Kann
man Verantwortung einfach so abschütteln, indem man sie ignoriert?
Ich
denke, dass es ein wichtiger Wert in unserem Leben sein sollte,
Verantwortung zu übernehmen und dazu dann auch zu stehen, solange es
geboten und zugesagt ist. In bestimmten Lebensbereichen hat man eine
Wahl, kann der Übernahme von Verantwortung zustimmen oder sie
ablehnen. Wenn der Nachbar fragt: „Kannst Du übers Wochenende auf
meine 3-Jährige aufpassen?“, dann kann ich Ja oder Nein sagen, je
nachdem ob ich glaube dieser Verantwortung gewachsen zu sein oder
nicht. Wenn ich Ja sage, dann kann ich halt nachmittags nicht zum
Fußball oder Samstagabend in die Disco – logisch.
Dann
gibt es Lebensbereiche in denen man zwar Ja gesagt hat, aber eher
meinte: „ja schon, aber nur solange es mir keine Mühe macht“.
Das sind dann die Fälle, in denen sich jemand urplötzlich aus der
Verantwortung stiehlt und sie wegschieben will. Das gilt u.a. immer
öfter für Menschen, die sich zur Aufnahme von Haustieren
entschlossen haben.
Und
dann gibt es Lebensbereiche, in denen man keine Wahl hat. Als
soziales Wesen Mensch, kann man bisweilen die Augen nicht
verschließen, sollte über den Tellerrand sehen und Verantwortung
übernehmen. Ich empfinde das als ein MUSS. Ignorieren und nicht
wissen wollen, ist zwar eine Strategie, aber eine sehr gefährliche.
Irgendwann holt einen das Wegschauen ein, wird das Desinteresse zum
Bumerang, der dann hart am Kopf einschlägt und bisweilen mehr als
eine Platzwunde hinterlässt.
Ich
lebe mit Wesen zusammen, deren Bereitschaft, Verantwortung für die
Gemeinschaft zu übernehmen beeindruckend ist, ebenso wie ihr
Sozialverhalten insgesamt. 20 Jahre in und mit einem freien, sehr
sehr großen Hundeclan haben mir gezeigt, was ein funktionierendes
Sozialsystem vermag. Indem die Gemeinschaft über dem Einzelnen
steht, steht der Einzelne im Mittelpunkt allen Handelns und ist in
der Gemeinschaft bestens geschützt und versorgt. Es klappt auf jeden
Fall perfekt und besser als in einem sog. Sozialstaat, wo letztlich
doch nur jeder aus sich schaut und möglichst wenig abgeben will.
Wir
haben jedem Einzelnen unserer großen Sozialgemeinschaft zwar das
Leben und die Gesundheit gerettet, aber sie haben uns gelehrt, was
MITEINANDER bedeutet und wie man Verantwortung trägt, nachhaltig und
bis zum Lebensende.

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