Wem
passiert das nicht? Jemand beleidigt einen und man wird richtig
richtig wütend, sauer und würde am liebsten …
In
Zeiten der (un)sozialen Netzwerken widerfährt einem das sogar
wesentlich öfter, denn man trifft auf Menschen, mit denen man in
einem „normalen“ Alltag, ohne Facebook & Co., wahrscheinlich
nichts zu tun hätte. Gut versteckt hinter Fantasienamen und
Pseudonymen scheint plötzlich alles erlaubt. Man kann beleidigen,
diskriminieren und Leuten einen auswischen, auf die man normalerweise
gar nicht treffen würde. Es werden die primitivsten Instinkte
wachgerufen und das keineswegs nur bei primitiven, dummen, dumpfen
Menschen, wie man oft glauben mag. Gerade diejenigen, denen man es
kaum zutrauen würde, wenn man ihnen gegenüber sitzt, nutzen gerne
die Gelegenheit, ihre innere Sau mal richtig rauszulassen, weil´s ja
ungestraft und man unerkannt bleibt.
Gefährlich
daran sind die Stimmungsmacher, diejenigen, die vorgeben, was
angesagt ist und was eine korrekte Meinung zu sein scheint. Das Tolle
daran ist, man muss nicht mehr selber denken, sondern kann sich
einfach dranhängen und mit draufhauen.
Wie
aber geht man als Betroffener damit um, wenn man beleidigt wird und
in einem die Wut aufsteigt??? Ich neige immer dazu, aus jeder
Situation für mich eine Lernaufgabe zu machen. Ich sehe mir also
meine Wut an, überlege, warum mich etwas wütend macht und welche
Knöpfe es bei mir drückt. Meine Wut und mein Ärger haben einen
Grund und der ist primär erst einmal in mir zu suchen. Wut ist eine
sehr lebendige Erfahrung, eine wichtige Erfahrung UND vor allem eine
sehr persönliche Erfahrung. Ich denke, es ist hilfreich für die
eigene Entwicklung, in sich hinein zu schauen und zu überlegen, was
da gerade in einem passiert. Man beginnt, sich selbst besser zu
verstehen.
Im
Ergebnis wird man ruhiger, gelassener UND man lernt sich selbst noch
viel besser kennen. Man schont seine Nerven und kommt dem alten
Spruch von Wilhelm Busch näher:
"Will sich dein Nachbar mit dir streiten, so setz' dich nicht gleich zur Wehr
Verdopple deine Höflichkeit, es ist christlicher und ärgert mehr"

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