Montag, 7. November 2016

Auf den Körper hören

Sicherlich habt Ihr Euch schon gewundert, dass ich so lange nichts mehr gepostet habe, aber es hat mich daniedergestreckt. Irgendwie waren die letzten Wochen doch etwas zu viel für mich und so hat der Körper dann mal ein Stop gesetzt.

Es ist zweifellos keine leichte Aufgabe, immer auf das zu hören, was einem der Körper signalisiert. Wenn man Verantwortung trägt, ist man immer geneigt, seine Grenzen weiter zu definieren, als man es tun sollte. Den Alltag etwas bedächtiger anzugehen, liegt mir überhaupt nicht, zumal ich morgens eh schon nicht weiß, wie ich all die 1001 Tagesaufgaben bewältigen soll. So hab ich wohl schon seit Langem einfach nicht wahrnehmen wollen, was mein Körper mir sagte, obwohl er sich durchaus deutlich gemeldet hat. Nun bin ich ja niemand, der dauernd irgendwelche Pillen schluckt, damit´s ihm besser geht, zumal 90% aller Medikamente für mich eh nicht passend sind und ich sie nicht nehmen darf.

Ich finde es nicht wirklich einfach, Stress abzubauen, aber ich habe gemerkt, dass Stress im Kopf beginnt. Oft ist es auch eine Frage des Fokus. Man glaubt, alles gleichzeitig machen zu müssen, weiß nicht, wo man Abstriche machen kann/darf/sollte. Das ist dann meist der Anfang vom Ende. Ich lerne gerade, dass der Fokus auf das Wesentliche, die beste Methode ist, Stress abzubauen und dennoch den Anforderungen gerecht zu werden. Ich denke sogar, dass der Mut zur Lücke die Qualität dessen was man tut verbessern kann. Nach meiner Erfahrung treiben einen noch nicht einmal die Erwartungen Anderer, denen man gerecht werden will, sondern vor allem die Erwartungen an sich selbst und die sind immer höher, als die der Mitmenschen. Ich denke, wir neigen dazu, uns selbst zu überfordern, uns selbst zu viel abzuverlangen und am Ende liegen wir dann auf der Nase.

Der Körper ist ein sehr guter Gradmesser und zeigt uns die Grenzen deutlicher auf, als es der Verstand jemals könnte. Letztlich bestehen wir Menschen ja nicht nur aus Einzelaspekten, sondern sind auf das harmonische Zusammespiel von Körper, Geist und Seele angewiesen, um überhaupt ein erfülltes Leben führen zu können. Wenn wir den Fehler machen, einen der drei Aspekte herauszugreifen und die beiden anderen zu vernachlässigen, dann kann´s kritisch werden.

So ist unser Kopf voller Dogmen und Konditionierungen. Der ewige Satz "Du musst" treibt uns durch den Alltag, losgelöst von unseren wirklichen Bedürfnissen. Den Körper wiederum kann man als etwas sehen, dass man mit Sport oder gesunder Ernährung fit hält ... oder auch einfach vernachlässigt, weil es lästig ist, sich einer gewissen Disziplin zu unterwerfen. Ok, zugegeben, sich gesund zu ernähren, ist in der heutigen Zeit ein echter Akt geworden, denn selbst Biolebensmittel sind ja häufig nicht wirklich gesund, ganz zu schweigen von veganen Ersatzstoffen, die dann ein Steak simulieren, indem sie aus 100% Chemie bestehen. Ja, ich bin auch Veganer, aber nicht von der verbissenen Sorte, keiner von denen, die Dogmen folgen und sich über eine ziemlich verworrene Ideologie mit unsinnigem, ja bisweilen militantem Auftreten zu profilieren versuchen. Kurzum hab ich mit verbissenen, ideologisierten Menschen nichts am Hut. Für mich ist einfach klar, dass ich keinen Beitrag dazu leisten will, das Tierelend und die Verachtung der Kreatur als fühlendes Wesen zu unterstützen. Es wäre ja auch wenig sinnvoll, sich für den Respekt vor der Natur und den Tieren einzusetzen und gleichzeitig Massentierhaltung, unwürdige Tiertransporte und skandalöse Schlachtmethoden zu unterstützen, indem man das eigene Verhalten aus mangelnder Disziplin und Bequemlichkeit nicht anpasst. Da ich tagtäglich mit geschundenen Kreaturen - bis hin zu Schweinen - arbeite, ist das vegane Leben für mich eine Frage der Logik und nicht der Ideologie. Dabei ist mir sehr wohl bewusst, dass der Mensch nicht als Veganer konstruiert ist, aber der Mensch hat es geschafft, sich das Fleisch als Nahrungsmittel selbst zu entziehen, indem er den Tieren die Würde genommen hat und sie als seelenlosen "Rohstoff" behandelt, den man wie Müll behandeln kann.

Meinem Körper tut das vegane Leben gut, denn ich vermeide - so gut es geht - jegliche Chemie und eben auch die ganzen Antibiotika im Fleisch und im Fisch, die der Mensch ja munter in den Speisen zu sich nimmt und sich dann über Resistenzen wundert. Meine Blutwerte sind auch nach Jahrzehnten immer noch top, wie ich letztens wieder gesehen habe - zugegebenermaßen war ich freudig erstaunt, dass meine Ernährungsweise so gut funktioniert.

Was die Seele angeht, so ist das für viele Menschen irgendwas, von dem man zwar weiß, dass es vorhanden ist, aber es fehlt der Kontakt, das Erkennen, wie die Seele zu unserem Leben gehört und was sie uns sagen kann. Eine leidende Seele aber drückt sich ebenfalls über den Körper aus und somit haben wir mit unserem Körper den Gradmesser unseres ganzheitlichen Wohlbefindens schlechthin. Er ist der Faktor, der alles zusammenhält, er ist auch der Faktor, der sich irgendwann wieder auflöst, während Seele und Geist in andere Welten entschweben.

Nun, ich wusste das alles schon immer, doch ich hatte es ein wenig in den Hintergrund gedrängt, hab mich übernommen und jetzt ... muss ich zusehen, dass ich wieder zu einem harmonischen Ganzen finde.

Auf dem Bild seht ihr unsere Alpha-Hündin Rosa, die mich buchstäblich auf Schritt und Tritt begleitet. Wenn sie besonders anhänglich ist, dann weiß ich, dass mit mir etwas nicht stimmt. Sie spürt bei Hund und Mensch gleichermaßen, wenn sie krank sind. Dies ist eine Fähigkeit, die eigentlich alle Hunde haben, sofern man ihnen ihre natürlichen Instinkte nicht abgewöhnt ....

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