Wasser ist die Lebensader für den gesamten Planeten und doch wird es immer knapper. Das ist allgemein bekannt, denn der Klimawandel verknappt die Wasserresourcen. Auch das weiß man allgemein.
Weniger bekannt allerdings ist, dass es einige wenige Konzerne gibt, die mit aller Macht die Hand auf die Wasserresourcen legen und sie privatisieren, um sich ein weltweites Monopol auf sauberes Wasser zu sichern. Allen voran agiert Nestlé sehr aggressiv auf dem Wassermarkt, aber auch Coco Cola und einige andere global Player haben das Wettrennen um die knapper werdenden Quellen aufgenommen.
So entstehen perverse Situationen in denen Menschen in Slums leben, keinen Zugang zu sauberem Wasser haben und ihr Geld buchstäblich nebenan in einer von Nestlé betriebenen Wasserfabrik verdienen. Der Lohn ist minimal und jeder Arbeiter bekommt pro Tag eine Plastikflasche "Pure Live" in die Hand gedrückt. Das bedeutet 1 Liter Wasser für einen Familienvater mit mehreren Kindern pro Tag. Den Rest des Wassers schöpfen sie aus Pfützen und verseuchten Gewässern, weil nebenan Roundup auf Genpflanzen gesprüht wird.
Da ich auch in einem Land mit Wasserknappheit lebe und in den letzten 20 Jahren erlebt habe, wie der Grundwasserspiegel gesunken ist und Wassermangel auch unser Projekt bedroht, liegt mir das Thema natürlich sehr am Herzen. Bei uns in Portugal ist es noch nicht Nestlé, die den freien Zugang zu Wasser bedrohen, sondern die Agrarkonzerne, die Unmengen Wasser verbrauchen, wobei durch die großen Bewässerungsanlagen die Effektivität eher gering ist. 70% der Wassers erreichen ihre Bestimmung nicht. Konkret an der Algarve sind es die Golfplätze, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind und Mengen an Wasser verbrauchen, die man sich in Zahlen gar nicht vorstellen kann. Da dient das Wasser nicht mal der Nahrungsmittelproduktion, sondern der Freizeitgestaltung einiger Weniger, die auf perfektem Grün, einen kleinen Ball durch die Gegend schießen wollen. Das alles in einer Region, in der im Sommer eigentlich nichts wächst und alles braun und verdorrt ist. Hier ist der Sommer der Winter und im Winter wird alles grün, wächst und blüht.
Man hat die Logik der Natur auf den Kopf gestellt und die wenigen, verbliebenen Kleinbauern haben kaum noch Chancen ihre Felder vernünftig zu bewässern, während Brunnenfirmen Hochkonjunktur haben und die Preise für Bohrlöcher ins Utopische schießen. Somit können sich auch wieder nur einige Wenige diese Brunnen leisten und der Aufkauf von Land durch Agrarkonzerne wird einfacher und vor allem billiger.
Mehr dazu in meinem Thriller "Retro 2032 - Sie vergaßen das Gestern"
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