Sonntag, 14. August 2016

Warum ist es wie es ist?

Nicht selten habe ich mir die Frage gestellt, warum mir bestimmte Dinge im Leben widerfahren sind. Bisweilen empfand ich ein vermeintliches Unglück als ungerecht, glaubte irgendwie vom Glück vergessen worden zu sein. Ok, ich definierte Glück schon immer etwas jenseits der üblichen Standards, indem ich es nicht an Materielles gebunden hatte. Für mich bezog sich der Begriff Glück vor allem auf mein Innenleben, also ein gewisses in sich ruhen, sich selbst lieben können, seine Bestimmung finden, wissen wo man seinen Platz im Leben hat. Der Kern des Glücks war für mich  das Gefühl angekommen zu sein. Doch dieses Gefühl hatte ich über 40 Jahre hinweg niemals.

Solange ich denken kann, habe ich nach dieser Geborgenheit gesucht, die ich in meinem Elternhaus nie fand. Unbewusst aber hatte ich wohl schon als kleines Kind das eine Prinzip verstanden (meine ältesten Erinnerungen reichen zurück in die Zeit als ich ungefähr 4 Jahre alt war): Das Leben fordert dich heraus, es lässt dich kämpfen, damit du stark wirst, so stark, dass du die wahren Herausforderungen deines Lebens später meistern kannst und nicht zerbrichst.

Ich musste kämpfen und ich musste diese Kämpfe gewinnen. Es waren Kämpfe, die in mir getobt haben, ja sogar dazu angetan waren, mich zu zerstören, zumal es um die Grundbedürfnisse eines Kindes/Menschen ging: Geborgenheit, geliebt werden, Vertrauen. Das Leben hat mir einen unsichbaren roten Faden an die Hand gegeben, eine Art Lebensplan, an dem ich mich orientieren konnte. Nein, ich kannte diesen Plan nicht, wusste gute 40 Jahre lang nicht einmal, dass er existiert, aber irgendwie habe ich doch gespürt, dass da etwas ist. Glücklicherweise bin ich diesem Unbewussten gefolgt, habe gekämpft und fest daran geglaubt, dass es einen Ort gibt, aber auch Menschen und Seelen, bei denen ich Geborgenheit finden kann, denen ich vertrauen darf, ohne enttäuscht zu werden und von denen ich geliebt werde, so wie ich bin, mit all meinen Fehlern und Macken. Es ist nicht mal eine Handvoll Menschen, auf die das zutrifft, aber es sind die entscheidenden Menschen und denen möchte ich mit genau diesen Zeilen sagen, wie dankbar ich ihnen bin und wie sehr ich sie liebe. Die Einen leben in Deutschland, die Anderen hier in Portugal.


Meine Frau Karin ist der Mensch, der das alles hier mit mir teilt, zu mir steht, egal was kommt und mich so nimmt, wie ich bin. Ich sag inmer zu ihr: "Ich möchte nicht mit mir zusammen sein müssen". Es ist schon ein besonderes Glück, wenn man im Leben seinen Seelenpartner trifft und dafür bin ich unendlich dankbar.

Karin wie auch ich, wir haben beide ein hartes Leben hinter uns, mussten mit Erlebnissen klarkommen, die uns hätten brechen können. Dennoch sind wir stärker geworden. Unsere Herzen haben sich nicht verhärtet, wir sind nicht verbittert oder mürrisch, nein, wir sind so stark geworden, dass wir seit vielen Jahren anderen Wesen genau das geben können, was wir selbst immer gesucht und über viele Jahre hinweg vermisst haben. Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, führten dazu, dass wir genau den Wesen Geborgenheit, Liebe und Verlässlichkeit schenken können, die gänzlich vergessen und abgeschrieben wurden. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf unsere Hunde, sondern auf die Natur insgesamt. Egal ob Käfer, Schlange, Eidechse, Biene oder Vogel, egal ob Baum, Busch, Blume oder Gräser, wir geben der Natur das, was sie zurecht von ihren Mitbewohnern namens Mensch erwarten kann: Respekt, Fürsorge, Sicherheit.

Manchmal denke ich, dass wir schon als Kinder einen Vertrag mit der Natur unterschrieben haben, ohne es zu wissen. Im Laufe unseres Lebens lernten wir, worauf es wirklich ankommt und nun ist es an uns, diesen Vertrag zu erfüllen. Es war ein langer Weg, es war ein Weg, geprägt von teilweise verstörenden und auch grausamen Erlebnissen, doch wir sind angekommen, haben unser emotionales Zuhause gefunden und geben dem Leben - und damit der Natur - das zurück, was sie uns gelehrt hat. Das ist der Grund, warum ich unser Zuhause damals, vor über 20 Jahren Quinta Eanna getauft habe, denn es bedeutet zu Deutsch Haus des Himmels.













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