Montag, 9. Mai 2016

Moni wird 15

„Papa, Du wolltest doch schon immer einen Schäferhund, oder?“, umschmeichelte Sarah´s seidenweiche Stimme Peters Ohr.
„Naja … hm … muss ja nicht sein, wir haben schon genug Hunde oder meinst Du nicht?“, besah er sich fragend das Telefon und schüttelte den Kopf.
„Ja schon, aber so ein Schäferhund hat auch viele Vorteile, vor allem kann er unsere Ziegen hüten“, ließ die 17-jährige nicht locker.
„Dafür haben wir doch Amadeu?“, widersprach Peter, das Unglück schon ahnend. „Also sag´s einfach frei raus. Welches Problem hast Du wieder aufgegabelt?“
„Sie ist erst 4 Monate alt und ihr Besitzer ist ein Idiot. Er ist ihr mit dem Motorrad über den Hinterlauf gefahren, hat einen komplizierten Bruch verursacht und will nun die OP-Kosten nicht aufbringen.“
Eine spannungsgeladene Stille breitete sich im inneren des Telefons aus. Peter seufzte, schüttelte erneut den Kopf und ließ die Stille gewähren. Im Kopf aber ging er bereits die Möglichkeiten durch.
„Sie soll jetzt eingeschläfert werden“, nahm Sarahs Stimme einen flehenden Unterton an. „Der Doc operiert sie aber für kleines Geld, weil wir doch befreundet sind.“
„Aha … und was bedeutet 'kleines Geld'?“
„Weiß nicht, aber nicht viel“, wich Sarah aus.
„Und nach der OP?“
„Muss sie 6 Wochen im Gipsbett liegen und man muss sie halt zum Pipimachen etc. raustragen … und so … ist aber kein Problem, das kriegen wir schon hin.“
„Na dann … wenn Du es sagst“, runzelte er die Stirn und zog die Mundwinkel nach unten.
„Klar … und auf einen Hund mehr kommt´s jetzt auch nicht mehr an, oder?“, ergänzte Sarah.
„Nö, natürlich nicht, ob es nun 40 oder 41 sind, macht nicht den Unterschied“, ließ er einen gewissen Sarkasmus durchschimmern.
„Papa, du musst Dich jetzt entscheiden, sonst wird sie sofort eingeschläfert!“
„Schon klar, wie immer … aber ...“, er zögerte kurz, „...na gut, dann sag Jeff, dass ich die Rechnung übernehme, wie üblich. Er soll es aber ordentlich machen und keine Billigoperation, wenn schon, dann richtig und vor allem so, dass sie lange leben und schmerzfrei laufen kann, okay?“
„Okay, super, danke Papa!“, jubelte Sarah und legte ohne weiteren Gruß auf.

Das war im Jahr 2001, sozusagen in der Ur- und Frühgeschichte von Spikinet, als es nur Sarah gab, mich und die Quinta, ohne Verein und ohne, dass ich jemals gedacht hätte, da zu landen, wo ich heute gelandet bin …
Moni ist heute 15 geworden, top fit und läuft wie eine Junge. Sie blieb nicht der einzige Schäferhund, der den Weg zu mir fand. Bereut habe ich es nie und auch die anderen vielen hundert Notfälle nicht, denen ich helfen konnte. Mein Leben allerdings nahm einen völlig anderen Verlauf, als ich es je geplant hatte … damals … als ich beschloss nach Portugal auszuwandern und ein einfaches Landleben als Schriftsteller zu führen. Wie heißt es so schön: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“

Herzlichen Glückwunsch, treue Moni, die mich immer und überall begleitet!!!!
 
 

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