut üblich ist, diese Tests zu machen und danach eben zu entscheiden ob Mülleimer oder nicht. Portugal ist ein extrem katholisches Land und bisher dachte ich immer, dass diese Religion vor allem das Leben schützt ... Es scheint zwar so in den Lehrbüchern zu stehen, aber im Alltag wird es wohl anders gehandhabt, trotz voller Kirchen. Irgendwie finde ich es erschreckend, dass es wieder einmal einen Trend gibt, zwischen wertem und unwertem Leben zu differenzieren. Ok, heute macht man das etwas subtiler, als vor 75 Jahren, aber dadurch wird es ja nicht besser. Ich staune immer wieder, wie wenig die Menschheit - trotz gegenteiliger Beteuerungen - aus der Vergangenheit lernt. Eugenik ist weiter verbreitet, als man vermutet und es hat eine regelrechte Zucht begonnen, indem man bereits ungünstige Gene vermeidet und neues Leben, das evtl. solche Gene in sich trägt, gleich mal entsorgt. Irgendwie denkt man immer, das gäbe es nur in den USA und in Südkorea, aber doch nicht in der mega Wertegemeinschaft Europa, wo wir doch alle vor lauter Werten nur so triefen und mahnend, als Oberlehrer der Welt, den Finger erheben, wenn es woanders so aussieht, als habe man andere Werte. Ok, um Werte geht es in Wirklichkeit nur sehr selten, dafür aber um Macht und wirtschaftliche Interessen, wie man am Verhalten der EU gegenüber der Türkei sehen kann.
Ich finde es ein Unding, einer jungen, werdenden Mutter gleich mal mit der potentiellen Entsorgung unwerten Lebens zu kommen, obwohl es nicht mal den kleinsten Anhaltspunkt gibt. Selbst wenn es Anhaltspunkte gäbe, fände ich es fragwürdig. Sarah freut sich auf ihr Baby und diese Freude sollte nicht durch künstlich geschürte Ängste getrübt werden ... ihr Frauenarzt ist übrigens Deutscher ... lebt aber schon ewig hier .... Eigentlich ist es ein netter Kerl, hat auch Shantala gut auf die Welt gebracht, aber dennoch hat er sich angepasst und ich sitze kopfschüttelnd da und frage mich, in welcher Welt ich eigentlich lebe.
Überall wird gegen Ausgrenzung, gepredigt, Inclusion ist zum Trend geworden (berechtigterweise!!!), Barrierefreiheit wird angestrebt, aber gleichzeitig sortiert man schon kräftig aus und sieht zu, dass nur die "guten Gene" sich durchsetzen. Irgendwie erinnert mich das an jemanden, den wir alle sehr gut kennen und von dem alle behaupten ... es dürfe nie wieder passieren ... aber es passiert und zwar hier und jetzt, in unserem Alltag. Ich kann sagen, dass Tests und Aussortieren zumindest in Portugal echt trendy sind ... erschreckend, oder???
Montag, 7. November 2016
Auf den Körper hören
Sicherlich habt Ihr Euch schon gewundert, dass ich so lange nichts mehr gepostet habe, aber es hat mich daniedergestreckt. Irgendwie waren die letzten Wochen doch etwas zu viel für mich und so hat der Körper dann mal ein Stop gesetzt.
Es ist zweifellos keine leichte Aufgabe, immer auf das zu hören, was einem der Körper signalisiert. Wenn man Verantwortung trägt, ist man immer geneigt, seine Grenzen weiter zu definieren, als man es tun sollte. Den Alltag etwas bedächtiger anzugehen, liegt mir überhaupt nicht, zumal ich morgens eh schon nicht weiß, wie ich all die 1001 Tagesaufgaben bewältigen soll. So hab ich wohl schon seit Langem einfach nicht wahrnehmen wollen, was mein Körper mir sagte, obwohl er sich durchaus deutlich gemeldet hat. Nun bin ich ja niemand, der dauernd irgendwelche Pillen schluckt, damit´s ihm besser geht, zumal 90% aller Medikamente für mich eh nicht passend sind und ich sie nicht nehmen darf.
Ich finde es nicht wirklich einfach, Stress abzubauen, aber ich habe gemerkt, dass Stress im Kopf beginnt. Oft ist es auch eine Frage des Fokus. Man glaubt, alles gleichzeitig machen zu müssen, weiß nicht, wo man Abstriche machen kann/darf/sollte. Das ist dann meist der Anfang vom Ende. Ich lerne gerade, dass der Fokus auf das Wesentliche, die beste Methode ist, Stress abzubauen und dennoch den Anforderungen gerecht zu werden. Ich denke sogar, dass der Mut zur Lücke die Qualität dessen was man tut verbessern kann. Nach meiner Erfahrung treiben einen noch nicht einmal die Erwartungen Anderer, denen man gerecht werden will, sondern vor allem die Erwartungen an sich selbst und die sind immer höher, als die der Mitmenschen. Ich denke, wir neigen dazu, uns selbst zu überfordern, uns selbst zu viel abzuverlangen und am Ende liegen wir dann auf der Nase.
Der Körper ist ein sehr guter Gradmesser und zeigt uns die Grenzen deutlicher auf, als es der Verstand jemals könnte. Letztlich bestehen wir Menschen ja nicht nur aus Einzelaspekten, sondern sind auf das harmonische Zusammespiel von Körper, Geist und Seele angewiesen, um überhaupt ein erfülltes Leben führen zu können. Wenn wir den Fehler machen, einen der drei Aspekte herauszugreifen und die beiden anderen zu vernachlässigen, dann kann´s kritisch werden.
So ist unser Kopf voller Dogmen und Konditionierungen. Der ewige Satz "Du musst" treibt uns durch den Alltag, losgelöst von unseren wirklichen Bedürfnissen. Den Körper wiederum kann man als etwas sehen, dass man mit Sport oder gesunder Ernährung fit hält ... oder auch einfach vernachlässigt, weil es lästig ist, sich einer gewissen Disziplin zu unterwerfen. Ok, zugegeben, sich gesund zu ernähren, ist in der heutigen Zeit ein echter Akt geworden, denn selbst Biolebensmittel sind ja häufig nicht wirklich gesund, ganz zu schweigen von veganen Ersatzstoffen, die dann ein Steak simulieren, indem sie aus 100% Chemie bestehen. Ja, ich bin auch Veganer, aber nicht von der verbissenen Sorte, keiner von denen, die Dogmen folgen und sich über eine ziemlich verworrene Ideologie mit unsinnigem, ja bisweilen militantem Auftreten zu profilieren versuchen. Kurzum hab ich mit verbissenen, ideologisierten Menschen nichts am Hut. Für mich ist einfach klar, dass ich keinen Beitrag dazu leisten will, das Tierelend und die Verachtung der Kreatur als fühlendes Wesen zu unterstützen. Es wäre ja auch wenig sinnvoll, sich für den Respekt vor der Natur und den Tieren einzusetzen und gleichzeitig Massentierhaltung, unwürdige Tiertransporte und skandalöse Schlachtmethoden zu unterstützen, indem man das eigene Verhalten aus mangelnder Disziplin und Bequemlichkeit nicht anpasst. Da ich tagtäglich mit geschundenen Kreaturen - bis hin zu Schweinen - arbeite, ist das vegane Leben für mich eine Frage der Logik und nicht der Ideologie. Dabei ist mir sehr wohl bewusst, dass der Mensch nicht als Veganer konstruiert ist, aber der Mensch hat es geschafft, sich das Fleisch als Nahrungsmittel selbst zu entziehen, indem er den Tieren die Würde genommen hat und sie als seelenlosen "Rohstoff" behandelt, den man wie Müll behandeln kann.
Meinem Körper tut das vegane Leben gut, denn ich vermeide - so gut es geht - jegliche Chemie und eben auch die ganzen Antibiotika im Fleisch und im Fisch, die der Mensch ja munter in den Speisen zu sich nimmt und sich dann über Resistenzen wundert. Meine Blutwerte sind auch nach Jahrzehnten immer noch top, wie ich letztens wieder gesehen habe - zugegebenermaßen war ich freudig erstaunt, dass meine Ernährungsweise so gut funktioniert.
Was die Seele angeht, so ist das für viele Menschen irgendwas, von dem man zwar weiß, dass es vorhanden ist, aber es fehlt der Kontakt, das Erkennen, wie die Seele zu unserem Leben gehört und was sie uns sagen kann. Eine leidende Seele aber drückt sich ebenfalls über den Körper aus und somit haben wir mit unserem Körper den Gradmesser unseres ganzheitlichen Wohlbefindens schlechthin. Er ist der Faktor, der alles zusammenhält, er ist auch der Faktor, der sich irgendwann wieder auflöst, während Seele und Geist in andere Welten entschweben.
Nun, ich wusste das alles schon immer, doch ich hatte es ein wenig in den Hintergrund gedrängt, hab mich übernommen und jetzt ... muss ich zusehen, dass ich wieder zu einem harmonischen Ganzen finde.
Auf dem Bild seht ihr unsere Alpha-Hündin Rosa, die mich buchstäblich auf Schritt und Tritt begleitet. Wenn sie besonders anhänglich ist, dann weiß ich, dass mit mir etwas nicht stimmt. Sie spürt bei Hund und Mensch gleichermaßen, wenn sie krank sind. Dies ist eine Fähigkeit, die eigentlich alle Hunde haben, sofern man ihnen ihre natürlichen Instinkte nicht abgewöhnt ....
Es ist zweifellos keine leichte Aufgabe, immer auf das zu hören, was einem der Körper signalisiert. Wenn man Verantwortung trägt, ist man immer geneigt, seine Grenzen weiter zu definieren, als man es tun sollte. Den Alltag etwas bedächtiger anzugehen, liegt mir überhaupt nicht, zumal ich morgens eh schon nicht weiß, wie ich all die 1001 Tagesaufgaben bewältigen soll. So hab ich wohl schon seit Langem einfach nicht wahrnehmen wollen, was mein Körper mir sagte, obwohl er sich durchaus deutlich gemeldet hat. Nun bin ich ja niemand, der dauernd irgendwelche Pillen schluckt, damit´s ihm besser geht, zumal 90% aller Medikamente für mich eh nicht passend sind und ich sie nicht nehmen darf.
Ich finde es nicht wirklich einfach, Stress abzubauen, aber ich habe gemerkt, dass Stress im Kopf beginnt. Oft ist es auch eine Frage des Fokus. Man glaubt, alles gleichzeitig machen zu müssen, weiß nicht, wo man Abstriche machen kann/darf/sollte. Das ist dann meist der Anfang vom Ende. Ich lerne gerade, dass der Fokus auf das Wesentliche, die beste Methode ist, Stress abzubauen und dennoch den Anforderungen gerecht zu werden. Ich denke sogar, dass der Mut zur Lücke die Qualität dessen was man tut verbessern kann. Nach meiner Erfahrung treiben einen noch nicht einmal die Erwartungen Anderer, denen man gerecht werden will, sondern vor allem die Erwartungen an sich selbst und die sind immer höher, als die der Mitmenschen. Ich denke, wir neigen dazu, uns selbst zu überfordern, uns selbst zu viel abzuverlangen und am Ende liegen wir dann auf der Nase.
Der Körper ist ein sehr guter Gradmesser und zeigt uns die Grenzen deutlicher auf, als es der Verstand jemals könnte. Letztlich bestehen wir Menschen ja nicht nur aus Einzelaspekten, sondern sind auf das harmonische Zusammespiel von Körper, Geist und Seele angewiesen, um überhaupt ein erfülltes Leben führen zu können. Wenn wir den Fehler machen, einen der drei Aspekte herauszugreifen und die beiden anderen zu vernachlässigen, dann kann´s kritisch werden.
So ist unser Kopf voller Dogmen und Konditionierungen. Der ewige Satz "Du musst" treibt uns durch den Alltag, losgelöst von unseren wirklichen Bedürfnissen. Den Körper wiederum kann man als etwas sehen, dass man mit Sport oder gesunder Ernährung fit hält ... oder auch einfach vernachlässigt, weil es lästig ist, sich einer gewissen Disziplin zu unterwerfen. Ok, zugegeben, sich gesund zu ernähren, ist in der heutigen Zeit ein echter Akt geworden, denn selbst Biolebensmittel sind ja häufig nicht wirklich gesund, ganz zu schweigen von veganen Ersatzstoffen, die dann ein Steak simulieren, indem sie aus 100% Chemie bestehen. Ja, ich bin auch Veganer, aber nicht von der verbissenen Sorte, keiner von denen, die Dogmen folgen und sich über eine ziemlich verworrene Ideologie mit unsinnigem, ja bisweilen militantem Auftreten zu profilieren versuchen. Kurzum hab ich mit verbissenen, ideologisierten Menschen nichts am Hut. Für mich ist einfach klar, dass ich keinen Beitrag dazu leisten will, das Tierelend und die Verachtung der Kreatur als fühlendes Wesen zu unterstützen. Es wäre ja auch wenig sinnvoll, sich für den Respekt vor der Natur und den Tieren einzusetzen und gleichzeitig Massentierhaltung, unwürdige Tiertransporte und skandalöse Schlachtmethoden zu unterstützen, indem man das eigene Verhalten aus mangelnder Disziplin und Bequemlichkeit nicht anpasst. Da ich tagtäglich mit geschundenen Kreaturen - bis hin zu Schweinen - arbeite, ist das vegane Leben für mich eine Frage der Logik und nicht der Ideologie. Dabei ist mir sehr wohl bewusst, dass der Mensch nicht als Veganer konstruiert ist, aber der Mensch hat es geschafft, sich das Fleisch als Nahrungsmittel selbst zu entziehen, indem er den Tieren die Würde genommen hat und sie als seelenlosen "Rohstoff" behandelt, den man wie Müll behandeln kann.
Meinem Körper tut das vegane Leben gut, denn ich vermeide - so gut es geht - jegliche Chemie und eben auch die ganzen Antibiotika im Fleisch und im Fisch, die der Mensch ja munter in den Speisen zu sich nimmt und sich dann über Resistenzen wundert. Meine Blutwerte sind auch nach Jahrzehnten immer noch top, wie ich letztens wieder gesehen habe - zugegebenermaßen war ich freudig erstaunt, dass meine Ernährungsweise so gut funktioniert.
Was die Seele angeht, so ist das für viele Menschen irgendwas, von dem man zwar weiß, dass es vorhanden ist, aber es fehlt der Kontakt, das Erkennen, wie die Seele zu unserem Leben gehört und was sie uns sagen kann. Eine leidende Seele aber drückt sich ebenfalls über den Körper aus und somit haben wir mit unserem Körper den Gradmesser unseres ganzheitlichen Wohlbefindens schlechthin. Er ist der Faktor, der alles zusammenhält, er ist auch der Faktor, der sich irgendwann wieder auflöst, während Seele und Geist in andere Welten entschweben.
Nun, ich wusste das alles schon immer, doch ich hatte es ein wenig in den Hintergrund gedrängt, hab mich übernommen und jetzt ... muss ich zusehen, dass ich wieder zu einem harmonischen Ganzen finde.
Auf dem Bild seht ihr unsere Alpha-Hündin Rosa, die mich buchstäblich auf Schritt und Tritt begleitet. Wenn sie besonders anhänglich ist, dann weiß ich, dass mit mir etwas nicht stimmt. Sie spürt bei Hund und Mensch gleichermaßen, wenn sie krank sind. Dies ist eine Fähigkeit, die eigentlich alle Hunde haben, sofern man ihnen ihre natürlichen Instinkte nicht abgewöhnt ....
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