Donnerstag, 24. März 2016

Gedanken zu Mainstream und Rezensionen

Rezensionen sind für einen Autor natürlich wichtig. Zum Einen erfährt man, wo man mit seinem Werk steht, zum Anderen ist es wichtig zu wissen, was bei der gewünschten Zielgruppe ankommt und was nicht. So entwickelt man sich weiter, lernt dazu.

Das kann natürlich auch zu einem Dilemma führen. Habe ich als Autor vor allem die Auflage im Blick und gestalte den Inhalt nach dem Mainstream oder habe ich etwas zu sagen, das mir am Herzen liegt, das mir so wichtig ist, dass ich es in ein Buch packe und mir dann halt meine Zielgruppe mühsam suchen muss???

Dass Bücher heute gerne soz. am "Reißbrett" entworfen werden, ist dem hart umkämpften Markt geschuldet. Verlage beobachten die Trends sehr genau, lassen Autoren dann auch ihre Bücher so schreiben, dass sie in den Trend passen. Das ist keineswegs verwerflich, denn ein Verlag ist nun mal gewinnorientiert und trägt ja auch ein hohes Risiko was die Vorlaufkosten (Lektorat, Coverdesign, Druckkosten, Honorare etc.) angeht. Diese Kosten sollten wieder reinkommen und Gewinn sollte auch übrig bleiben, um den Verlag nicht in den Ruin zu treiben.

Die Trends wechseln schnell, so schnell wie die Schreckensmeldungen in den Nachrichten, die wenige Wochen lang Sondersendungen und Talkshows befeuern, bevor dann ein neues Thema auf dem Tisch liegt und das alte im Orkus des Vergessens landet. Ein Buch, das heute im Trend liegt und aktuell ist, kann morgen schon im Abseits stehen. Damit meine ich nicht nur Dokumentationen oder Bücher vor realem Hintergrund. Es betrifft auch jeden Krimi, Thriller, Liebesroman und all die anderen Genres. Alleine schon die Ausgestaltung der Charakteren sollte sich an Trends orientieren - sagt man. Kleidung, Verhalten, Eigenheiten usw. all das muss den Leser so ansprechen, dass es in den Zeitgeist passt und es möglichst einfach und leicht nachzuvollziehen ist. Es geht dann weiter mit dem Auto, das er fährt, das Land in das er in Urlaub reist u.v.m. Momentan sollte ein umweltbewusster Held keinen Golf fahren, nicht in der Türkei Urlaub machen, aber gerne freiwillig in einer Aufnahmeeinrichtung arbeiten. Vor einem oder zwei Jahren, wäre so eine Charakterisierung nicht verstanden worden und ich wette, dass in 2 Jahren dasselbe zutrifft. Dann ist der VW Skandal vergessen und die Türkei längst befriedet, weil ihr Diktator ein strenges Regiment führt, den Tourismus wieder ankurbelt und sich der Flüchtlinge in einer künstlichen Stadt in Nordsyrien entledigt hat. Die Pläne zu dieser Stadt hat der türkische Machthaber ja schon präsentiert.

Kurzum, für mich sind Auflagen zwar sehr wichtig, dienen sie doch der Finanzierung meines Naturschutzprojektes, aber genauso wichtig ist mir der Inhalt meiner Bücher und das, was ich zu sagen haben. Ok, die Ziele meines Projektes und die Ziele meiner Bücher sind untrennbar verbunden und ich gehe halt den mühsameren Weg, mir meine Zielgruppe zu suchen. Meine Bücher lesen Menschen, die sich für engagierte Themen interessieren und sich gerne damit auseinandersetzen, anstatt Parolen nachzuplappern und dauernd das Profilbild zu ändern, weil´s gerade angesagt ist. So bin ich nun mal und dazu stehe ich.

Umso mehr freuen mich Rezensionen, wie diese Beiden:

Eine Rezension aus Hamburg
Eine weitere Rezension aus München



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