Montag, 25. April 2016

Verantwortung übernehmen???

Kann man Verantwortung einfach so abschütteln, indem man sie ignoriert?

Ich denke, dass es ein wichtiger Wert in unserem Leben sein sollte, Verantwortung zu übernehmen und dazu dann auch zu stehen, solange es geboten und zugesagt ist. In bestimmten Lebensbereichen hat man eine Wahl, kann der Übernahme von Verantwortung zustimmen oder sie ablehnen. Wenn der Nachbar fragt: „Kannst Du übers Wochenende auf meine 3-Jährige aufpassen?“, dann kann ich Ja oder Nein sagen, je nachdem ob ich glaube dieser Verantwortung gewachsen zu sein oder nicht. Wenn ich Ja sage, dann kann ich halt nachmittags nicht zum Fußball oder Samstagabend in die Disco – logisch.

Dann gibt es Lebensbereiche in denen man zwar Ja gesagt hat, aber eher meinte: „ja schon, aber nur solange es mir keine Mühe macht“. Das sind dann die Fälle, in denen sich jemand urplötzlich aus der Verantwortung stiehlt und sie wegschieben will. Das gilt u.a. immer öfter für Menschen, die sich zur Aufnahme von Haustieren entschlossen haben.

Und dann gibt es Lebensbereiche, in denen man keine Wahl hat. Als soziales Wesen Mensch, kann man bisweilen die Augen nicht verschließen, sollte über den Tellerrand sehen und Verantwortung übernehmen. Ich empfinde das als ein MUSS. Ignorieren und nicht wissen wollen, ist zwar eine Strategie, aber eine sehr gefährliche. Irgendwann holt einen das Wegschauen ein, wird das Desinteresse zum Bumerang, der dann hart am Kopf einschlägt und bisweilen mehr als eine Platzwunde hinterlässt.

Ich lebe mit Wesen zusammen, deren Bereitschaft, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen beeindruckend ist, ebenso wie ihr Sozialverhalten insgesamt. 20 Jahre in und mit einem freien, sehr sehr großen Hundeclan haben mir gezeigt, was ein funktionierendes Sozialsystem vermag. Indem die Gemeinschaft über dem Einzelnen steht, steht der Einzelne im Mittelpunkt allen Handelns und ist in der Gemeinschaft bestens geschützt und versorgt. Es klappt auf jeden Fall perfekt und besser als in einem sog. Sozialstaat, wo letztlich doch nur jeder aus sich schaut und möglichst wenig abgeben will.

Wir haben jedem Einzelnen unserer großen Sozialgemeinschaft zwar das Leben und die Gesundheit gerettet, aber sie haben uns gelehrt, was MITEINANDER bedeutet und wie man Verantwortung trägt, nachhaltig und bis zum Lebensende. 




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