Der etwas andere Steckbrief
Da ich in letzter Zeit viele neue Fans
hinzubekommen habe, die noch nicht wirklich wissen, wer ich bin und
was ich so treibe, hier ein erster Blick auf meine Person.
Ich wurde 1953 geboren, jedenfalls
körperlich, der geistige Durchbruch jedoch gelang mit erst im Jahr
1995, als ich mein Leben komplett umstellte und mir einen
wunderschönen, fast 200 Jahre alten Bauernhof an der Algarve kaufte.
Wenn man so ein historisches Anwesen sein Eigen nennen darf, will man
auch dort wohnen. Folgerichtig verkaufte ich alles, was mich an
Deutschland band, packte die persönlichen Dinge in ein paar
Umzugskartons und wanderte nach Portugal aus, wo ich noch immer lebe.
Eine völlig neue Welt tat sich für
mich auf, denn plötzlich lebte ich inmitten fast unberührter Natur,
fernab von allem Trubel und Konsum. Diese neue Welt öffnete auch
meinen Geist und verschob die Prioritäten des Lebens dahin, wo sie
nach meinem Empfinden hingehören.
Ich lebte bis 1995 in Köln, führte
ein erfolgreiches Softwareunternehmen, bewohnte einen Atriumbungalow
und fuhr schnelle Autos und Motorräder. Es war ein Leben, das keine
Wünsche offen ließ, jedenfalls nicht im materiellen Bereich.
Innerlich aber spürte ich eine gewisse Leere, die auch der neueste
BMW M5 nicht füllen konnte. Lange Jahre konnte ich diese Leere nicht
greifen, nicht in Worte fassen, doch sie begleitete mich tagtäglich,
mehr noch … sie begann, sich immer mehr in den Vordergrund meines
Denkens zu schieben. So kam der Tag der Tage, während eines Urlaubs
an der Algarve. Eher zufällig traf ich auf dieses wunderschöne
Anwesen, das man hierzulande Quinta nennt. Ich erweiterte den Namen
und nannte meinen Bauernhof von nun an „Quinta Eanna“, was zu
Deutsch „Haus des Himmels“ bedeutet. Als ich mir diesen Namen
überlegte, ahnte ich noch nicht, welch tieferen Sinn er bekommen
würde.
Ich war damals 41 Jahre alt, zu jung
also, um die Füße auf den Tisch und den Waschbrettbauch – den ich
damals noch hatte – in die Sonne zu halten. Die erste Zeit
verbrachte ich damit, das uralte Bauernhaus mit seinen meterdicken
Wänden im alten Stil zu renovieren. Es gab weder Strom noch Wasser,
kein Badezimmer und keine Toilette. Zusammen mit zwei portugiesischen
Freunden nahm ich es in Angriff und wir restaurierten das Gebäude
mit den traditionellen Materialien, im alten Stil.
In den Folgejahren hätte ich Zeit
genug gehabt, meinen Lebenstraum endlich wahr werden zu lassen und
Schriftsteller zu werden. Seit meiner frühesten Jugend schreibe ich,
doch irgendwie fand ich nie die Gelegenheit, mich ganz und gar der
Schriftstellerei zu widmen. Mein Studium der Geschichte und
Archäologie musste ich selbst finanzieren, also jobben, und auch
danach stand der Erwerb des Lebensunterhalts immer im Vordergrund.
Doch auch in Portugal schien die Zeit noch nicht reif zu sein.
Zahllose Tiere lebten im Elend und die unberührte Natur fand sich
nicht unter einer Kuppel der Glückseligkeit. Ausufernde Golfplätze,
Wassermangel und hässliche Fünfsterne-Ressorts, überlagerten die
ausgewiesenen Naturschutzparks. In so einem Naturschutzpark liegt
auch meine Quinta, aber dennoch ist die nächste Formel 1 Rennstrecke
nur 3km weit entfernt.
Wenn Tiere im Elend dahinvegetieren,
fällt es mir schwer, die Augen zu schließen und an ein gemütliches
Leben zwischen Terrasse und Pool zu denken. Ich bin selten in meinem
Leben in etwas „hineingerutscht“. Vielmehr traf ich alle
Entscheidungen geplant, bewusst und unter Vorausschau auf die
Zukunft. Diesmal aber lief es anders.
Ich habe eine Tochter, Sarah, geboren
1984. Sie lebte bis zum „flugfähigen“ Alter bei mir auf unserer
Quinta und ist heute Mutter meiner süßen Enkelin Shantala, die 2011
geboren wurde. Als wir nach Portugal auswanderten, war Sarah so, wie
alle Mädchen in diesem Alter sind. Sie liebte Tiere, besonders
natürlich Pferde, Hunde, Katzen, Kaninchen und Schildkröten. Einen
Papagei und einen Hund, sowie Goldfische brachten wir aus Deutschland
mit. Folgerichtig gaben wir uns auch in die betreuenden Hände eines
ortsansässigen Tierarztes. Dass dieser Kontakt mein Leben radikal
verändern würde ahnte ich nicht.
Sarah fand die Tierklinik faszinierend,
wollte dort neben der Schule jobben und … ja klar, sie wollte
Tieren helfen. Ich hatte nichts dagegen, ahnte ich doch nicht, mit
wie viel Elend, Leid und Tod ich in den folgenden Jahren konfrontiert
würde. Das Leid ausgesetzter Hunde war bereits vorher in meinen
Focus gerückt, doch das was sich bei einem hiesigen Tierarzt
abspielt, kann der Begriff Drama nur unzureichend beschreiben.
Es dauerte nicht lange und auf unseren
rund 10Ha Natur fanden sich erst zwanzig, dann dreißig und am Ende
einhundert Hunde ein, die wir zu versorgen hatten. Sarah konnte nicht
nein sagen, wenn Hilfe gefragt war, und ich auch nicht. Alle unsere
Hunde lebten und leben bis heute frei in Rudeln, die sich zu einem
Clan zusammengefunden haben. Das Grundstück musste ich irgendwann
einzäunen, denn die Nachbargehöfte waren nicht immer erfreut, wenn
ihnen eine Meute von dreißig und mehr Hunden einen Besuch
abstatteten um den Grill zu plündern.
Das Naturschutzprojekt der Quinta Eanna
war geboren und fraß systematisch all meine finanziellen Ressourcen
auf. Wir nahmen ja keine gesunden Tiere auf, sondern schwerst kranke
und traumatisierte, die aufwendiger Behandlungen oder gar Operationen
bedurften. Sarah war bereits flügge, lebte nicht mehr auf der
Quinta, kümmerte sich aber weiterhin, neben ihrer Berufstätigkeit,
um das Projekt. Das Schicksal meinte es gut mit mir. Es schickte mir
einen Engel. Karin bereicherte mein Leben und das so konkret, dass
unser Projekt weiterhin sehr effektiv helfen konnte und wir von nun
an gemeinsam unzählige Seelen vor dem sicheren Tod bewahrten.
2006 dann musste ich die Notbremse
ziehen, denn nach zehn Jahren privater Finanzierung waren die Konten
geplündert. Wir gründeten einen gemeinnützigen Verein, der sich um
Spenden bemühte. Nur so konnte ich das totale Desaster abwenden,
weiterhin Tieren in Not helfen und eine geschundene Natur bestmöglich
schützen.
2015 gründeten wir dann im Rahmen des
Vereins den Spikinet-Verlag, nachdem wir erkannt hatten, dass es
wenig einbringt, als Autor bei einem anderen Verlag unter Vertrag zu
stehen. Auf diese Weise kommen alle Erlöse aus dem Verkauf der
Bücher zu 100% dem Projekt zugute, naja … und ich kann endlich, im
Alter von 62 Jahren, das tun, was ich schon mit 13 tun wollte,
nämlich Bücher schreiben.
Mein
Lebensmotto
Nichts ist unmöglich, denn der
eigene Geist, der eigene Wille und die eigene Disziplin gestalten die
Gegenwart und machen eine Zukunft möglich, die den Namen Zukunft
wirklich verdient. Was man unter einem Kausalnexus versteht, weiß
ich schon seitdem ich mich intensiv mit dem Buddhismus beschäftigt
habe, was es aber in der Lebenswirklichkeit bedeutet, kann man weder
aus Büchern lernen, noch von einem Guru vermittelt bekommen. Einzig
das Leben selbst kann der persönliche Guru eines jeden Menschen
sein.
Wir haben in unserem Projekt Dinge
möglich gemacht, von denen uns Fachleute stets abgeraten haben. Mein
erster Tierarzt meinte, man könne keine zwanzig Hunde im Rudel
halten. Später meinten viele Tierärzte, man müsse Hunde mit
Genick- und Wirbelbrüchen einschläfern, weil man sie nicht
operieren könne. Es folgten Todesurteile für Hunde mit diversen,
angeblich unheilbaren Krankheiten, die wir natürlich nicht
vollstreckten.
Das Schicksal meinte es gut mit uns,
wahrscheinlich weil unsere gesamte positive Kraft in einen
unerschütterlichen Glauben an das Leben floss. Wir fanden Ärzte,
die unsere ethische Sicht des Lebens teilten. Wenn auch 300km weit
entfernt, so machten sie es möglich, dass zahllose Wunder geschahen.
Sie operierten, wir pflegten und sozialisierten all die geschundenen
Kreaturen. Wir gestalteten eine lebenbejahende Gegenwart ohne
Todesspritze, aber auch ohne Leid und Siechtum.
Indem wir in dieser Gegenwart lebten,
lernten wir die Zukunft so zu gestalten, dass es auch wirklich eine
Zukunft für die Natur und unsere Tiere geben konnte.
Wie aber verhält es sich mit der
Vergangenheit? Nun, ich denke, nur wer bereit ist, das Gewesene nicht
auszublenden, sich des Vergangenen immer bewusst zu bleiben und
daraus zu lernen, gestaltet Gegenwart und Zukunft in adäquater
Weise. Dazu gehört es auch, sich selbst Fehler einzugestehen, sich
nichts schön zu reden und sich stattdessen in einem nie endenden
Lernprozess weiterzuentwickeln. Gott hat den Fehler
wahrscheinlich erfunden, damit wir ein effektives Werkzeug haben, das
unsere Entwicklungsprozesse anfeuert.
All das gilt nicht nur für den
Naturschutz, sondern generell für das Leben auf unserem Planeten.
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