Eigentlich hat ein Bericht auf RTL dazu geführt, dass ich mich einmal mehr dem Thema Gentechnik und Kloning widmen wollte. In meinem Roman "Retro 2032 - Sie vergaßen das Gestern" habe ich das Thema intensiv aufbereitet und in die aktuelle politische Entwicklung bzgl. der Globalisierung eingebettet. Die gestrigen Demonstrationen zu TTIP zeigen recht deutlich, dass den Bürgern die Gentechnik doch recht suspekt ist, ja vielen sogar Angst macht.
Keine Angst, ich will jetzt nicht über die USA philosophieren und die wackelige EU. Vielmehr geht es mir um das, was uns im Alltag betrifft, wenn wir über das Kloning nachdenken, so wie dieses Ehepaar in England, das seinen toten Boxer hat klonen lassen, weil sie seinen Tod nicht verschmerzen konnten. Südkorea besitzt ja eine regelrechte Kloningindustrie, vor allem für Tiere, weil es ja noch verboten ist, Menschen zu klonen. Es gibt allerdings genug Belege dafür, dass man mit Menschen auch bereits experimentiert, wenn auch verbotener Weise.
Wer also 80.000.-€ oder mehr übrig hat, kann sein geliebtes Haustier wieder auferstehen lassen. Interessant bei dem RTL-Bericht fand ich, dass die geklonten Boxerzwillinge zwar äußerlich identisch zu dem Verstorbenen waren, im Charakter jedoch untereinander schon sehr verschieden waren und bezogen auf den verstorbenen Hund ohnehin.
Genau das ist in meinen Augen der entscheidende Punkt. Die Persönlichkeit eines Lebewesens kann man eben doch nicht klonen. Selbst Zwillinge bilden, bei aller Gleichheit des genetischen Materials, unterschiedliche Persönlichkeiten aus, sind und bleiben also Individuen. Es mag Ähnlichkeiten geben, aber die gibt es bei Lebewesen generell, weil es eben Typen gibt. Beim Menschen ist das sehr genau erforscht und die Psychologie hat die Typenlehre entwickelt. Soetwas ist zweifellos hilfreich, wenn es um Lebenshilfe u.ä. geht. Dennoch bleibt die Tatsache unangefochten, dass jedes Lebewesen, ob Mensch oder Tier, eine absolut einzigartige und nur einmal vorkommende Persönlichkeit besitzt. Das ist in meinen Augen eines der großen Wunder der Schöpfung. Die Weltbevölkerung umfasst aktuell etwas mehr als sieben Milliarden Menschen und das sind sieben Milliarden Individuen.
Gleiches gilt für die Tierwelt und ich behaupte, dass es auch für die Pflanzenwelt gilt. Leider hat sich das bei den Menschen noch nicht so ganz herumgesprochen. Insbesondere Hunde werden gerne in Rassen kategorisiert und dann wird nur noch auf Rassenmerkmale geschaut, sprich ein Hund wird abgestempelt. Klar gibt es rassische Gemeinsamkeiten. Herdenschutzhunde z.B. agieren grundsätzlich alle sehr ähnlich, Jagdhunde ebenfalls, naja und die sogenannten Kampfhunde sind ja eh in aller Munde als gefährliche Biester, die ganz schnell auf Verbotslisten landen. Ich glaube, Menschen lieben es, zu kategorisieren und ihre Welt in Schubladen zu organisieren, weil es die Welt einfacher und begreifbarer macht.
Was nun dieses Ehepaar aus England angeht, so kann ich durchaus verstehen, dass sie in ihrer Trauer nicht loslassen wollten/konnten. Ich werde hier leider laufend mit dem Tod und dem Loslassen konfrontiert und es schmerzt jedes Mal auf´s Neue. Man sollte sich nicht über Menschen erheben oder mit dem Finger auf sie zeigen, wenn sie ungewöhnliche Wege gehen, mit ihrer Trauer fertig zu werden.
Ich habe in den letzten 20 Jahren gelernt, dass es wichtig ist, jedem geliebten Wesen - Mensch oder Tier - einen festen Platz in seinem Herzen zu geben, zu Lebzeiten ebenso wie nach dem Tod. Dieser Platz in unseren Herzen ist unsterblich, solange wir ihn hegen und pflegen. Ich meine damit nicht, dass wir täglich in Tränen und Depressionen ausbrechen sollten, weil ein geliebtes Wesen gegangen ist, im Gegenteil sollten wir mit Freude und einem Lächeln an die schönen Momente zurückdenken, die wir mit ihm erleben durften. Sie sind und bleiben einmalig, nicht wiederholbar. Entscheidend ist, dass unser Andenken stets von tiefer Liebe begleitet wird, denn genau diese Energie erreicht auch die unsterbliche Seele und verbindet sie mit unserer Seele, ohne dass wir denjenigen soz. zwangweise festhalten und nicht loslassen wollen.
Das Individuum kann man nicht klonen, ebensowenig wie man seine Liebe klonen kann. Die Art und Weise, wie wir jemanden lieben ist ebenso individuell, wie das geliebte Wesen selbst.
Auf dem Foto seht ihr meinen lieben Cascas. Er war ein echter Kampfhund, wurde von einem Polizisten gerettet und zu uns gebracht, obwohl eigentlich die Todesspritze anstand. Er galt als hoch aggressiv, bösartig und kaum zu bändigen. Er hat auch mich zu Beginn zwei Mal ernsthaft angegriffen. Dennoch habe ich an ihn geglaubt, mich nicht beirren lassen und ihm mein Vertrauen und meine Liebe geschenkt. Wir wurden beste Freunde, unzertrennlich und jeder konnte sich auf den Anderen verlassen. Er entwickelte hohe soziale Kompetenz und war mit unseren anderen, zahlreichen Hunden absolut verträglich. Er lebte hier ein Leben ohne Zwang und in Freiheit, so wie es jedem Lebewesen zusteht.
Es war ein echtes Drama, als ich ihn damals wegen eines inoperablen Hirntumors gehen lassen musste, denn er war noch jung. Es kam völlig unerwartet. Cascas war eine Persönlichkeit, ein Freund und ein verlässlicher Partner. Er hat einen festen Platz in meinem Herzen, aber ich weiß auch, dass er einzigartig war. Was wir gemeinsam durchlebt haben, lässt sich nicht klonen, nicht wiederholen. So bleibt mir nur die Freude über wunderschöne Jahre mit ihm, tolle Erlebnisse und ein warmes Gefühl, wenn ich an ihn denke, was ich tagtäglich tue.

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