Mittwoch, 10. August 2016

Wer liest eigentlich meine Bücher?

Menschen, die meine Bücher lesen, sind Menschen, die über den Tellerrand schauen wollen, die sich intensiver mit bestimmten Themen beschäftigen, aber dennoch auch unterhalten werden wollen. Sie haben Spaß am Lesen, entspannen sich bei der Lektüre und lieben es, über das ein oder andere nachzudenken. Sie geben sich nicht mit platten, populistischen Statements ab, wollen aber auch nicht bierernst und verbissen durch´s Leben gehen, permanent empört und entsetzt über die schlechten Menschen um sie herum.

Ich denke, man kann Unterhaltung und Freude am Lesen durchaus auch auf einem gewissen Niveau verbinden. In meinem Büchern versuche ich genau das hinzubekommen. Im Mittelpunkt meines Interesses steht der Mensch als wandelbares Individuum. Ich zeige auf, dass jeder Mensch sich verändern kann, ja sogar verändern muss. Das ganze Leben ist ein einziger Veränderungs- und Wachstumsprozess und diesen Prozess in meinen Büchern zu beschreiben, finde ich sehr spannend. In Himmelswölfe habe ich mich selbst unter die Lupe genommen. Ich blicke auf fast 63 Lebensjahre zurück, also ein durchaus langer Zeitraum. Alte Tagebücher zu lesen und zu erkennen, wie ich mich verändert habe, wie sich die Prioritäten in meinem Leben verschoben haben und wo ich heute stehe, war und ist ein spannender Prozess.

Die magische Geschichte dieser Quinta, und unser Clans der Himmelswölfe, die ja kein Fantasieprodukt sind, haben maßgeblichen Anteil an dem, was mein persönliches Wachstum beeinflusst hat, und das gilt nicht nur für mich, sondern auch für meine Frau Karin, die ihre Gedanken auch schon intensiv in Buchform dokumentiert hat.

Auf dem Foto seht Ihr einen meiner "Leser", den Russel. Er ist allerdings "vorbelastet", denn auch er ist ein Himmelswolf, eines dieser Geschöpfe, die auf der Quinta Eanna ein neues Leben, ihre Gesundheit und ganz viel Lebensfreude wiederfanden.

Heute lebt Russel in Berlin, bei einer sehr guten Freundin von uns. Natürlich liest er seinem Frauchen Karin aus den Himmelswölfen vor, denn die Beiden kennen die Quinta und das Tal der Raben sehr gut. Russel kam damals schwer krank und verletzt zu uns. Wie die meisten unserer Schützlinge, war auch er kein einfacher Fall und es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis wir ihn wieder auf der Reihe hatten. Unsere Freundin hatte sich sofort in ihn verliebt und wollte ihn ganz schnell bei sich haben. Bedenken hatten wir keine, denn Karin (nicht zu verwechseln mit meiner Frau gleichen Namens) bot das perfekte Zuhause für einen Hund.

Wir haben schon damals nur sehr wenige Hunde vermittelt und auch nur an wirklich gute Freunde. Seit einigen Jahren jedoch vermitteln wir überhaupt keine Hunde mehr. Die Gründe sind vielfältig, vor allem aber sehen wir keinen Sinn darin, Hunde von einem Land ins andere zu karren und zu riskieren, dass sie am Ende doch in einem deutschen Tierheim landen. Sie alle sind Teil unserer großen Familie und haben einen festen Platz in unseren Herzen. Wir sorgen für sie, solange sie leben.

Oft - um nicht zu sagen meistens - werden kranke Hunde vermittelt, die Papiere falsch ausgestellt und die neuen Besitzer schlecht oder gar nicht aufgeklärt. Deutsche Tierärzte sind logischerweise nicht auf die diversen Krankheiten eingestellt, die es in südlichen Ländern, nicht aber in Deutschland gibt. Wo also soll eine sinnvolle medizinische Betreuung herkommen? Kranke Hunde vermittelt man nicht!!!
Also musste Karin viel Geduld beweisen und auch sehr lange auf ihren heiß geliebten Russel warten. Daher hat sie ihn mehrmals besucht und dabei unser Leben kennengelernt. Erst als das finale Blutbild 100%ig in Ordnung war, durfte er reisen. Wir waren ganz sicher, dass es echte Liebe war, die Karin antrieb, geduldig zu sein. Wir wussten, er würde ein Leben im Paradies bekommen. So kam´s dann auch und wir freuen uns, immer mal wieder von ihm zu hören oder Bilder zu sehen.

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