Donnerstag, 31. März 2016

Alltag eines Autors

Ja Freunde, so ist er der Autor. Er sitzt an seinem PC in einem einsamen Haus in Strandnähe, schaut auf´s Meer und denkt sich Geschichten aus. Ab und zu schwebt seine Angebetete ins Arbeitszimmer, leise und jedes Geräusch vermeidend, denn sie will den Künstler ja nicht aus seinen tiefsinnigen Gedanken reißen.
Dann ... ja dann, völlig unerwartet und doch heiß ersehnt, küsst sie behutsam seinen Nacken, streichelt ihm durch das schüttere Haar, massiert seine verkrampfte Nackenmuskulatur mit ihren zarten, sehr gepflegten Fingern.  Die langen French Nails berühren seine Haut in angenehm, leicht schmerzhafter Weise. Der Duft einer frisch aufgebrühten Tasse Kaffee erobert seine Nase. Spikinet Verlag ist auf der Tasse zu lesen.
Bewegung kommt in Victors starren Blick. Die andere Welt, in der er noch vor Sekunden weilte, entgleitet seinem inneren Auge. Begleitet von einem tiefen Durchatmen, das eher wie ein sehnsüchtiger Seufzer klingt, entlassen seine Finger die Tastatur, auf der die Buchstaben "A" und "S" schon nicht mehr lesbar sind, das "C", das "R" und vor allem das "E" nur noch schemenhaft durchschimmern. Langsam, fast in Zeitlupe legt er den Kopf in den Nacken, sucht den Kontakt zu den zärtlich massierenden Fingern der Geliebten, genießt das leichte Kratzen der perfekt gestylten Fingernägel.

"Schatz, kommst du voran?", säuselt Jasmin, die feengleiche Lebensgefährtin des Autors.
"Naja, es geht so", antwortet Victor, untermalt von einenm sehnsuchtsvollen Seufzer.
"Schreibblockade?", fragt Jasmin, während ihre Finger langsam und für ihn kaum wahrnehmbar die Knöpfe seines Hemdes öffnen.
"Nein, nicht direkt", meint Victor, während seine Gedanken sich wieder auf den Weg in die Buchstabenwelt machen. "Ich überlege nur, ob sich mein Held nun von der Frau trennen soll oder nicht."
"Ist sie denn seiner Liebe würdig?", fragt Jasmin und beginnt an Victors Gürtel herum zu nesteln.
"Sie ist eine Schönheit", schwärmt Victor über die, von ihm erschaffene Figur, "ja, wahrlich perfekt", schüttelt er versonnen den Kopf.
"Schöner als ich!?", lässt Jasmin die halb geöffnete Gürtelschnalle, samt dem obersten Knopf am Bund, fahren. Sie bringt ein wenig Distanz in das gerade aufkeimende Prickeln zwischen den Beiden.

Bleiernes Schweigen breitet sich aus und füllt den Raum wie wabernder Nebel aus "The Fog", diesem Gruselthriller.
Jasmin boxt ihn leicht in den Oberarm. "Hey! Ich hab dich was gefragt!", mahnt sie eine Antwort an.
"Bitte was?", reagiert Victor verdutzt, hatte er die Brisanz der Frage doch gar nicht wahrgenommen.
"Ist ... sie ... schöner... als ... ich!!!", pointiert Jasmin nun ihre Frage, nicht ohne einen bedrohlichen Unterton.
"Ähm ... ähm nein, natürlich nicht, im Gegenteil. Ich habe sie nach deinem Vorbild geschaffen, Schatz." Doch es war zu spät.
"Ach ja?", zickt Jasmin nun mit heller Stimme, "und warum soll dein Held sich dann von ihr trennen?"
Mist, verdammter Mist! denkt Victor und wird sich seines Fehlers bewusst, während sein Blick nach unten zur halb geöffneten Hose gleitet. Ich hab´s versaut und dabei hätte es mir sooo gut getan, ärgert er sich über seine Unaufmerksamkeit, während sie wortlos das Arbeitszimmer verlässt.

Nein, das ist nicht mein Alltag. Ich weiß nicht, ob ich es bedauern soll oder eher froh darüber sein. Jedenfalls wäre mir eine passendere Antwort eingefallen, ganz im Gegensatz zu Victor.
Naja, diese Jasmin kommt mir bekannt vor, lebt sie doch - unter anderem Namen - bei mir, leider ohne French Nails, die ich mir so sehr an ihr wünschen würde. Aber was soll´s ... es gibt Wichtigeres. So zum Beispiel Blutbilder ... NEIN, nicht aus einem Horrorroman oder Vampirthriller wie den "Originals". Nein, es sind ganz banale Ergebnisse von Blutanalysen unserer Sorgenkinder, die mich momentan mehr beschäftigen, als die Welten meiner Bücher ... wobei ... momentan schreibe ich ja an einem autobiographischen Roman und damit sind die Welten nicht ganz so fern für mich.

Allerdings fehlt mir momentan die Zeit zum Schreiben. Ich lebe zwar nahe am Meer, aber darin geschwommen bin zuletzt vor gefühlten 100 Jahren und de facto vor gut 8 Jahren. So ist da nun mal, wenn einem die Welt nicht egal ist, wenn man nicht einfach die Augen zumachen kann, während rund um einen herum das Elend wütet. Nein, ich hab mir keine kleine heile Welt geschaffen, im Gegenteil. Selber anpacken ist immer besser als jammern. Auch wenn man die Welt nicht grundlegend verändern kann, man kann sie doch ein wenig besser machen, zumindest auf meinen 10 Ha Land kann ich das und tue es. Drücken wir also unseren Alten und den Sorgenkindern alle Daumen, dass sie es schaffen und ich dann auch bald wieder befreit schreiben kann, während meine "Jasmin" den Nacken massiert, Kaffee bringt und mir Verführerisches ins Ohr flüstert.



Donnerstag, 24. März 2016

Gedanken zu Mainstream und Rezensionen

Rezensionen sind für einen Autor natürlich wichtig. Zum Einen erfährt man, wo man mit seinem Werk steht, zum Anderen ist es wichtig zu wissen, was bei der gewünschten Zielgruppe ankommt und was nicht. So entwickelt man sich weiter, lernt dazu.

Das kann natürlich auch zu einem Dilemma führen. Habe ich als Autor vor allem die Auflage im Blick und gestalte den Inhalt nach dem Mainstream oder habe ich etwas zu sagen, das mir am Herzen liegt, das mir so wichtig ist, dass ich es in ein Buch packe und mir dann halt meine Zielgruppe mühsam suchen muss???

Dass Bücher heute gerne soz. am "Reißbrett" entworfen werden, ist dem hart umkämpften Markt geschuldet. Verlage beobachten die Trends sehr genau, lassen Autoren dann auch ihre Bücher so schreiben, dass sie in den Trend passen. Das ist keineswegs verwerflich, denn ein Verlag ist nun mal gewinnorientiert und trägt ja auch ein hohes Risiko was die Vorlaufkosten (Lektorat, Coverdesign, Druckkosten, Honorare etc.) angeht. Diese Kosten sollten wieder reinkommen und Gewinn sollte auch übrig bleiben, um den Verlag nicht in den Ruin zu treiben.

Die Trends wechseln schnell, so schnell wie die Schreckensmeldungen in den Nachrichten, die wenige Wochen lang Sondersendungen und Talkshows befeuern, bevor dann ein neues Thema auf dem Tisch liegt und das alte im Orkus des Vergessens landet. Ein Buch, das heute im Trend liegt und aktuell ist, kann morgen schon im Abseits stehen. Damit meine ich nicht nur Dokumentationen oder Bücher vor realem Hintergrund. Es betrifft auch jeden Krimi, Thriller, Liebesroman und all die anderen Genres. Alleine schon die Ausgestaltung der Charakteren sollte sich an Trends orientieren - sagt man. Kleidung, Verhalten, Eigenheiten usw. all das muss den Leser so ansprechen, dass es in den Zeitgeist passt und es möglichst einfach und leicht nachzuvollziehen ist. Es geht dann weiter mit dem Auto, das er fährt, das Land in das er in Urlaub reist u.v.m. Momentan sollte ein umweltbewusster Held keinen Golf fahren, nicht in der Türkei Urlaub machen, aber gerne freiwillig in einer Aufnahmeeinrichtung arbeiten. Vor einem oder zwei Jahren, wäre so eine Charakterisierung nicht verstanden worden und ich wette, dass in 2 Jahren dasselbe zutrifft. Dann ist der VW Skandal vergessen und die Türkei längst befriedet, weil ihr Diktator ein strenges Regiment führt, den Tourismus wieder ankurbelt und sich der Flüchtlinge in einer künstlichen Stadt in Nordsyrien entledigt hat. Die Pläne zu dieser Stadt hat der türkische Machthaber ja schon präsentiert.

Kurzum, für mich sind Auflagen zwar sehr wichtig, dienen sie doch der Finanzierung meines Naturschutzprojektes, aber genauso wichtig ist mir der Inhalt meiner Bücher und das, was ich zu sagen haben. Ok, die Ziele meines Projektes und die Ziele meiner Bücher sind untrennbar verbunden und ich gehe halt den mühsameren Weg, mir meine Zielgruppe zu suchen. Meine Bücher lesen Menschen, die sich für engagierte Themen interessieren und sich gerne damit auseinandersetzen, anstatt Parolen nachzuplappern und dauernd das Profilbild zu ändern, weil´s gerade angesagt ist. So bin ich nun mal und dazu stehe ich.

Umso mehr freuen mich Rezensionen, wie diese Beiden:

Eine Rezension aus Hamburg
Eine weitere Rezension aus München



Dienstag, 22. März 2016

Schreibtagebuch 22.03.2016

Nun ist es eingetrudelt ... das lang ersehnte und fertig lektorierte Manuskript. Meine Befürchtungen haben sich nicht bestätigt, es gab viele schwarze Bereiche, die nicht von tief dunklem Rot durchzogen waren, eher im Gegenteil. Alles lief offenbar gut durch, ein paar Umbauten in den Sätzen, ein paar übersehene Rechtschreibfehler, ein paar Hinweise auf logische Feinheiten, das war´s. So ist man als Autor glücklich, wenn ... ja wenn da nicht eine komplette Streichung von 2 Szenen gewesen wäre, die ich für elementar wichtig halte, die Lektorin aber der Meinung ist, dass sie zu brisant sind und die Handlung nicht weiterbringen. Sie meint, es würde nichts zur Klärung beitragen, könnte die Leser aber verwirren, schockieren, ihm schlaflose Nächte bereiten und ihn in ein inneres, psychisches Chaos, mit anschließendem Besuch beim Therapeuten, stürzen.

Nein, sowas will ich nicht verantworten müssen und ... schweren Herzens ... sind die beiden Szenen in der Endlosigkeit der Bits und Bytes entschwunden und waren nicht mehr wiedergesehen ... es sei denn ... der Autor, also ich, hat ein Backup. Da ich ein gewissenhafter Autor bin, habe ich eines, aber dennoch beuge ich mich des Weisheit meiner Lektorin in tiefer Demut und lasse das Backup da wo es ist.

Es kann ja irgendwann mal sein, dass ich, ähnlich einem Regisseur, einen sogenannten "Directors Cut" für besonders treue Leser herausgebe, aber frühestens wenn alle 3 Bände der Trilogie erschienen sind. Das ist ja nicht unüblich, denn Filmemachern ergeht es ja oft genug wie Autoren: die Szenen, die sie am meisten lieben und am wichtigsten finden, werden vom Produzenten gestrichen, mit dem Argument: "Der Markt verlangt das". Also wenn man den Directors Cut von "Das Boot" gesehen hat, ist man anderer Meinung, aber ok ...

Ich akzeptiere natürlich das Urteil der Lektorin, denn sie findet mein Buch extrem spannend, fesselnd und interessant. Daher sollte ich sie nicht verärgern und ihre hohe Meinung von meinen schriftstellerischen Fähigkeiten nicht durch Widerreden dämpfen. Ich hatte ja schon einmal eine Lektorin, die damals mein Buch "Eugenica" lektoriert hat und das alles nur überstand, weil sie jede Menge Baldrian im Haus hatte. Ich hab zu der Zeit noch echt viel diskutiert, widersprochen, es anders gewollt usw. Sie tat mir echt leid, war aber wirklich tapfer und wir haben ein super Buch hinbekommen.

Es ist die alte Spannung zwischen Autor und Lektior(in), aber Lektoren sind ja auch keine Dummies und wissen sehr genau, was passt und was nicht, denn sie schauen mit einer anderen Brille auf den Text, als der Autor, der in seinem eigenen Universum lebt. Also kann Lektorat einem Buch nur guttun. Büchern, die ohne Lektor veröffentlicht werden, merkt man es an und das sollte meinen Büchern nicht widerfahren.

In diesem Sinne, Ihr könnt gepannt sein ... im nächsten Post berichte ich über das Ende des ersten Bandes, ohne was zu verraten ... auch ein Kunststück oder???

Euer Peter-Johannes


Samstag, 19. März 2016

Alltag in unseren Köpfen

Ich spüre sehr oft, welche Unordnung in unseren Köpfen herrscht. Bisweilen ist es ein regelrechtes Chaos. Man denkt und denkt und denkt und dann denkt man, dass man das Denken endlich mal sein lassen sollte, aber es klappt nicht.

Denken ist zwar wichtig, aber es besteht auch die Gefahr, dass man sich die wahren magischen Momente des Lebens zerdenkt. Das ist wirklich schade. Oft genug werden unsere vermeintlichen inneren Widersprüche zum Objekt der Gedanken. Plötzlich ist man hin- und hergerissen, sucht seinen Standpunkt, seine innere Mitte. Doch man verstrickt sich in Gedanken, die letztlich alles nur noch schlimmer machen.

Den eigenen Punkt der inneren Mitte kann man, meiner Meinung nach, nicht mit dem Kopf finden. Zu sehr ist unser aller Denken von Erziehung, Normen und Vorgaben der Gesellschaft geprägt. Ich habe sogar das Gefühl, dass diese Konditionierungen eher noch massiver werden. Sie hören niemals auf. Wie also können wir unsere Individualität bewahren und eine Antwort auf die Frage finden: "Wer bin ich wirklich? Was macht mich aus?"

Nach meiner Erfahrung findet man in seinen Gedanken keine Antworten. Unser sog. rationaler Verstand kann uns zwar logisch schlüssige Resultate liefern, das bedeutet aber noch lange nicht, dass wir diese wirklich verinnerlichen können, um am Ende eine Antwort auf die Frage nach unserem wahren Selbst zu finden. Diese Antwort halte ich aber für eine der Wichtigsten in unserem Leben. Nur wenn wir uns selbst spüren, wissen wir, wer wir sind. Wenn wir nicht darüber nachdenken müssen oder gar "Positionspapiere" erstellen, in denen wir uns selbst definieren, dann bekommt unser Leben einen wirklichen Sinn.

Jeder Einzelne wurde an einen bestimmten Platz auf dieser Welt geboren, hat dort seine ganz persönliche Aufgabe und ist zweifellos bedeutend und unersetzlich in der Symbiose aus Planet, Natur und Mensch. Genau das und nichts anderes definiert den Wert und die Würde des Menschen. Jeder Mensch ist einmalig und kein Leben ist wertvoller als ein Anderes. Somit ist es, in meinen Augen, die wahre Herausforderung für das Individuum, seinen Platz und seine Aufgabe in dieser Welt zu finden und zu leben. Allerdings sollte auch jeder die Toleranz besitzen, dem Anderen genau diesen Freiraum zu geben.

Das Finden setzt, meiner Meinung nach, voraus, dass man das Denken, in den entscheidenden Situationen, soweit wie möglich ausschaltet. Dann gelingt es auch, zum wahren Kern seines Wesens vorzudringen und der zu sein, der man wirklich ist. Niemand hat das Recht, uns zu sagen, wer wir sind. Nur wir selbst können das ergründen. Dogmen, Parolen und vorgefertigte Meinungen/Urteile, die man uns überstülpen will, versklaven uns nur zu "funktionierenden" Bürgern. Das aber hilft dem Individuum nicht und dem sozialen Miteinander erst recht nicht. Es reduziert die soziale Kompetenz massiv.

Ich bin froh und glücklich, meinen Weg gefunden zu haben, muss aber gestehen, dass ich gar nicht so recht weiß, wie mir das gelungen ist. Ich muss es auch nicht wissen, denn damit würde ich es mir wieder zerdenken. Er jedenfalls, Tristan-Rex, hat einen großen Anteil daran, bis heute, denn er lebt in meinem Herzen weiter. Seine innere Ruhe strahlte auch auf mich aus, erreichte mein Herz, sein Wesen beeindruckte mich und irgendwie wurde er sowas wie mein "Geistvater". Das alles ohne Worte und ohne Gedanken, einfach so ....


Freitag, 18. März 2016

Schreibtagebuch 18.03.2016

Ich beginne heute mit meinem Schreibtagebuch und werde regelmäßig über die Fertigstellung meines aktuellen Romans "Quinta Eanna - Himmelswölfe berichten". Außerdem bekommt Ihr auch schon einen kleinen Einblick in die Handlung.

Mittlerweile sind runde 340 Seiten fertiggestellt, aber das Ende ist noch offen. Da es sich ja um den ersten Band einer Trilogie handelt, muss ich mir noch darüber klar werden, wo ich den Schnitt mache.
Meine Lektorin arbeitet sich momentan durch die Seiten und ich bin schon sehr gespannt, mit welchen Anmerkungen sie auf mich zukommt. Diese Phase des Bearbeitens eines Buches, ist für mich immer sehr spannend. Außer meiner Frau Karin, ist die Lektorin ja der erste Leserin meines jeweils aktuellen Werkes. Man selbst steckt tief in der Handlung, hat sich im Kopf ein Universum aufgebaut, das man dann in die Tasten haut. Logisch, gewisse Dinge fallen einem nicht auf, für den zukünftigen Leser aber könnten sie den Lesespaß mindern.
Gerade bei einem Roman, der auf der eigenen Biographie basiert, ist es  nicht einfach, alles so darzustellen, dass der Leser problemlos in die Handlung einsteigen kann, selbst dann, wenn er den Autor nicht kennt und nichts über ihn weiß. Doch genau so sollte es ja sein.
Bei meinem letzten Buch "Retro 2032", war das insofern einfacher, als ich die Charakteren selbst entworfen habe. Man entwirft die Personen Schritt für Schritt. Als Autor ist man ebenfalls Außenstehender, wie der Leser selbst. Gemeinsam mit dem Leser nähert man sich den Akteuren und entdeckt sofort, wenn etwas unlogisch ist oder man Dinge voraussetzt, die vorher nirgends beschrieben sind.

Geht es um einen selbst, ist das natürlich anders. Man kennt sich selbst, jedenfalls sollte man das. Vieles jedoch, was für einen selbst völlig klar und normal ist, kommt dem Leser erst mal fremd und ungewohnt vor. Er muss sich der Hauptfigur genauso nähern können, wie in einem Buch mit fiktiver Handlung. Sich selbst einerseits realistisch darzustellen und dennoch so, dass der Leser nicht stolpert, weil ihm Hintergrundinformationen fehlen, ist eine echte Herausforderung. Erschwerend kam hinzu, dass ich nicht in der Ich-Form schreibe. Nur die zahlreichen Auszüge aus meinen Tagebüchern sind geblieben wie sie waren und dementsprechend auch in der Ich-Form verfasst. Die Spannung zwischen diesen beiden Erzählformen fand ich spannend und herausfordernd. Genau deswegen habe ich sie auch so gewählt.

Also mal sehen, ob im Manuskript mehr rote Anmerkungen und gelbe Kommentare zu finden sind, als schwarze Schrift. Vielleicht ist meine Lektorin ja gnädig, oder ich hab´s ganz gut hinbekommen, was mir das Allerliebste wäre.

Ihr werdet es bald erfahren
Ein schönes Wochenende wünscht Euch
Peter-Johannes

Samstag, 12. März 2016

Willkommen bei meinem Blog

Ich bin Autor und betreibe gleichzeitig ein Naturschutzprojekt in Portugal. Vieles bewegt mich, ja entsetzt mich geradezu. Ich habe mich für ein zweigleisiges Lebenskonzept entschieden. Schreiben ist meine große Leidenschaft. Andererseits reicht mir das nicht, denn ich will nicht nur mit der Tastatur etwas verändern, sondern auch mit den Händen.

Unsere globalisierte Welt rennt zielsicher auf ein Desaster zu. Alle wissen es, manche ignorieren es, manche verdrängen es, manche haben Angst aus ihrer Bequemlichkeit gerissen zu werden und wieder andere irren ziellos durch unser gesellschaftliches Leben und schließen sich einfach denen an, die die eingängigsten Parolen und Versprechungen absondern. Viele sind durchaus betroffen, berührt von Bildern brennender Asylbewerberheime, berührt von ertrinkenden Menschen im Mittelmeer, entsetzt von Tierquälerei und Umweltzerstörung oder den regelmäßig wiederkehrenden Lebensmittelskandalen. Man schüttelt den Kopf, nimmt sich vor etwas zu tun, doch bevor aus dem Vorhaben eine konkrte Aktion wird, hat der Alltag bereits wieder die Oberhand gewonnen und es bleibt beim empörten Berührtsein.

Klar, wir sind gestresst, haben immer weniger Zeit und diese neue, multimediale Gesellschaft mit ihren 2nd und 3rd Screenangeboten lässt uns ja nicht mal mehr in Ruhe fernsehen. Okay, bleibt also nur zu hoffen, dass es die Politik am Ende doch richten wird. Wir vertrauen Menschen, die wir nicht wirklich kennen, indem wir ihnen alle 4 Jahre unsere Stimme geben und darauf bauen, dass sie es schon richten werden. Wir haben eine „Mutti“ als wichtigste Politikerin, wie schön. Da las ich doch heute zufällig diesen Spruch: „Eine Mutter kann vieles ersetzen, aber nichts kann eine Mutter ersetzen“. Okay, wir haben unser aller Mutti und daher müssen wir uns auch keine soooo großen Sorgen mehr machen, oder doch?

Wollen wir wirklich etwas ändern oder bauen wir darauf, dass während unserer verbleibenden Lebenszeit eh nichts Schlimmes passieren wird?

Ich will mein Leben nicht auf vage Hoffnungen gründen. Ich will nicht nur der empörte Zuschauer sein, ich will mehr, ich will konkret etwas tun und ich tue das schon viele Jahre lang an dem Ort an den die Wellen des Lebens mich gespült haben. Wenn wir diese Welt verändern wollen, wenn wir sie menschlich machen wollen, wenn wir sie wieder zu UNSERER Welt machen wollen, dann sollten wir sie weder den Politikern noch den weltweit operierenden Konzernen überlassen. Wir sollten sie wieder zu unserer Welt machen, in der WIR bestimmen und das nicht nur alle 4 Jahre an der Urne … kein Wunder, dass dieser Kasten WahlURNE heißt, denn in dieser Urne beerdigen wir unsere Selbstbestimmung, aber auch unsere Selbstverantwortung.

Deswegen beginne ich diesen Blog, in dem ich über all das berichten werde, was sich in meinem unmittelbaren Umfeld abspielt, was ich tue, was ich erfahre, was ich recherchiere, was mir besonders gegen den Strich läuft, was kaum jemand weiß und was unser aller Leben massiv beeinflusst ohne dass wir es merken.

Da auf Medien kein Verlass ist, nicht mal auf die Öffentlich-Rechtlichen, denke ich, dass es wichtig ist, Dinge bekannter zu machen, die gerne unter den Teppich gekehrt werden. Meinungsmanipulation kann man nur durch Fakten begegnen und diese Fakten können auch schon mal dem entgegenlaufen, was man uns glauben machen will. Meine Themen sind:

  • Naturschutz und Ökologie
  • Nahrungsmittelproduktion und Ausbeutung der 3. Welt samt der Schwellenländer
  • Die Privatisierung der weltweiten Wasserressourcen
  • EU-Politik, Gentechnik, TTIP und CETA
  • Flüchtlingspolitik und die wahren Gründe, warum es überhaupt Flüchtlinge gibt
  • Eugenische Bestrebungen und der wahre, weltweite Rassismus